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TikTok: Alle Informationen über die App

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Das Logo der chinesischen App TikTok wird auf einem Smartphone-Bildschirm angezeigt
Die Videoplattform TikTok wurde vom chinesischen Unternehmer Zhang Yiming gegründet © picture alliance/Peter Byrne/PA Wire/dpa

TikTok zielt auf die Kreativität der Nutzer ab und basiert auf unterhaltsamen Lipsynchvideos. Zahlreiche Effekte und Features sorgen für einzigartige Beiträge.

TikTok ist eine chinesische Social Media Plattform, auf der die User kurze Lippensynchronisationsvideos hochladen. In ihrem Entstehungsland ist sie unter dem Namen Douyin bekannt. Sie versteht sich als digitaler Ort, an dem Inspiration und Positivität auf kreative Art und Weise vermittelt werden sollen.

Im September 2016 rief Zhang Yiming die App ins Leben. Der Gründer von ByteDance erhielt zu Beginn des Jahres 2017 eine finanzielle Unterstützung von der Toutiao-Gruppe in Höhe von mehreren Millionen Yuan. Damit erhielt Yiming die Möglichkeit, sein Unternehmen weiter auszubauen und bereits ein halbes Jahr später auf den indonesischen Markt zu expandieren.

ByteDance kaufte Ende 2017 noch eine weitere Social Media Plattform für musikalische Kurzvideos: musical.ly. Der Preis soll zwischen 800 Millionen und einer Milliarde US-Dollar gelegen haben.

TikTok fusioniert mit musical.ly

Im August 2018 fusionierten beide Apps, um das schlechte Image von musical.ly aufzubessern. Die Plattform kämpfte unter anderem mit Vorwürfen, sie würde Pädophilie fördern. Erhalten blieb das Design von TikTok. Noch vor der Fusion ging das Unternehmen eine Partnerschaft mit Modern Sky ein, woraus eine Monetarisierung der verwendeten Musik resultierte.

Schon im Jahr 2018 verzeichnete TikTok einen Umsatz von 8,4 Milliarden US-Dollar. Täglich nutzten 150 Millionen Menschen aus 150 Ländern die App von Zhang Yiming. Mit rund 45,8 Millionen Downloads im ersten Quartal war sie die Anwendung, die am häufigsten von iPhone-Nutzern heruntergeladen wurde. In China ist TikTok die derzeit beliebteste App und jeder sechste hat sie dort auf seinem Smartphone installiert. Im November 2019 erfreute sich die Plattform an einer Milliarde aktiven Nutzern pro Monat, was ihr den Titel des am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerkes einbrachte. Im Mai 2020 knackte TikTok die Zwei-Milliarden-Marke bezüglich der Downloads.

Zhang Yiming: Das macht den Erfolg seiner App aus

TikTok ist vor allem bei jungen Nutzern sehr beliebt. Die App ist einfach zu bedienen und die umfassende Videotechnik regt die Kreativität an. Zahlreiche Bearbeitungsmöglichkeiten und die große Audiobibliothek bieten unzählige Möglichkeiten, einzigartige Videos zu erstellen.

Aufgrund der Übernahme von musical.ly und der Schließung von Vine 2017 gibt es aktuell keine Konkurrenz für Zhang Yimings App. Dank Influencer Marketing und viralen Videos verbreitete sich die App schnell. Hinzu kommen regelmäßige Challenges oder spezielle TikTok-Tänze, die die Nutzer immer wieder dazu auffordern, mitzumachen und aktiv zu bleiben.

Die App setzt Internettrends und verhalf bereits zahlreichen Nutzern zu großer Online-Bekanntheit. Auch Musiker, die vor allem junge Hörer ansprechen, nutzen sie zur medialen Verbreitung ihrer Songs. Erfolge feierten auf diesem Weg bereits unter anderem folgende Künstler:

TikTok Songs als neue Erfolgsstrategie

Einige Musiker verändern bereits die Strukturen ihrer Kompositionen, um ebenfalls erfolgreiche Tik Tok Songs zu produzieren. Auch im Bereich Social Media Marketing erlangt TikTok immer mehr Aufmerksamkeit, was die Nutzerzahlen weiterhin steigen lässt.

Auf TikTok nehmen die User kurze Videoclips auf. Dazu wählen Sie einen Song oder eine Audioaufnahme aus der Bibliothek aus und bewegen ihre Lippen dazu. Maximal 60 Sekunden lang dürfen diese Videos sein. In der Regel tanzen oder schauspielern die Nutzer passend dazu. Ihnen stehen zahlreiche Effekte und Filter zur Verfügung, mit denen sie ihr Video bearbeiten können.

Die Beiträge können von den Usern mit Hashtags versehen werden, wie man es bereits von anderen Social Media Plattformen kennt, um mehr Klicks zu generieren. Die beliebtesten Clips erscheinen direkt auf der Hauptseite. Wer selbst keine Tik Tok Videos produzieren, sondern nur zuschauen möchte, kann das auch ohne Registrierung in Zhang Yimings App tun.

Zhang Yiming und TikTok in der Kritik

Ähnlich wie musical.ly gerät auch TikTok häufig in die Kritik. Da die App von Zhang Yiming vor allem junge Nutzer anspricht, die häufig leicht zu beeinflussen sind, wurden Forderungen laut, deren Schutz zu erhöhen. So kam es 2019 zum Beispiel zu zwei Sammelklagen US-amerikanischer Eltern. TikTok reagierte mit einer seit dem 30. April 2020 geltenden Regelung, die das Schreiben und Empfangen privater Nachrichten nur noch Nutzern über 16 Jahren erlaubt.

Cyber-Mobbing möchte man bei TikTok bereits bekämpfen, bevor es überhaupt entstehen kann. Negative Kommentare reduzieren die Moderatoren, indem sie die Reichweite von Personen mit Übergewicht und Behinderungen einschränkt. Ab 10.000 Aufrufen findet diese Einschränkung statt. Aufgrund dessen muss sich die App immer wieder Vorwürfen stellen, sie würde die Meinungsfreiheit einschränken und Vorurteile fördern.

TikTok Beiträge werden zensiert

Auch Beiträge, die homosexuelle Inhalte aufweisen oder diese befürworten sind nicht gestattet. Das gilt auch in Ländern, in denen Homosexualität nicht strafrechtlich verfolgt wird. TikTok räumt sich selbst das Recht ein, verschiedene Beiträge zu löschen. Das geschieht beispielsweise, wenn sie politische Inhalte aufweisen und das Entfernen im Interesse der chinesischen Regierung ist. So werden unter anderem Beiträge, die den chinesischen Nationalismus kritisieren, zensiert.

Es herrschen länderspezifische Regelungen, die gewisse Dinge verbieten. So ist es den TikTok Usern in der Türkei beispielsweise nicht erlaubt, sich kritisch über Präsident Erdoğan zu äußern oder nicht-islamische religiöse Inhalte zu verbreiten.

Die Thematisierung kontroverser Themen in den Bereichen Politik, Religion und Ethnie sind in der App von Zhang Yiming ebenfalls nicht erwünscht. Das Hauptaugenmerk soll auf der Unterhaltung liegen. Die Verbreitung schwieriger Inhalte schränkt TikTok daher grundsätzlich ein. Außerdem dürfen die Moderatoren Beiträge zensieren, die die App kritisieren oder für andere Plattformen werben.

Spionagevorwürfe gegen TikTok

In den USA wurden vermehrt Stimmen laut, die TikTok die Informationsweitergabe an chinesische Behörden vorwarfen. Zhang Yiming und das Unternehmen ByteDance mit Hauptsitz in Peking distanzierten sich von den Vorwürfen und gaben kund, dass das Unternehmen unabhängig von der Regierung arbeitet und sich die Rechenzentren außerhalb des Landes befinden.

In drei Ländern sprach man bisher ein Verbot von TikTok aus. Indonesien begründete die Sperrung mit Bedenken bezüglich pornografischer und blasphemischer Inhalte. Gleiches trug sich in Indien zu. Die Verbote wurden allerdings nach wenigen Wochen wieder aufgehoben, denn TikTok nahm entsprechende Anpassungen bezüglich der Sicherheit vor. Doch 2020 kam es in Indien zu einem erneuten Verbot, denn Berichte zeigten auf, dass Nutzerdaten missbraucht und ins Ausland weitergeleitet wurden. Im gleichen Jahr entschied sich auch Pakistan für eine Sperrung der App mit der Begründung, die Inhalte seien teilweise unmoralisch.

Zhang Yimings App stellt sich harter Kritik in den USA

Auch in den USA sprach man über eine Sperrung von TikTok. Den Ausgangspunkt lieferte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, als er versuchte, die Regulierung der Inhalte seiner eigenen Plattform zu verhindern. Er merkte an, welche Gefahren TikTok für die User in Amerika bedeute, woraufhin Donald Trump im Juli 2020 eine Prüfung anordnete.

Kurz darauf folgte eine Executive Order, die sämtlichen US-amerikanischen Unternehmen und Bürgern eine Zusammenarbeit mit ByteDance untersagt. Er warf der Firma von Zhang Yiming Spionage vor. Um einer vollständigen Sperrung zu entgehen, erhielt TikTok diverse Übernahmeangebote, beispielsweise von Microsoft, Walmart und Oracle.

Trump stimmte schließlich zu, die App aufgrund des folgenden Bündnisses mit Oracle und Walmart weiterhin zu genehmigen. Die Unternehmen sollen als Minderheitsaktionäre gemeinsam mit US-amerikanischen Investoren, die bereits Teilhaber von ByteDance sind, über 50 Prozent von TikTok in amerikanische Hand führen. Angedacht ist die Überführung in ein Unternehmen namens TikTok Global, dessen Sitz in den USA sein wird.

Von Sophie Neumärker

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