Der berühmte Quizmaster im Überblick

Günther Jauch: Sein Leben zwischen Radio, "Wer wird Millionär?" und Familie

Günther Jauch
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Günther Jauch

Günther Jauchs Privatleben und seine Erfolge als Moderator – sein Leben zwischen Familie, Quiz-Shows und seinem Einsatz fürs Fernsehen.

  • Günther Jauch wusste schon als Teenager, dass er Journalist werden wollte und ist heute eine feste Größe im deutschen Fernsehen. 
  • Seine Ehe mit Dorothea Sihler wurde von vier Kindern gekrönt. Das Paar hat zwei leibliche Töchter und adoptierte zwei Waisenkinder aus Russland. 
  • Heute ist der "Wer wird Millionär?"-Moderator noch immer in TV-Shows mit seinem guten Freund Thomas Gottschalk zu sehen, der ihm am Anfang seiner Karriere unter die Arme griff.

Der deutsche Fernseh- und Radiomoderator wurde am 13. Juli 1956 unter dem vollen Namen Günther Johannes Jauch in Münster geboren, bevor er im Alter von drei Jahren mit seiner Familie nach Berlin Lichtefelde-West zog. Der 63-Jährige wuchs als ältestes von drei Geschwistern auf und war schon als Kind ein Klassenkasper. Für einen guten Witz kassierte er auch gern mal eine Rüge vom Lehrer und bereits sehr früh war dem Sohn des deutschen Journalisten Ernst-Alfred Jauch klar, dass er ebenfalls Journalist werden wollte. 

Nach dem Abitur, das er mit 3,1 am altsprachlichen Berliner Gymnasium Steglitz absolvierte, legte er zunächst ein Sabbatjahr ein und bewarb sich danach auf ein Jura-Studium. Da sein Durchschnitt aber so schlecht war, kam er zunächst noch auf die Warteliste, bevor dann doch ein Platz frei wurde. Ein Semester studierte er Jura, bevor er an der Deutschen Journalistenschule in München angenommen wurde. Diese schloss er 1977 ab.

Günther Jauchs Kindheit 

Günther Jauch und seine beiden jüngeren Geschwister sind die Kinder des Journalisten Ernst-Alfred Jauch und seiner Frau Ursula, geb. Welter. Der Großvater des "Wer wird Millionär?"-Stars war Hans Jauch, der Offizier, Freikorpskämpfer und Zementfabrikant war. Die Familie entstammt dem alten Hanseatengeschlecht Jauch, das sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Der Vater des Quizmasters soll einmal gesagt haben: "Was Günther macht, verstehe ich zwar nicht, aber es wird wohl gut bezahlt. Kein Mensch weiß, warum." 

Zu seinen Eltern hatte Jauch immer ein gutes Verhältnis, weshalb er es bedauert, dass seine Kinder vor allem seinen Vater nie als Großvater kennenlernten, da er an Kriegsfolgen bereits 1991 im Alter von 71 Jahren verstarb. Seine älteste Tochter wurde 1989 geboren, weshalb sie sich an ihren Großvater kaum erinnern wird. Die Mutter des RTL-Moderators verstarb 2005 und auch zu ihr hatte Jauch immer ein gutes Verhältnis. 

In der RTL-Dokumentation "Das Phänomen Günther Jauch" erinnert sich der Star an seine Kindheit und erzählt liebevoll davon, wie er bereits als Kind bei einem Wettbewerb Pakete mit Lebensmitteln gewann, die er dann seiner Mutter zum halben Marktpreis verkaufte. Seine Ferien verbrachte Jauch als Kind oft auf dem Weingut von Othegraven, das damals im Besitz eines angeheirateten Großonkels und bereits zuvor im Besitz seiner Ahnen gewesen war. 2010 kaufte Jauch das Weingut von Maria von Othegraven zurück, womit es wieder in die Linie der direkten Nachfahren Emmerich Grachs überging, der es 1805 gekauft hatte.

Günther Jauch: Seine Anfänge beim Radio 

Nach seinem Abschluss an der Deutschen Journalistenschule in München, die Günther Jauch als Teilnehmer der 15. DJS-Lehrredaktion abschloss, wurde er Sportmoderator beim Radio des Bayerischen Rundfunks. Er studierte außerdem an der Ludwig-Maximilians-Universität München weiterhin Politik und Neuere Geschichte. Als Jauch nach zwei Jahren in den "Zeitfunk" wechselte und sich vollends auf sein Berufsleben konzentrieren wollte, musste er sein Studium jedoch aufgeben.

Beim Radio lernte der RTL-Moderator dann auch seinen guten Freund und langzeitigen Weggefährten Thomas Gottschalk kennen. Zuerst war der junge Günther ein großer Fan des sieben Jahre älteren Moderators, den er vor allem aus dem Radio kannte. Einmal blieb er sogar fast eine Stunde bei -18 Grad in seinem VW-Käfer sitzen, um auch ja nichts von Gottschalks Sendung zu verpassen. 

Von 1985 bis 1989 moderierten sie dann gemeinsam die "B3-Radioshow". Jeden Tag um 16 Uhr lieferten sie sich im Radio einen lustigen Schlagabtausch und versuchten sich gegenseitig mit besonderen Interview-Gästen zu übertreffen. Gottschalk sprach in seiner Sendezeit mit der Unterhaltungsprominenz, während Jauch vor allem Politiker vors Mikrofon holte.

Günther Jauch und "Wer wird Millionär?"

1982 ging er von Radio zu TV über und es gibt mittlerweile wohl kaum noch ein deutsches Fernseh-Format, in dem Günther Jauch noch nicht zu sehen oder zu Gast war. Am bekanntesten wird er aber wohl immer für "Wer wird Millionär?" bleiben, die Quizshow, mit der er nun schon seit 1999 ein fester Teil des Sendeplans von RTL ist. Am 3. September 1999 wurde die erste Folge ausgestrahlt und damals regelrecht von den Medien und Kritikern zerrissen. Damals hieß es, Jauch habe einen unheimlichen Fehler gemacht, die Sendung zu übernehmen. Nach vier Probesendungen kam das Format dann aber doch erstaunlich gut beim Publikum an und das, obwohl das Quiz-Fernsehen damals gar nicht mehr so angesagt war. 

Der Moderator aber holte es zurück ins TV und machte "Wer wird Millionär?" zur erfolgreichsten Show im deutschen Fernsehen. Dabei hatte er ursprünglich selbst so gar keine Lust auf eine Quiz-Sendung, weil ihm das wie "Opa-Fernsehen" vorkam. Nachdem er dann aber ein Videoband der englischen Version "Who Wants to Be a Millionaire?", die es ein Jahr länger gibt als die deutsche, von RTL Television bekam und selbst die Spannung dahinter verstand, entschied er sich für die Sendung. Mittlerweile läuft sie seit 21 Jahren und es wurden schon etwa 1500 Folgen ausgestrahlt. Ein ganz so großer Fehler kann Jauchs Entscheidung also doch nicht gewesen sein.

Günther Jauch und der etwas andere Torfall 

Andere Formate, für die er bekannt war und noch immer ist, sind zum Beispiel "Rätselflug". Dort nahm er 1982 als Außenreporter so einiges auf sich, unter anderem seinen ikonischen Flug mit einem Helikopter – an dessen Kufe er sich hängte. Es folgte "das aktuelle sportstudio", das er 1988 erstmals moderierte, ebenso wie den ZDF-Jahresrückblick "Menschen", den er 1989 von Frank Elstner übergeben bekam. 

Gemeinsam mit Thomas Gottschalk moderierte er die "Große Show der achtziger Jahre". 1990 unterschrieb der Moderator dann bei RTL und moderierte lange Zeit das Fernsehmagazin "stern TV". Aktuell ist er auch in der Comedy-Sendung "Denn sie wissen nicht, was passiert!" mit Thomas Gottschalk und Barbara Schöneberger zu sehen. 

Am 1. April 1998 sollte er außerdem gemeinsam mit Marcel Reif das Champions-League-Spiel Real Madrid gegen Borussia Dortmund moderieren, allerdings kam es bereits vor dem Spiel zu einem unglücklichen Zwischenfall. Da Fans eines der Tore umgerissen hatten, wurde der Anpfiff des Spiels um 76 Minuten verzögert. Diese Zeit mussten Jauch und Reif überbrücken, was sie aber so locker und kurzweilig gestalteten, dass sie dafür sogar mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurden. Die Einschaltquoten der Moderation waren sogar höher als beim nachfolgenden Spiel und einige Sprüche von Jauch wurden mit diesem Tag geradezu ikonisch: "Für alle Zuschauer, die erst jetzt eingeschaltet haben: Das erste Tor ist schon gefallen."

Günther Jauchs berühmte Interviews 

Bekannt als Journalist wurde Günther Jauch auch, weil er in seiner Karriere noch nie ein Blatt vor den Mund genommen hat. So fragte er 1991 Angela Merkel nach ihrer ersten Lüge im Amt und 1992 Helmut Kohl, ob er überhaupt Menschen aus der sozial schlechtergestellten Gesellschaftsklasse kenne. Auch von dem abgebrühten Medienprofi Karl Dall in der "DalliDalli"-Sendung 1983 ließ er sich nicht einschüchtern und Uwe Ochsenknecht sagte er ins Gesicht, dass er kein typischer Frauentyp sei. Sehr selten verliert Günther Jauch vor der Kamera seine Kontenance und wenn doch, dann muss es schon eine Situation sein wie 1991, in der Fußballer Stefan Kuntz ganz plötzlich das TV-Studio verließ, weil er keine Lust mehr auf die Fragen des verdutzten Moderators hatte. Kurz danach kam er aber mit einem Lachen wieder herein und gab seinen Scherz zu – auch ein Günther Jauch kann also ab und an aufs Glatteis geführt werden.

Günther Jauch: Familie und Privates 

Mit seiner Frau Dorothea (Thea) Sihler und den vier gemeinsamen Kindern lebt Günther Jauch seit den 90er Jahren am Heiligen See in Potsdam. 2006 heiratete er seine Thea, nachdem die beiden bereits 18 Jahre lang zusammen waren, in Potsdam im Belvedere auf dem Pfingstberg. Seine beiden Töchter Svenja und Kristin sind die leiblichen Kinder des Paares, Katja und Mascha sind aus Russland adoptierte Waisenkinder

Viel mehr ist über das Privatleben des Stars aber gar nicht bekannt, denn er hält Privates eben gern privat. Allerdings engagiert sich der RTL-Moderator gerne sozial und für wohltätige Zwecke. Er spendet daher regelmäßig Einnahmen aus Werbejobs für Projekte, die ihm am Herzen liegen. Darüber hinaus hat der Star das Potsdamer Restaurant "Villa Kellermann", in dem der Berliner Spitzenkoch Tim Raue Gerichte inspiriert aus Potsdam und Brandenburg serviert.

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