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Twitter: Alle Informationen über die App

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Jack Dorsey ist Vorstandsvorsitzender bei Twitter
Auf Jack Dorseys Plattform Twitter posten die Nutzer kurze, öffentlich einsehbare Texte © picture alliance / Rolf Vennenbernd/dpa

Mit mehr als 180 Millionen täglichen Nutzern gehört Twitter zu den beliebtesten Social Media Plattformen weltweit. Auch an der Börse ist das Unternehmen aktiv.

Twitter dient als Kommunikationsplattform und gehört zu den meist genutzten sozialen Netzwerken weltweit. In Form von Tweets veröffentlichen die Nutzer kurze Texte. Im Vordergrund steht dabei nicht der Kontakt mit Bekannten. Die Beiträge sind in der Regel öffentlich einsehbar.

Im März 2006 wurde die Plattform ins Leben gerufen, damals unter dem Namen „twttr“. Mitbegründer Jack Dorsey verfasste am 21. März 2006 den ersten Tweet mit dem Wortlaut „Just setting up my twttr.“ Im April 2007 folgte die Gründung von Twitter Inc. gemeinsam mit Evan Williams und Biz Stone. Williams trug rund 22 Millionen US-Dollar Risikokapital zusammen, um Twitter auszubauen. Die Unternehmen Wilsons Union Square Ventures, Bezoz Expeditions, Spark Capital und Digital Garage sorgten für die finanzielle Absicherung der Plattform.

Twitter an der Börse

2008 verzeichnete Twitter keinerlei Einnahmen, denn der Kurznachrichtendienst verkaufte keine Werbung. Nichtsdestotrotz nehmen die Nutzerzahlen seit der Gründung stetig zu. 2010 meldeten sich etwa 100 Millionen neue User an. 2020 waren insgesamt täglich 186 Millionen Nutzer auf Jack Dorseys Plattform aktiv.

2013 wagte das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen San Francisco den Schritt an die Börse und reichte am 12. September einen Börsenprospekt bei der SEC ein. Schon am 7. November war Twitter mit einem Ausgabekurs in Höhe von 26 US-Dollar erstmalig an der NYSE notiert. Am Vormittag erreichte Jack Dorseys neue Aktiengesellschaft einen Kurs von rund 50,00 US-Dollar und schloss den Tag letztendlich mit 44,90 US-Dollar ab.

Seit 2010 können die User die Twitter App für die Nutzung auf mobilen Geräten downloaden. Mittlerweile steht sie für iOS, Android, Windows Phone, Blackberry und Nokia zur Verfügung.

Twitter und sein Logo Larry

Von Beginn an dabei ist das Twitter-Logo „Larry the bird“. Der kleine blau-weiße Vogel wurde bisher zweimal verändert und ist seit 2012 nur noch einfarbig.

Seinen Namen verdankt er dem Basketballspieler Larry Bird, wie der Produktmanager von Twitter 2012 in einem Tweet bekanntgab. Biz Stone soll ein großer Fan des Sportlers gewesen sein. Welche Vogelart Larry darstellt, ist allerdings nach wie vor unbekannt.

In Sachen Sicherheit hatte auch Twitter regelmäßig mit Problemen zu kämpfen. Bereits 2007 stand das Team um Jack Dorsey vor den ersten Komplikationen. Grund dafür war, dass die Plattform die Absenderangaben von SMS dafür nutzte, Benutzerkonten zu authentifizieren. Dem Sicherheitsforscher Nitesh Dhanjani gelang es, SMS mithilfe eines Free-SMS-Dienstes so zu manipulieren, dass Twitter diese im Namen des Opfers weiterleitete. War die Telefonnummer eines Users bekannt, konnte diese Sicherheitslücke also ausgenutzt werden. Twitter führte daraufhin eine optionale PIN zur Authentifizierung ein.

Jack Dorsey kämpft gegen Sicherheitslücken

Am 21. September 2010 ereignete sich ein Angriff auf Twitter via Cross-Site-Scripting. Einige Nutzer teilten automatisch Inhalte, ohne es zu wollen und verbreiteten sie auf der Plattform. Im Mai 2018 wurde außerdem bekannt, dann Twitter die Passwörter der Nutzer völlig unverschlüsselt in einer Verzeichnisdatei speicherte. Das Unternehmen selbst gab an, den Fehler intern entdeckt und direkt behoben zu haben. Datendiebstahl oder Missbrauch der Informationen fand wohl nicht statt. Nichtsdestotrotz forderte Twitter jeden Nutzer auf, sein Passwort sicherheitshalber zu ändern.

In der Vergangenheit sorgt eine Person für besonders großes Aufsehen auf der Plattform von Jack Dorsey: Donald Trump. Die Veröffentlichung von fragwürdigen Äußerungen und auch Falschaussagen brachten die Plattform dazu, einzugreifen. Im Mai 2020 versah Twitter einen Tweet von Trump mit einem Hinweis, dass dessen Inhalte gegen die herrschenden Richtlinien verstießen.

Twitter und die Äußerungen von Donald Trump

In besagtem Beitrag äußerte sich Trump zu Unruhen in Minnesota. Ausgangspunkt war ein Video, das zeigte, wie ein Polizist mehrere Minuten lang auf dem Hals des schwarzen US-Bürgers George Floyd (46, † 2020) kniete, obwohl dieser mehrfach betonte, nicht mehr atmen zu können. Floyd starb später an den Folgen der Verletzung. Es fanden Demonstrationen statt, die auf unverhältnismäßige Polizeigewalt und die Benachteiligung von Afroamerikanern aufmerksam machen sollten. Einige endeten allerdings gewaltsam.

Trump drohte den Demonstranten am 29. Mai 2020 auf Twitter an, Schusswaffen zu gebrauchen, sobald es zu Plünderungen oder Ähnlichem käme. Das Unternehmen Twitter distanzierte sich klar von diesen Aussagen und wies auf die Verletzung der Richtlinien hin, löschte den Tweet allerdings nicht, da ein öffentliches Interesse an der Zugänglichkeit dieses Beitrags bestehen könnte.

Schon drei Tage zuvor griff das Team um Jack Dorsey ein. Donald Trump schrieb, Stimmzettel würden gestohlen und gefälscht, womit eine Manipulation der Briefwahlen einherginge.

Twitter geht gegen das Verbreiten falscher oder gefährdender Informationen vor

Die Plattform fügte dem Tweet einen Link bei und gab den Usern die Möglichkeit, sich über die Wahrheit zu informieren. Trump warf Jack Dorseys Plattform daraufhin Subjektivität, politischen Aktivismus und den Eingriff in die Meinungsfreiheit vor. Er reagierte mit einem Dekret. Damit sollten Onlineplattformen wie Twitter in den USA zukünftig juristischer Kontrolle unterliegen.

Außerdem äußerte sich Donald Trump auf Twitter zu Corona. Er ist der Meinung, das Virus würde eines Tages einfach verschwinden, wie ein Wunder. Zudem veröffentlichte er einen Tweet, in dem er Annahmen äußerte, man könne den Menschen Desinfektionsmittel injizieren, um Covid-19 zu bekämpfen. Diese Aussage revidierte er allerdings selbst wieder. Im Oktober 2020 infizierte sich Trump dann selbst mit dem Virus und bereits kurz nach seiner Rückkehr in das Weiße Haus war ein neues Video auf seinem Twitter-Account zu sehen.

Twitter in Zeiten von Corona

Er sprach darüber, man solle seinen Alltag nicht von Covid-19 dominieren lassen, denn jeder würde das Virus besiegen. Dem gegenüber stehen allerdings Todeszahlen von mehreren Hunderttausend Menschen allein in den USA. Donald Trump behauptete ebenfalls, er sei nach seiner Erkrankung immun, was wissenschaftlich nicht belegt ist. Twitter versah also auch die dazugehörigen Beiträge wieder mit Warnhinweisen und brachte klar zum Ausdruck, dass die Tweets gegen das Verbot der Verbreitung von gefährlichen und irreführenden Informationen über das Coronavirus verstoßen.

Der erfolgreichste Tweet stammt allerdings weder von Donald Trump, noch vom Twitter Gründer Jack Dorsey, sondern von Barack Obama. Am 13.08.2017 zitierte er Nelson Mandelas (95, † 2013) Worte „No one ist born hating another person because oft he color of his skin or his background or his religion.“ Damit reagierte er auf rechtsextreme Ausschreitungen, die sich in Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia zutrugen.

Twitter als Plattform zum Aufruf für Toleranz

Im Rahmen von Protestmärschen trafen dort unter anderem rechtsextreme Gruppen auf Gegendemonstranten und es kam zu Gewaltausbrüchen. So fuhr ein Mann vollen Bewusstseins in eine Gruppe Gegendemonstranten, tötete dabei eine Frau und verletzte 19 weitere Personen. Grund für die Protestmärsche war die geplante Entfernung eines Reiterstandbildes zu Ehren von General Robert E. Lee (63, † 1870), der einerseits mit Ehre und Tapferkeit assoziiert, andererseits mit der Sklaverei in Verbindung gebracht wird.

Der zu Nächstenliebe aufrufende Tweet von Brack Obama verzeichnete im Oktober 2020 bereits 4,3 Millionen Likes auf Twitter. Seinem Account folgen mehr als 120 Millionen Menschen. Folgende User von Jack Dorseys Plattform verzeichnen im Herbst 2020 ähnlich hohe Zahlen:

Von Sophie Neumärker

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