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Google Maps: Alle Informationen über die App

Taxi benötigt? In Google Maps kann man gleich eines bestellen und den Weg auch noch mitverfolgen
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Der Routenplaner Google Maps aus dem Hause Google LLC fungiert als vollwertiges Navigationssystem

Der Online-Kartendienst Google Maps dient als personalisierbares Navigationssystem. Umfassendes Bildmaterial trifft online auf Verkehrsdaten in Echtzeit.

  • Google Maps ist ein Online-Kartendienst, der auf Wunsch personenbezogene Daten sammelt, Standorte aufzeichnet und Empfehlungen für Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Ähnliches in der Nähe ausspricht.
  • Der Nutzer hat die Möglichkeit, Karten zu personalisieren, zu speichern und mit anderen Personen zu teilen.
  • Der Kartendienst von Google LLC steht in enger Verbindung mit Google Street View, in dessen Rahmen 360-Grad-Panoramabilder zu einer realistischen Abbildung von Regionen beitragen.

Der Online-Kartendienst Google Maps wurde erstmalig am 8. Februar 2005 vom US-amerikanische Unternehmen Google LLC gestartet. Er ermöglicht das Anzeigen von Standorten und Routen auf Straßenkarten sowie in Form von Luft- oder Satellitenbildern.

Google Maps startete als Desktop-Version in den USA und kann seit April 2006 auch in Deutschland genutzt werden. Etwa alle zwei Monate ergänzte Google den Bildbestand mit neuen Orten, seit Dezember 2007 alle vier Monate.

Im April 2007 kam die Möglichkeit hinzu, den Dienst zu personalisieren. Nutzer können seither den eigenen Standort ermitteln und bestimmte Karten speichern und teilen. Dazu sucht der User die entsprechenden Orte und speichert sie. Auf Wunsch fügt er Markierungen, beispielsweise des eigenen Standorts, hinzu. Auf diese Weise kann er Wegbeschreibungen schnell abrufen und sich kurzerhand zu den gespeicherten Orten navigieren lassen.

Google Maps als Online-Routenplaner

Auch in Google Drive kann der Nutzer diese Karten erstellen und zwar unter Google My Maps. Auch eine Freigabe ist möglich. Dazu lädt der User mittels E-Mail-Adresse ausgewählte Personen ein und gibt an, ob diese die Karten ansehen, kommentieren oder auch bearbeiten dürfen. Seit dem 28. September 2007 steht Google Maps mit Sitz in Mountain View, Kalifornien auch als mobile Version für Android zur Verfügung.

In den folgenden Jahren entwickelte sich der Kartendienst zu einem vollwertigen Navigationssystem und steht der Öffentlichkeit seit Oktober 2009 als solches zur Verfügung. 2015 führte Google LLC eine Verbesserung der Routenführung durch und der Benutzer kann auswählen, ob er mit dem Auto, den öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sein möchte. Der Kartendienst zeigt ihm verschiedene darauf zugeschnittene Routen an. Wer sich für die öffentlichen Verkehrsmittel entscheidet, kann neben der schnellsten Verbindung auch die auswählen, bei der am seltensten umsteigen muss.

Google Maps stellt Daten in Echtzeit zur Verfügung

Autofahrer informiert Google Maps zudem über aktuelle Staus und Unfälle und integriert diese Daten in den Routenplaner. Der Nutzer ist genau darüber informiert, wo es zu Verzögerungen kommt und wie viel Zeit diese vermutlich kosten werden. Er hat dann die Möglichkeit, alternative Routen zu nutzen.

Die entsprechenden Daten erhält der Kartendienst von anderen Nutzern und zwar durch Crowdsourcing. Die Standortinformationen der Fahrer, die aktuell ebenfalls Google Maps nutzen, werden auf schnellstem Wege weiterverarbeitet, sodass Informationen über Staus und Unfälle nahezu in Echtzeit weitergegeben werden können.

Seit dem März 2017 hat jeder Nutzer, der über ein Benutzerkonto bei Google LLC verfügt, die Möglichkeit, die eigenen Standorte in Echtzeit aufzuzeichnen. Möchte er diese Funktion nutzen, legt er vorher fest, wann die Aufzeichnungen stattfinden und welche Orte sie umfassen sollen. Dafür kommen GPS, Mobilfunkmasten und WLAN- sowie Bluetooth-Netzwerke zum Einsatz.

Google Maps und dessen Erweiterungen

Im folgenden Jahr nahm Google Maps eine Veränderung der mobilen Kartendarstellung vor. Wer die Ansicht weit herauszoomt, sieht die Erde seither als Globus und erhält eine realistischere Darstellung der Größenrelationen. Anfänglich stand diese Funktion nur auf der Google Website zur Verfügung.

In der App Version kann seit August 2019 ein Augmented Reality-Modus namens Live View genutzt werden. Außerdem unterbreitet Google Maps seither Vorschläge bezüglich nahegelegener Restaurants oder Sehenswürdigkeiten.

Google Street View steht den Nutzern seit 2007 zur Verfügung. Es handelt sich dabei um einen Zusatzdienst zu Google Maps und Google Earth. Dank 360-Grad-Panoramabildern sind originalgetreue Ansichten aus Straßenperspektive möglich. Diese Bilder wurden mithilfe von PKW und Fahrrädern mit spezieller Ausstattung aufgenommen. Auf den Dächern der PKW montierte Google LLC Kameras auf knapp 3 m Höhe, auf den Fahrrädern etwas niedriger.

Jedes Fahrzeug war dazu mit insgesamt neun Kameras ausgestattet. Acht davon nahmen Bilder für den 360-Grad-Blick auf und eine wurde nach oben ausgerichtet.

Google LLC integriert deutsche Aufnahmen in Street View

Hinzu kamen drei Lasermessgeräte, mit denen dreidimensionale Messungen vorgenommen wurden. Diese verfügten über einen Erfassungsradius von rund 50 m. Die so gesammelten Daten bilden die Grundlage für eine räumliche Darstellung von Straßen und Gebäuden, die auf Google Earth in Kombination mit den Daten von Google Maps zu sehen sind.

Allerdings deckt Google Street View in Deutschland aufgrund des Datenschutzes nur Großstädte ab. Die ersten Aufnahmen wurden im Juli 2008 getätigt, gefolgt von einer Bekanntgabe, welche Städte und Landkreise noch folgen sollen. Zwei Jahre später verkündete Google LLC, dass die zwanzig größten deutschen Städte bald in den Kartendienst integriert werden. Dazu gehörten unter anderem:

  • Berlin
  • Bremen
  • Dortmund
  • Hamburg
  • Dresden
  • München
  • Stuttgart

Da zwangsläufig auch Aufnahmen von privaten Häusern entstanden, hatten die Anwohner bis zum 15. Oktober 2010 Zeit, Widerspruch einzulegen und eine Unkenntlichmachung Ihrer Gebäude zu fordern. Nach wie vor können sie derartige Anträge stellen.

Google LLC in Gesprächen über den Datenschutz

Der TÜV Rheinland überprüfte die geplanten Unkenntlichmachungen von Google Maps und Street View und versah sie mit dem TÜV-Rheinland-Gütesiegel. Allerdings machte Google LLC darauf aufmerksam, dass vereinzelt Fehler auftreten können, denn die Unkenntlichmachung findet manuell statt. Tritt dieser Fall ein, kann der entsprechende Hausbesitzer erneut Widerspruch einlegen. Mehr als 240.000 Anträge wurden vor der Veröffentlichung eingereicht, woraufhin die Mitarbeiter die betreffenden Gebäude verpixelten. Google musste das dazugehörige Rohdatenmaterial löschen.

Bis Anfang November 2010 warteten die Nutzer auf Bilder aus Deutschland, denn es fanden noch Gespräche mit Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit statt. Dennoch verzeichnete Google Street View eigenen Angaben zufolge bereits rund eine Millionen tägliche Aufrufe deutscher User. Derartige Zahlen erreichte kein anderes Land, aus dem noch keine Bilder verfügbar waren.

Am 2. November war es dann soweit und Google Street View zeigte erstmalig deutsche Straßenzüge. Unter anderem standen das Kanzleramt und die Siegessäule für einen virtuellen Besuch bereit. 14 Tage später folgte Bildmaterial der zwanzig bevölkerungsreichsten deutschen Städte.

Google LLC sammelt neue Aufnahmen

2011 verkündete Google schließlich, dass die deutschen Daten von Google Street View nicht weiter ausgebaut oder aktualisiert werden sollen. Die letzten Aufnahmen stammen aus dem Jahr 2010, weshalb die Presse die Nutzung des Online-Dienstes häufig mit einer Zeitreise vergleicht. Seit 2017 kommen zwar wieder spezielle Kamerafahrzeuge zum Einsatz, die neue Aufnahmen tätigen, doch nicht für Street View. Anhand der gesammelten Daten werden Stadt- und Straßenpläne von Google Maps aktualisiert.

Im Oktober 2019 fanden erneut Gespräche zwischen Google LLC und der Behörde für Datenschutz und Informationsfreiheit in Hamburg statt. Es ging darum, die aktuelle Rechtslage zu besprechen. Es galt zu klären, ob mittlerweile eine andere Behörde zuständig sei, da der Europasitz von Google in der Zwischenzeit nach Irland verlegt wurde. Das könnte Veränderungen bezüglich des Rechtsanspruchs auf die Verpixelung von Wohnraum bedeuten. Zudem scheint Google mittlerweile eine Aktualisierung des veralteten Bildmaterials zu planen. Möglicherweise gehen damit neue Erweiterungen der dargestellten Regionen und Ortschaften einher.

Von Sophie Neumärker

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