Schauspieler im Drogensumpf

Traumschiff-Star lebte in Junkie-WG in Amsterdam - Drogen-Geständnis in Talkshow

Charmant und immer mit einer tollen Frau an seiner Seite - so kennen wir Traumschiff-Star Helmut Zierl aus verschiedenen Rollen. In seinem Buch legte er nun ein Drogen-Geständnis ab. Er lebte in Junkie-WG in Amsterdam.

Leipzig - Helmut Zierl (66) ist deutschlandweit als Schauspieler bekannt. Der Traumschiff-Star hatte über 300 Rollen. Oft gab er den charmanten Womanizer, gilt als Sunnyboy unter den deutschen Schauspielern. Doch dazu wäre es beinahe gar nicht erst gekommen. Denn Helmut Zierl stürzte in seiner Jugend ab, landete im Drogensumpf in Amsterdam. Dies erzählt der Traumschiff-Star nun in seinem neuen Buch „Follow the Sun - der Sommer meines Lebens“.

Helmut Zierl packt aus

In seinem Buch beschreibt Helmut Zierl die drei Monate, die er weit weg von zu Hause verbrachte. In der MDR-Talkshow Riverboat mit den TV-Moderatoren Kim Fisher (51) und Jörg Kachelmann (623) spricht der Schauspieler offen über diese Zeit. Erst ein Schlüsselmoment in seiner Junkie-WG brachte Helmut Zierl zurück auf den richtigen Weg - und wieder zu seinen Eltern.

Traumschiff-Star Helmut Zierl spricht offen über Drogen

Helmut Zierl hat genug vom Versteckspielen: „Immer wieder haben mich Journalisten gefragt, weil es irgendwie durchgesickert ist, ich hätte da in meiner Jugend was Schlimmes getan.“ In seinem Buch packt er nun die ganze Geschichte aus. Der Traumschiff-Star erzählt darin ganz offen, wie er in den Drogenstrudel geriet. „Ich war von der Schule geflogen und bin dann von zu Hause ausgerissen und war drei Monate unterwegs.“

Als Schüler dealte Helmut Zierl mit Raucher-Haschisch und wurde von seinem Vater rausgeschmissen. Daraufhin zog es den Darsteller aufgrund der Liebe in die Niederlande. Nach einigen Nächten im Park kam Helmut Zierl dann in eine Junkie-WG. „Und dort war mein Totalabsturz“, gesteht der Traumschiff-Sunnyboy.

Helmut Zierl kehrt nach drei Monaten zurück und wird Schauspieler

Beinahe wäre Helmut Zierl in dieser Zeit komplett abgestürzt. Schon damals kiffte er und konsumierte LSD. Irgendwann ließ er sich dann darauf ein zu fixen. „Dann er hat mir den Arm abgebunden und die Nadel angesetzt. Als ich sah, wie sich die Haut unter der Nadel wölbte, habe ich den Arm weggezogen. Aus Angst und Restmoral. Das war ein entscheidender Moment für mich. Ein Wendepunkt.“

Helmut Zierl wollte daraufhin wieder nach Hause zu seinen Eltern, die ihm eine zweite Chance gaben. „Ich weiß jetzt nachträglich, was ich meinen Eltern angetan habe. Sie haben unerträgliche Ängste ausgestanden.“ 14 Monate nach diesem Drogen-Trip ging Helmut Zierl auf eine Schauspielschule. Der Rest ist Geschichte. Seine Schwester wollte ihn übrigens davon abhalten, seine Drogen-Story öffentlich zu machen. „Was ich auch immer ganz furchtbar fand: Diesen Sunnyboy immer zu spielen und in diese Schublade gepresst zu werden. Ich fühle mich nun aber ganz befreit in diesem Outing, es hilft mir ungemein“, so der Traumschiff-Star.

Rubriklistenbild: © dpa & picture alliance/Boris Roessler/dpa

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