Auswanderertraum gescheitert

Goodbye Deutschland (Vox): Irina Wehmann wandert nach Ghana aus - und lebt nun in Armut

Goodbye Deutschland (Vox): Vor 14 Jahren wanderte Irina Wehmann nach Ghana aus - der Liebe wegen. Doch nun lebt sie dort in ärmlichen Verhältnissen.

Accra, Ghana - Irina Wehmann (54) führte in Deutschland ein geregeltes Leben. Vor 20 Jahren besaß sie in Hamburg einen kleinen Gasthof, doch dann lernte sie ihren zukünftigen Ehemann kennen - einen Ghanaer. Für ihn wanderte die Hanseatin ins tausende Kilometer entfernte Accra aus, an die Westküste Afrikas. Heute lebt die „Goodbye Deutschland“-Auswanderin noch immer in Ghana - und das, obwohl die Ehe schon lange gescheitert ist. Doch die Lebensumstände der gebürtigen Hamburgerin sind erschreckend.

Irina Wehmanns Zimmer muss einige Funktionen erfüllen. Es ist Wohn- und Schlafzimmer, Küche, Büro und Werkstatt in einem.

„Goodbye Deutschland“: Irina Wehmann hatte große Pläne für ihre Auswanderung

Das Leben in Ghana hatte sich Irina Wehmann wohl ganz anders vorgestellt. Denn gemeinsam mit ihrem afrikanischen Ehemann, den sie in Hamburg kennenlernte, wollte die Auswanderin - beauftragt von der ghanaischen Regierung - Agrarprodukte nach Europa liefern. Dabei hatte das Paar absolutes Vertrauen in seinen Auftraggeber - immerhin handelte es sich um die Regierung des Landes. Doch die Hoffnungen der „Goodbye Deutschland“-Auswanderer sollten bitter enttäuscht werden, denn für ihre harte Arbeit wurde Irina Wehmann niemals bezahlt.

Und es sollte sogar noch schlimmer kommen: Der Ehemann der heute 54-Jährigen drehte einige krumme Dinger, musste letztendlich sogar ins Gefängnis. Nach dem Ende der Ehe ging es für Irina Wehmann immer weiter bergab. Zwischenzeitlich lebte die „Goodbye Deutschland“-Auswanderin (bei diesen Auswanderern platzte der Traum) sogar auf der Straße. Nach Deutschland zurückzukehren war für sie trotzdem keine Option.

„Goodbye Deustchland“-Auswanderin Irina Wehmann hält sich gerade so über Wasser

Heute lebt die Auswanderin immer noch in Ghana, mittlerweile allerdings alleine. Mit drei weiteren Familien teilt sich Irina Wehmann eine Unterkunft. Flur und Bad gehören der Gemeinschaft, sie selbst hat nur ein einziges Zimmer, das für sie gleichzeitig Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Büro und Waschküche darstellt. Außerdem ist der Raum auch ihre Werkstatt, denn die „Goodbye Deutschland“-Teilnehmerin hält sich mit dem Verkauf von Papierschmuck über Wasser. Das Überleben stellt für die Hamburgerin eine Herausforderung dar, doch Irina Wehmann hat gelernt mit den Umständen und den ghanaischen Verhältnissen umzugehen.

Ihr bescheidenes Heim, das sie selbst ihr „Rattenloch“ nennt, hat ein provisorisches Dach aus Wellblech. Es wimmelt vor Kakerlaken, von denen die TV-Auswanderin noch immer angewidert ist. Trotzdem möchte Irina Wehmann ihrer Wahlheimat nicht den Rücken kehren. Sie weiß: In Deutschland würde sie in ihrem Alter kaum einen Job finden. Doch von Sozialhilfe zu leben und keine Beschäftigung zu haben, ist für die „Goodbye Deutschland“-Kandidatin einfach keine Option. Die 54-Jährige hat die Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft noch nicht aufegegeben. Sie hält an ihren Plänen für ein Leben in Ghana fest.

Rubriklistenbild: © TVNOW

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