Die Geschichte der ZDF-Sendung 

Ungelöste Kriminalfälle im deutschen Fernsehen: Die Erfolgsgeschichte von Aktenzeichen XY… ungelöst.

Aktenzeichen XY… ungelöst ist seit 1967 ein Aushängeschild des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Moderator Rudi Cerne (61) präsentiert die Sendung seit 2002.

  • Aktenzeichen XY… ungelöst wurde vom Fernsehmoderator Eduard Zimmermann († 80) ins Leben gerufen. Zimmermann hatte die Idee zur Sendung unter anderem, da er selbst Opfer einer Betrugsmasche wurde.
  • Die ZDF-Sendung ist seit 1967 ein Dauerbrenner im deutschen Fernsehen und lockt regelmäßig viele Zuschauer vor den Fernseher.
  • Über die Jahre wurden in Aktenzeichen XY… ungelöst 4586 Kriminalfälle behandelt, von denen 1853 aufgelöst wurden. 2319 Täter wurden gefasst.

Aktenzeichen XY… ungelöst: Die Geschichte des Erfolgsformats

Aktenzeichen XY…ungelöst flimmerte zum ersten Mal am 20. Oktober 1967 über die deutschen Bildschirme. Initiator des Formats war der deutsche Journalist und Fernsehmoderator Eduard Zimmermann, der durch seine Verbindung zur Sendung auch als „Verbrecherjäger„ bekannt wurde.

Zimmermann entwickelte mit Aktenzeichen XY eine Neuheit, deren Thematik der damaligen Fernsehlandschaft gänzlich unbekannt war. Die Idee zur Show hatte er, als er für die ebenfalls vom ZDF produzierte Sendung Vorsicht Falle! aktuelle Betrugsmaschen nachstellte, um Zuschauer vor potentiellen Straftätern zu warnen. Dass Zimmermann selbst einst Opfer eines Betrügers wurde, bestärkte ihn in seinem Vorhaben, gemeinsam mit der Kriminalpolizei im Fernsehen auf Verbrecherjagd zu gehen.

Bereits im Juni 1968 konnte der erste Mord durch die Hilfe von Aktenzeichen XY-Zuschauern aufgeklärt werden. Nur zwölf Stunden nach der Ausstrahlung der Folge konnte der Verantwortliche festgenommen werden.

Eine Besonderheit der Sendung war von Anfang an ihr Einsatz technischer Möglichkeiten: Schon früh gab es Zusammenarbeiten mit der Bundespost oder der Telekom, die Telefonnummern einrichteten, unter denen Zuschauer die Stimmen vermeintlicher Täter anhören konnten. 1996 gaben die Macher von Aktenzeichen XY dem TV-Publikum erstmals eine Internetadresse zur Hand. Bereits 1997 konnte die Sendung eine eigene Internetpräsenz vorweisen.

Aktenzeichen XY… ungelöst: Produktion, Sender und Einschaltquoten

Seit jeher wird Aktenzeichen XY… ungelöst vom zweiten deutschen Fernsehen produziert. Die Aufnahme der Live-Show erfolgte dabei zu Beginn in den ZDF-Studios in Wiesbaden. Heute wird das Format in den bekannten Bavaria Studios in der Nähe von München gedreht. Zur 100. Sendung am 7. Oktober 1977 wurde Eduard Zimmermann vom damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel das Bundesverdienstkreuz überreicht.

1997 feierte Aktenzeichen sein 30-jähriges Jubiläum. Zur Feier des Bestehens produzierte das ZDF eine Sondersendung mit Moderator Frank Elstner (78), in der die spektakulärsten Kriminalfälle in der Geschichte des Formats noch einmal beleuchtet wurden. Am 8. November 2002 wurde nach stolzen 35. Jahren die 350. Folge Aktenzeichen XY… ungelöst ausgestrahlt.

Von 2005 bis 2007 produzierte das ZDF jährlich zwölf Folgen Aktenzeichen XY und strahlte damit zwei Episoden Das Publizieren ist gerade nicht möglich. Die Schnitstelle zu dem Publikationssystem liefert einen fehlerhaften Status zurück. Bitte wenden Sie sich an den Administrator.
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Quotentechnisch ist Aktenzeichen XY… ungelöst ein absoluter Dauerbrenner im deutschen Fernsehen. Regelmäßig holt sich die Sendung bis zu 20 Prozent Marktanteil zur Primetime und lockt damit an die sechs Millionen Zuschauer vor das TV-Gerät. Insbesondere der Anteil an jungen Zuschauern ist für die öffentlich-rechtlichen Sender erstaunlich hoch.

Aktenzeichen XY…ungelöst: Rudi Cerne als Aushängeschild

Zwar wurde Aktenzeichen XY… ungelöst von Eduard Zimmermann kreiert - seit einigen Jahren ist jedoch Sportmoderator Rudi Cerne das Gesicht des Formats. Cerne wurde am 26. September 1958 in Wanne-Eickel geboren und startete als Jugendlicher eine aussichtsreiche Sportkarriere. Als Eiskunstläufer ging er für den Herner EV aufs Eis, 1978 und 1980 konnte er sogar die deutsche Meisterschaft im Eiskunstlauf für sich entscheiden. Sein größter sportlicher Erfolg war die Silbermedaille bei den Europameisterschaften in Budapest, die Cerne 1984 mit nach Hause nehmen durfte.

Nachdem er nach Beendigung seiner Profilaufbahn zunächst eine Karriere als Eiskunstlauf-Trainer in Betracht gezogen hatte, entschloss sich Cerne schlussendlich dazu, als Moderator im Fernseher tätig zu werden. Zunächst als freier Mitarbeiter beim WDR und HR tätig, präsentierte er ab 1992 Sportsendungen für die ARD. 1996 wechselte er zum ZDF und moderierte dort lange Zeit das Aktuelle Sportstudio. In ZDF heute und dem ZDF heute journal ist Cerne für den Sportteil zuständig.

Seit dem 18. Januar 2002 probiert sich Rudi Cerne außerhalb der Sportberichterstattung und ist als Gesicht der Sendung Aktenzeichen XY… ungelöst bekannt. Seine Tätigkeit als Moderator der Strafverfolgungs-Show brachte ihm unter anderem schon Gastrollen in Krimi-Sendungen wie Die Rosenheim-Cops ein.

Aktenzeichen XY… ungelöst: Prominente Gäste als Ermittler

Ein wichtiger Bestandteil jeder Aktenzeichen XY…ungelöst-Folge - wenn nicht sogar der wichtigste - sind die Einspielfilme, die das zu klärende Verbrechen so gut wie möglich nachstellen sollen. Dabei stützen sich die Produzenten der Sendung im besten Fall auf Aufnahmen von Überwachungskameras. Manchmal können die Kriminalfälle jedoch nur durch Augenzeugenberichte aufgearbeitet werden. Und manchmal müssen sich die Macher der Show auf Mutmaßungen der zuständigen Polizei stützen.

Damit das Publikum den bestmöglichen Eindruck vom Ablauf der Straftat bekommt, engagiert das ZDF professionelle Schauspieler - und dabei haben so einige Stars der deutschen Film- und Fernsehlandschaft ihr TV-Debüt gegeben. Sowohl Heiner Lauterbach (67) und Elyas M’Barek (38) wirkten an den ikonischen Einspielern mit, bevor sie nationale Bekanntheit erreichten. Auch Ruth Moschner (44) und Christine Neubauer (58) starteten ihre Karriere als Darstellerinnen für Aktenzeichen XY…ungelöst.

Doch auch gestandene deutsche TV-Stars treten immer wieder als prominente Gäste in dem ZDF-Format auf. Besonders oft sind dabei Tatort-Kommissare vertreten, die ihre Kollegen aus dem echten Leben bei der Verbrecherjagd im Fernsehen unterstützen. In der Vergangenheit waren dabei unter anderem Sabine Postel (66), die als Bremer Polizistin Inga Lürsen bekannt wurde, sowie Robert Atzorn (75) als Hamburger Kommissar Jan Casstorff und Volker Brandt (84) als Berliner Tatort-Kommissar Friedrich Walther bei Aktenzeichen XY… ungelöst zu Gast.

Auch Fernsehstars anderer Genres, wie beispielsweise Glücksrad-Moderator Peter Bond (67) und hallo deutschland-Gastgeber Ingo Nommsen (49) standen den Verbrecherjägern im TV bereits zur Seite.

Aktenzeichen XY…ungelöst zieht Bilanz: Diese Fälle blieben im Gedächtnis

In der ZDF-Mediathek können die aktuellsten Ausgaben von Aktenzeichen XY unabhängig vom Ausstrahlungstermin angesehen werden. 2017 zog der Sender erstmals Bilanz über den Erfolg seines Dauerbrenners: In den über 500 Folgen, die seit Sendungsbeginn 1967 gezeigt wurden, behandelten die Strafverfolger insgesamt 4586 Fälle. 1853 davon konnten schlussendlich aufgeklärt werden - eine Erfolgsquote von stolzen 40,4 Prozent. 2319 Täter konnten festgenommen werden.

Nahezu jeder dritte gezeigte Kriminalfall behandelt einen Tötungsdelikt. Danach nehmen Raubüberfälle, Betrugsfälle und Sexualdelikte den meisten Platz der Sendung ein. Auch Vermisstenfälle werden regelmäßig in Aktenzeichen XY thematisiert.

Über die Jahre berichtete das Format auch über internationale bekannte Fälle. Unter anderem bat die Polizei im Vermisstenfall Maddie McCann in Aktenzeichen XY um Hilfe. Auch im Fall der NSU-Mordserie war die Sendung an der Suche nach den Tätern beteiligt.

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