Die berühmte Quizshow im Überblick

"Wer wird Millionär?" (RTL): Von Nullnummern bis hin zu Millionen-Gewinnern beu Günther Jauch

Günther Jauch bei "Wer wird Millionär?"
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Günther Jauch bei "Wer wird Millionär?"

„Wer wird Millionär?“: Seit 1999 läuft die Quiz-Show bei RTL mit Günther Jauch und einige ganz besondere Sendungen, Kandidaten und Gewinner sind in Erinnerung geblieben.

  • "Wer wird Millionär?" gibt es in Deutschland bereits seit fast 21 Jahren. Am 3. September 1999 wurde die erste Sendung ausgestrahlt. 
  • Zu Beginn wurde das Format von den Medien zerrissen und Günther Jauch, der am Anfang keine Lust auf die Quizshow hatte, wurde ein großer Fehler prophezeit. 
  • Heute ist die Show die erfolgreichste im deutschen Fernsehen und nur die englische Variante "Who Wants to be a Millionaire?" gibt es länger, nämlich seit 1998.

Die Quizsendung "Wer wird Millionär?" ist seit dem 3. September 1999 im deutschen Fernsehen eine feste Größe, die man sich heute kaum noch wegdenken kann. Seit über 20 Jahren stellt Günther Jauch den Kandidaten auf dem linken Stuhl knifflige Fragen, die sie im Idealfall zu einer Million Euro, in den meisten Fällen aber zumindest zu einer netten Summe von mehreren Tausend Euro führen können. 16 Kandidaten schafften es bisher, den Hauptgewinn einzuheimsen; drei davon waren Prominente, die das Geld in einem Promi-Special gewannen, das dann an wohltätige Zwecke ging.

Die Regeln sind recht simple: Beantworten Sie alle 15 Fragen korrekt. Ein wenig Hilfe können die Kandidaten aber schon bekommen. Es gibt insgesamt vier Joker, auf die die Befragten zugreifen können. Beim Publikumsjoker wird die Frage dem im Studio anwesenden Publikum gestellt, das danach per Fernbedienung abstimmen kann. Ist sich der Kandidat mit der meistgewählten Antwort dann sicher, kann er diese wählen. Beim Telefonjoker hat der Kandidat die Möglichkeit, einen Kontakt zu Hause anzurufen. Sollte dieser die richtige Antwort geben, bekommt er 500 Euro. Das Telefonat darf aber nur 30 Sekunden andauern. 

Der 50/50-Joker eliminiert zwei der vier möglichen Antworten und wenn der Kandidat die Risikovariante geht, hat er noch den Zusatzjoker. Bei diesem kann eine Person aus dem Publikum befragt werden, die ebenfalls 500 Euro bei einer richtigen Antwort bekommt. In der Risikovariante fällt allerdings die Sicherheitsstufen bei 16.000 Euro weg, die der Kandidat ansonsten gehabt hätte. Eine weitere Sicherheitsstufe, unter die der Teilnehmer auch bei einer falschen Antwort nicht mehr zurückfallen kann, liegt bei 500 Euro.

Die Vorlage für "Wer wird Millionär?" 

Das deutsche "Wer wird Millionär?" ist zwar in unserem Land ikonisch, allerdings waren die Deutschen nicht die ersten, die die Idee für diese Quizshow entwickelten. Tatsächlich kommt das Format aus dem Vereinigten Königreich, wo es den Titel "Who Wants to Be a Millionaire?" trägt und bereits ein Jahr länger existiert. Die erste Folge lief dort nämlich schon 1998 auf dem Privatsender ITV 1, funktioniert aber nach dem gleichen Prinzip wie die deutsche. Tatsächlich gibt es das Format in über 100 verschiedenen Ländern und überall sieht es – vom Moderator und der Sprache einmal abgesehen – sehr gleich aus. 

Die Musik, die Lichttechnik, der Studioaufbau, die Joker und der Ablauf der Fragen ähneln sich, da das Format einem Lizenzvertrag unterliegt. Ursprünglich gehörten die Rechte an der Quizshow der britischen Produktionsfirma Celador, die das Programm auch entwickelte. Mittlerweile hat aber die niederländische Rechtehandelsfirma 2waytraffic, eine Tochter-Firma von Sony Pictures, die Rechte erworben, nachdem Celador sämtliche Formate, die im Besitz der Produktionsfirma waren, in einem Bieterwettbewerb verkaufte. 

"Wer wird Millionär?": Die ersten Anläufe 

Das Format "Wer wird Millionär?" war nicht von Anfang an der Zuschauermagnet, der es heute ist. Tatsächlich waren die anfänglichen Kritiken sogar nicht besonders gut. Es wurden am Anfang vier Shows der Sendung in einem Fernsehstudio in Holland aufgezeichnet, die danach an vier aufeinander folgenden Tagen über RTL Television ausgestrahlt wurden. Bei der ersten Show war die Quote noch recht schlecht gewesen, am zweiten Tag war die noch schlechter. Damals schrieb die "Bild am Sonntag", dass Moderator Günther Jauch einen großen Fehler gemacht habe, das Format überhaupt anzunehmen. Am dritten Tag waren die Einschaltquoten dann aber plötzlich recht hoch und am vierten Tag sogar noch besser. 

Seitdem läuft die Sendung ununterbrochen seit fast 21 Jahren im deutschen TV – nicht zuletzt dank des legendären Moderators, der Quiz im Fernsehen wieder cool machte. Was viele Zuschauer aber schockieren dürfte: Günther Jauch hat für "Wer wird Millionär?" noch nicht einmal einen Vertrag. Die Regelung zwischen RTL und ihm ist mündlich und man habe sich immer gegenseitig versichert, dass eben Schluss sei, wenn einer nicht mehr wolle, oder wenn das Publikum die Sendung nicht mehr anschaue. 

Günther Jauch: Der "Wer wird Millionär?"-Moderator 

"Wer wird Millionär?" und Günther Jauch sind zwei Fernsehgrößen, die eigentlich gar nicht getrennt werden können. Die Quizshow, mit der der Moderator nun schon seit 1999 ein fester Teil des Sendeplans von RTL ist, machte Jauch endgültig zur TV-Legende. Allerdings war der Anfang gar nicht so leicht. Die erste Folge wurde nach der Ausstrahlung regelrecht von den Medien und Kritikern zerrissen. Nach vier Probesendungen, die damals noch in einem Studio in den Niederlanden aufgenommen wurden, kam das Format dann aber doch erstaunlich gut beim Publikum an und das, obwohl das Quiz-Fernsehen damals gar nicht mehr so angesagt war. Der Moderator aber holte es zurück ins TV und machte "Wer wird Millionär?" zur erfolgreichsten Show im deutschen Fernsehen. 

Dabei hatte er ursprünglich selbst so gar keine Lust auf eine Quiz-Sendung, weil ihm das wie "Opa-Fernsehen“ vorkam. Nachdem er dann aber ein Videoband der englischen Version "Who Wants to Be a Millionaire?", von RTL Television bekam und selbst die Spannung dahinter verstand, entschied er sich für die Sendung. Mittlerweile läuft sie seit 21 Jahren und es wurden schon etwa 1500 Folgen ausgestrahlt. Ein ganz so großer Fehler kann Jauchs Entscheidung also doch nicht gewesen sein. 

"Wer wird Millionär?" und die besonderen Kandidaten 

Bei besonderen Kandidaten fallen einmal wohl als erstes die Millionengewinner ein. Eckhard Friese (2000), Marlene Grabherr (2001), Gerhard Krammer (2002), Maria Wienströer (2004), Stefan Lang (2006), Timur Hahn (2007), Ralf Schnoor (2010), Sebastian Langrock (2013), Thorsten Fischer (2014), Nadja Sidikjar (2015), Leon Windscheid (2015), Jan Stroh (2019) und Ronald Tenholte (2020) schafften es bis ganz nach oben. 

Außerdem erlangten die Prominenten Oliver Pocher, Thomas Gottschalk und Barbara Schöneberger im Prominenten-Special ebenfalls die Million, die dann in allen Fällen an wohltätige Zwecke ging. Es geht allerdings auch ganz anders, denn nicht weniger als 27 Kandidaten sind tatsächlich schon mit 0 Euro in der Tasche wieder nach Hause gefahren (Stand März 2019). Darunter auch der Gastronom Serdat Bulat, der an einer Restaurantfrage scheiterte und die Studentin Tanja Fuß, die bereits nach 45 Sekunden wieder raus war, weil sie die erste Frage falsch beantwortete. Danach gab sie Jauch die Schuld dafür. 

"Wer wird Millionär?"-Specials 

Verschiedene Speziale der Sendung gibt es immer wieder. Neben dem Prominenten-Special, bei dem Stars Geld für den guten Zweck erspielen, gab es bisher zu jedem besonderen Jubiläum auch eine besondere Sendung. Darüber hinaus veranstaltete RTL auch schon Shows für die Pechvögel der Gesellschaft, die finanziell schlecht dastehen oder eine Zweite Chance-Show mit ehemaligen Kandidaten, die nicht weit kamen. Außerdem gibt es Lehrer-Specials, Chef-Specials, Familien-Specials, Zocker-Specials, Undercover-Specials und noch viele weitere RTL-Erfindungen, die dafür sorgen, dass "Wer wird Millionär?" nie langweilig wird.

"Wer wird Millionär?" -Versionen in anderen Ländern 

Deutschland ist nicht das einzige Land, das auf die Idee kam, das Frage-Format von dem britischen Original "Who Wants to Be a Millionaire?" zu übernehmen. Tatsächlich gibt es weltweit über 100 Fernsehanstalten oder Produzenten, die sich Format- und Ausstrahlungsrechte bei 2waytraffic gesichert haben. Die regionalen Tochterfirmen der niederländischen Produktionsfirma Endemol produziert das Format auch für Österreich, Belgien, Deutschland, die Niederlande, Italien, Polen, Portugal und für die Schweiz

In Deutschland heißt diese Tochterfirma Endemol Shine Germany. Der Titel der Show ist übrigens in fast jedem Land ein wenig anders und passte sich der Landessprache an. Während das Format in der Schweiz ebenfalls "Wer wird Millionär?" heißt, allerdings nicht wie die deutsche Version von Günther Jauch sondern von René Rindlisbacher und Claudio Zuccolini moderiert wurde – heißt es in Österreich dagegen "Die Millionenshow" und wird von ORF ausgestrahlt. 

Das Aussehen der Sendung ist aber überall gleich. Musik, Studio-Design und sogar die Kamerabewegungen und die Lichteffekte sind genau in der sogenannten Produktionsbibel vom Lizenzgeber festgelegt und dürfen von den Lizenznehmern nicht eigenständig verändert werden. Es gibt übrigens in jedem Land eine Million in der Landeswährung zu gewinnen, weshalb die Gewinne von Land zu Land nicht den gleichen Wert haben. Wenn im Vereinigten Königreich also jemand eine Million Pfund gewinnt, sind das umgerechnet sogar etwa 1.115.000 Euro

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