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Bares für Rares (ZDF): Händler wissen Bauhaus-Künstler nicht zu schätzen

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Bei „Bares für Rares“ (ZDF) mit Horst Lichter haben die Händler einen Design-Klassiker des Bauhaus-Künstler Herbert Hirche zunächst nicht zu schätzen gewusst.
Bei „Bares für Rares“ (ZDF) mit Horst Lichter haben die Händler einen Design-Klassiker des Bauhaus-Künstler Herbert Hirche zunächst nicht zu schätzen gewusst. © Screenshot/ZDF

Bei „Bares für Rares“ (ZDF) mit Moderator Horst Lichter haben die (meisten) Händler zunächst einen Design-Klassiker eines Bauhaus-Künstler überhaupt nicht zu schätzen gewusst. Das Erstgebot lag bei 60 Euro.

Köln - In der Folge der beliebten ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ mit Horst Lichter, die am 15. Dezember 2022 ausgestrahlt wurde, brachte Tanja Schäfer aus Dietzenbach in Hessen einen Bauhaus Design-Klassiker von Herbert Hirche zum Verkauf in das Walzwerk in Pulheim bei Köln.

Bares für Rares (ZDF): Händler wissen Bauhaus-Klassiker nicht zu schätzen

„Sehr schlicht“, fasste Moderator Lichter seinen ersten Eindruck zusammen. „Der Servierwagen wird immer schöner, je länger du ihn anschaust, weil er sehr elegant ist“, zeigte sich „Bares für Rares“-Experte und Möbel-Spezialist Detlev Kümmel aus Lüdenscheid in Nordrhein-Westfalen begeistert.

Das rollbare Barwagen besteht aus einem schlichten Winkel-Stahlrahmen und dem für die Designs der 1950er Jahre so typischen Riffelglas. 2010 wäre der Designer Herbert Hirche (1910-2002) 100 Jahre alt geworden. Zu seinen Ehren produziert der Hersteller Richard Lampert den Barwagen aus dem Jahr 1956 seitdem originalgetreu neu im alten Glanz.

„Das ist ein maßgebliches Werkstück von ihm. Es steht für seine Arbeiten“, folgerte Detlev Kümmel. „Das ist ein Stückchen Zeitgeschichte“, ergänzte Horst Lichter, dem jüngst auch ein Gemälde eines Künstlers aus der Münchner Schule sehr gefallen hatte. Der „Bares für Rares“-Experte ging danach auf den Designer ein.

Nach einer Tischlerlehre studierte Herbert Hirche von 1930 bis 1933 am Bauhaus in Dessau und in Berlin. Zu den Lehrern von Herbert Hirche dort gehörte Wassily Kandinsky. Bei dem Bauhaus-Architekten Ludwig Mies van der Rohe war Herbert Hirche von 1934 bis 1938 als Mitarbeiter tätig.

„Wenn etwas selbstverständlich und schön ist, dann ist es ein gutes Design“, wird Herbert Hirche in der „Neuen Musik Zeitung“ zitiert. Den Servierwagen entwarf der Bauhaus-Designer 1956. Um diese Zeit herum wurde auch der Barwagen von Tanja Schäfer hergestellt - durch die Christian Holzäpfel KG. Am Ende seiner Expertise bezifferte Detlev Kümmel den Wert des Design-Klassikers auf 800 bis 1000 Euro.

Im „Bares für Rares“-Händlerraum, in dem Elisabeth Nüdling aus Fulda dieses Mal auch wieder mit dabei war, lag als erstes Auktionator Wolfgang Pauritsch aus Oberstaufen voll daneben. „Es könnte Marke Eigenbau sein“, tippte er bei der Begutachtung des Design-Klassikers. Zuletzt hatten sich ein Experte und auch die Händler schon bei einem Gemälde von Paul Weimann ein wenig blamiert.

„Die Form folgt der Funktion“, ergänzte Elisabeth Nüdling zur Bauhaus-Idee. „Es ist perfekt.“ Händler Jan Cizek aus Köln dürfte dann die 58-jährige Tanja Schäfer mit seinem Erstgebot geschockt haben: 60 Euro bot der Händler der Hunde-Physiotherapeutin und Online-Redakteurin bei der Stadt Frankfurt für den Bauhaus-Klassiker.

Auch die anderen „Bares für Rares“-Händler brachten durch ihre nachfolgenden Gebote keine Wertschätzung für den Barwagen des Bauhaus-Designers zum Ausdruck. Mitunter in Zehn-Euro-Schritten ging es auf 140 Euro, ehe die Verkäuferin auf den deutlich höheren in der Expertise ermittelten Wert hinwies.

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„800 Euro Minimum“, fasste sie den Expertisen-Wert zusammen. „Das hätte ich nicht erwartet“, schüttelte Jan Cizek ungläubig den Kopf. „Ich möchte Ihnen 450 Euro anbieten, weil ich es nicht kenne“, wagte Wolfgang Pauritsch das nächste Gebot. „Ich bin absolut begeistert von dem Möbelstück“, erklärte hingegen David Suppes.

Der Wiesbadener kaufte den Design-Klassiker schließlich für 510 Euro. „Umso länger man sich dieses Objekt anschaut, umso schöner wird es wirklich. Am Anfang möchte ich es gar nicht“, sagte Wolfgang Pauritsch. „Ich fand ihn von Anfang an toll“, reagierte David Suppes. „Dann habe ich den Servierwagen doch auch verdient, oder?“, fragte er - und erntete Zustimmung.

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