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WhatsApp: Alle Informationen über die App

Das Icon des Messengerdienstes WhatsApp und der Online-Plattform Facebook sind auf einem Smartphone zu sehen
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Whatsapp etablierte sich als erfolgreichster Instant-Messaging-Dienst der Welt

Der Kurznachrichtendienst WhatsApp gilt als Nachfolger der SMS. Er verzeichnet stetig steigende Nutzerzahlen weltweit und vereint zahlreiche Funktionen in sich.

  • WhatsApp ist ein Instant-Messaging-Dienst, der das Versenden von Textnachrichten, Bildern, Videos und Sprachnachrichten ermöglicht.
  • Die Nutzer haben zudem die Möglichkeit, ihren Standort mit ausgewählten Kontakten zu teilen und sich live tracken zu lassen.
  • Die App von Brian Acton gilt mit mehr als 1,5 Milliarden Usern weltweit als der meistgenutzte Kurznachrichtendienst aller Zeiten.

Bei WhatsApp handelt es sich um einen Instant-Messaging-Dienst, mit dem die Nutzer Textnachrichten austauschen können. Versendet werden können auf WhatsApp Bilder, Videos, Audiodateien und Dokumente. Auch das Weiterleiten von Standortinformationen ist möglich. Anbieter des Dienstes ist das US-amerikanische Unternehmen WhatsApp Inc. Dieses wiederum wurde 2009 von Brian Acton und Jan Koum in Santa Clara, Kalifornien gegründet. Heute hat es seinen Sitz in Mountain View, Kalifornien.

Seinen Namen verdankt der Messenger einem Wortspiel. Es handelt sich dabei um eine Anlehnung an den englischen Ausspruch „What’s up?“. Die Gründer integrierten das Wort „App“ als Kürzel für Applikation und es entstand die Kombination „WhatsApp“. Der Instant-Messaging-Dienst hat es mittlerweile geschafft, die SMS weitgehend abzulösen. Doch zu Beginn diente er einem anderen Zweck. Die Nutzer konnten Status-Meldungen veröffentlichen und ihre Freunde an ihren Gedanken teilhaben lassen. Später entwickelte sich WhatsApp zum erfolgreichsten Kurznachrichtendienst der Welt.

WhatsApp unter der Führung von Facebook

Am 19. Februar 2014 kaufte Facebook Gründer Mark Zuckerberg die App von Brian Acton für 19 Milliarden US-Dollar. Er sah darin großes Potenzial, zur Vernetzung der ganzen Welt beizutragen. Zuckerberg versicherte außerdem, dass sich weder für die Nutzer noch die Mitarbeiter etwas verändern würde. WhatsApp würde seine Unabhängigkeit behalten und nach wie vor für eine geringe Gebühr nutzbar sein. Seit 2016 ist die App kostenlos. Mitbegründer Jan Koum nutzte diese Gelegenheit, um in den Verwaltungsrat von Facebook zu wechseln.

Seit der Übernahme verzeichnete der Instant-Messaging-Dienst große Erfolge. Schon ein Jahr später stiegen die Nutzerzahlen auf 800 Millionen an, was WhatsApp zum derzeit am schnellsten wachsenden Internetdienst macht. Mittlerweile nutzen ihn etwa 1,5 Milliarden Menschen aus 180 Ländern. Eigenen Angaben zufolge kommen täglich etwa eine Millionen neue User hinzu. Unter anderem wurden 2019 folgende Nutzerzahlen pro Tag verzeichnet:

  • 58 Millionen in Deutschland
  • 23 Millionen in den USA
  • 120 Millionen in Brasilien

Brian Actons Kurznachrichtendienst in der Kritik

Nichtsdestotrotz wurden auch negative Stimmen laut, die Bedenken bezüglich des Datenschutzes äußerten. Diverse Datenschutzbeauftragte legten den Nutzern nahe, auf verschlüsselte Dienste umzusteigen.

WhatsApp nahm die Kritik ernst und arbeitet seit dem 18. November 2014 mit Open Whisper Systems zusammen. Gemeinsam entwickelten sie auf Grundlage des Protokolls des Text-Secure-Messengers eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Am 5. April 2016 folgte die Veröffentlichung eines White Papers, das besagte, fortan seien sämtliche Textnachrichten und Medieninhalte mit dieser Verschlüsselung geschützt. Gleiches gilt für Anrufe, die die Nutzer seit 2015 ebenfalls über WhatsApp tätigen können.

Doch auch der Schutz der persönlichen Daten unterlag Kritik. Es wurden Bedenken geäußert, WhatsApp könne diese zu kommerziellen Zwecken weiterverwenden. Das Unternehmen übermittelt schließlich sämtliche Namen, Telefonnummern und Kontakte der Nutzer an Server in den USA. Dazu gehören auch Kontaktpersonen, die die von Brian Acton entwickelte App nicht nutzen. 2014 ermittelten in Folge dessen kanadische und niederländische Behörden, denn es bestand Verdacht auf Verletzungen des Datenschutzes.

WhatsApp verlor seine Gründer

Ein alternativer Messengerdienst, der großen Wert auf die sichere Verschlüsselung sämtlicher Nutzerdaten legt, ist Signal. Brian Acton gab im September 2017 bekannt, dass er sich von WhatsApp trennt, um die Entwicklung von Signal zu unterstützen. Mit 50 Millionen Dollar war er bereits daran beteiligt.

Auch Jan Koum entschied sich wenige Monate später dazu, sich von WhatsApp und Facebook zu verabschieden. Die Social Media Plattform kündigte zu dieser Zeit an, doch Werbung in WhatsApp integrieren zu wollen, um die Daten der Nutzer monetarisieren zu können. Beide Gründer sollen dieses Vorhaben klar abgelehnt haben. Zudem sollen sie befürchtet haben, die Verschlüsselung von Daten würde dadurch abgeschwächt werden.

Anders als SMS handelt es sich nicht um einen Dienst der Mobilfunkanbieter. WhatsApp nutzt ausschließlich das Internet. Erhältlich ist die App mittlerweile für iOS, Android, Windows Phone und weitere Betriebssysteme. Auch die Nutzung eines Android-Emulators ist möglich.

WhatsApp auf dem Smartphone nutzen

Zur Registrierung bei WhatsApp ist dennoch der SMS-Dienst notwendig. Jeder neue Nutzer meldet sich mit seiner Handynummer an. Er erhält anschließend eine SMS mit einem Registrierungscode, den er dann in der App eingibt. Doch die Möglichkeiten, die der Messenger-Dienst bietet, sind deutlich umfangreicher als die der SMS. Die Nutzer können Textnachrichten in beliebiger Länge verfassen und versenden. Auch das Versenden von Fotos, Videos und Audios ist möglich. Selbst der aktuelle Standort kann geteilt werden. Zudem kann der Nutzer WhatsApp-Kontakte auswählen, denen er die Verfolgung des eigenen Standorts via Live-Tracking erlaubt.

Seit Oktober 2017 stehen eigene Emojis zur Nutzung bereit. Bis dahin nutze man die Exemplare von Apple. Dennoch ähneln sich die Emojis sehr, um den Usern die Umgewöhnung zu erleichtern. Seitdem erweitert die von Brian Acton entwickelte Applikation ihr Angebot regelmäßig um weitere Piktogramme und Ideogramme. Seit 2018 gibt es außerdem animierte Sticker.

Brian Acton Messenger-Dienst auf dem PC verwenden

Eine optische Neuerung gab es im März 2020. Seither hat jeder Nutzer die Wahl, ob er den Hintergrund der Benutzeroberfläche dunkel einfärben, also den Dunkelmodus nutzen möchte, um seinen Akku zu schonen. Das Feature ist für die Betriebssysteme iOS und Android verfügbar.

WhatsApp Web ermöglicht es, Brian Actons Erfindung auch am PC zu nutzen. Vorgestellt wurde dieses Konzept am 21. Januar 2015. Die Nutzer können so auf bereits ausgetauschte Inhalte zugreifen und auch neue versenden. Um Gebrauch davon machen zu können, muss der User mit seinem Smartphone, mit dem er bereits bei WhatsApp registriert ist, einen QR-Code scannen. Die Browser Google Chrome, Firefox und Browser Opera können für die PC-Nutzung verwendet werden. Währenddessen muss das Smartphone allerdings eingeschaltet und mit dem Internet verbunden sein.

Doch auch diesbezüglich wurde vermehrt Kritik wegen Nichteinhaltung des Datenschutzes laut. Dritte sollen Chats in Echtzeit mitverfolgen und Kontaktdaten einsehen können, ganz ohne Überwachungssoftware. Recherchen ergaben, dass das Bundeskriminalamt bereits seit mehreren Jahren davon Gebrauch macht und digitale Unterhaltungen nachverfolgt.

WhatsApp erfindet sich immer wieder neu

Ein Jahr nach WhatsApp Web folgte WhatsApp Desktop. Es handelt sich dabei um eine Desktop App. Anders als bei WhatsApp Web ist also eine Installation auf dem PC erforderlich. Im Anschluss stehen sämtliche Funktionen, die Brian Acton der Smartphone-App je hinzufügte, zur Verfügung. Auch dabei muss der User zu Beginn einen QR-Code mit seinem Handy scannen, um eine Verbindung herzustellen. Gegenüber der Weboberfläche fanden Aufbesserungen in Form von Tastenkürzeln und Desktopbenachrichtigungen statt.

Eine weitere Neuerung führte das Unternehmen 2017 ein: den WhatsApp Status. Ähnlich wie bei den Story-Funktionen verschiedener Social Media Plattformen laden die Nutzer Fotos, Videos oder kurze Texte hoch und informieren ihre Kontakte über persönliche Neuigkeiten und aktuelle Gedanken. Der User entscheidet selbst, wer den Status sehen und mit einer Nachricht darauf reagieren kann. Nach Ablauf von 24 Stunden verschwinden die Beiträge automatisch wieder von WhatsApp.

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