Zentrum des Rhein-Main-Gebiets

Frankfurt: Wissenswerte Informationen über die Stadt im Überblick

Frankfurt/Main: Bei Sonnenuntergang ist der Himmel über der Frankfurter Skyline und der EZB-Zentrale (r) tiefrot gefärbt.
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Frankfurter Skyline mit der Zentrale der Europäischen Zentralbank.

Von der Jungsteinzeit bis heute hat sich Frankfurt stetig weiterentwickelt, nur eines ist gleich geblieben: An dieser Stadt führt in Deutschland kein Weg vorbei.

  • Gegründet wurde Frankfurt in der Jungsteinzeit.
  • Heute ist die Stadt die fünftgrößte Metropole ganz Deutschlands.
  • Bekannt ist Frankfurt vor allem als bedeutende Bankenmetropole.

Frankfurt am Main – Als gelungene Verbindung einer bedeutungsvollen Historie und Moderne ist Frankfurt heute ein Schmelztiegel der Kulturen. Dank des großen Flughafens und einer guten Verkehrsanbindung gehört die Stadt zu den wichtigsten internationalen Städten Deutschlands – was sich auch in ihrer multikulturellen Vielfalt zeigt.

Frankfurt: Die Anfänge und Geschichte der heutigen Bankenmetropole

Das fruchtbare Mainufer lud bereits in der Jungsteinzeit erste Menschen dazu ein, sich im heutigen Frankfurt niederzulassen. Später entstanden dort vermutlich ein römisches Militärlager und ein fränkischer Königshof. Urkundlich erstmals belegt ist die Existenz der Stadt Frankfurt für das Jahr 794. Sie gewann rasch an Bedeutung, zuerst für das Reich der Ostfranken und später auch für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Frankfurt wurde zur Wahlstadt der Königserhebungen und danach auch zum Ort der Kaiserkrönungen.

Nach dem Untergang des großen Reiches geriet Frankfurt unter die Regentschaft verschiedener Herrscher und wurde schließlich zu einer freien Stadt. Gleichzeitig beherbergte sie den Bundestag des deutschen Bundes und nach der Märzrevolution auch die Nationalversammlung. Diese erarbeitete in der Frankfurter Paulskirche die erste gesamtdeutsche demokratische Verfassung – die aber nicht lange Bestand hatte.  

Frankfurt: Rasante Entwicklung einer geschichtsträchtigen Stadt

Zwischen 1880 und 1910 konnte Frankfurt am Main ein starkes Wachstum verzeichnen. Die Fläche der Stadt wuchs durch zahlreiche Eingemeindungen auf 125 Quadratkilometer an, was sie zeitweise flächenmäßig zur größten Stadt Deutschlands machte. Damit einher gingen auch rasant steigende Einwohnerzahlen und eine umfassende industrielle Entwicklung, die 1914 in der Eröffnung einer Universität gipfelte. In den 20ern schließlich blühte das Kulturleben der Stadt auf und innovative Konzepte wie die Frankfurter Küche verbreiteten sich in ganz Deutschland.

Der Zweite Weltkrieg traf das gerade florierende Frankfurt unverhältnismäßig stark. Die zahlreichen Luftangriffe auf die Stadt zerstörten fast 70 Prozent aller Gebäude. Vor allem die historische Altstadt ist heute kaum noch erhalten. Stattdessen prägen nach dem Krieg rasch errichtete und entsprechend zweckmäßige Bauten das Stadtbild. Obwohl Frankfurt die Wahl zur Bundeshauptstadt gegen Bonn verlor, entwickelte sich die Stadt mitsamt der gesamten Rhein-Main-Region zu einem wirtschaftlich bedeutenden Zentrum Deutschlands. Zahlreiche Unternehmen, Verbände und Institutionen gründeten in Frankfurt ihren westdeutschen Hauptsitz.

Frankfurter Einwohnerzahl: Schwankungen in der Stadtgeschichte

Im Mittelalter verfügte Frankfurt schätzungsweise über etwa 10.000 Einwohner und gehörte damit zum Mittelmaß. Mit der steigenden Bedeutung der Stadt wuchs auch die Einwohnerzahl. 1875 überstieg sie die Marke von 100.000, womit Frankfurt es in die Liste der zehn größten Städte dieser Zeit schaffte. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wohnten mehr als eine halbe Millionen Menschen in Frankfurt. Die Verluste des Krieges und vor allem die Zerstörung unzähliger Wohnungen und deswegen fliehender Menschen reduzierten die Einwohner Frankfurts jedoch drastisch.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem anhaltenden Wirtschaftswachstum erholte sich auch die Bevölkerung Frankfurts. Nach wie vor zieht es viele Menschen dank zahlreicher Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten in die Großstadt. Das betrifft vor allem junge Leute, sodass der Altersdurchschnitt in Frankfurt unter dem von Deutschland liegt. Seit die Stadt Ende des 20. Jahrhunderts Essen und Düsseldorf in Sachen Bevölkerung überholt hat, ist sie die fünftgrößte Stadt Deutschlands. Flächenmäßig steht sie allerdings erst an 44. Stelle.

Frankfurt: Bankenwesen und Industrie der größten hessischen Metropole

Größter Arbeitgeber im Raum Frankfurt ist der Flughafen westlich der Stadt. Hier arbeiten mehr als 80.000 Menschen bei etwa 500 verschiedenen Unternehmen. Ebenso viele Arbeitnehmer sind innerhalb Frankfurts im Finanz- und Versicherungssektor tätig. Als Sitz der Deutschen Bundesbank, der Börse Frankfurt, der Deutschen Bank, der Commerzbank, der DZ und KfW Bank sowie zahlreicher Aufsichtsbehörden gilt Frankfurt als einer der wichtigsten internationalen Finanzplätze. Infolgedessen eröffnete auch die Europäische Zentralbank ihren Sitz 1998 in der Stadt am Main. 

Früher ein wichtiger Standort der Chemie- und Metallbranche, unterlag Frankfurt in den letzten Jahrzehnten einem starken Strukturwandel. Immer mehr Unternehmen wanderten durch Fusionen oder Schließungen ab. Derzeit wichtige Arbeitgeber in Frankfurt sind:

  • Einzelhandel: Die Zeil gehört zu den meistbesuchten Einkaufsstraßen Deutschlands
  • Automobile: Sitz von Fiat Chrysler, Honda und Kia Motors sowie der Continental AG
  • IT: Crytek, Konami, Nintendo, Finanz Informatik, DB Systel, Fujitsu
  • Telekommunikation: T-Systems, Colt, Level 3, Avaya
  • Gewerkschaften wie zum Beispiel ver.di
  • Messe Frankfurt: Frankfurter Buchmesse, IAA, Musikmesse, Paperworld, u. v. m.
  • Industriepark Höchst: Hervorragender Chemiestandort in Europa
  • Tourismus: Frankfurt ist eines der beliebtesten Städtereiseziele Deutschlands

Frankfurts berühmte Einwohner: Anne Frank bis Otto Hahn

Die berühmteste Frankfurter Persönlichkeit ist bis heute Johann Wolfgang von Goethe (* 28. August 1749, ✝ 22. März 1832). Der zu den bedeutendsten deutschen Dichtern gehörende Advokat wuchs in Frankfurt auf und praktizierte dort später auch als Rechtsanwalt. Den Großteil seines Lebens verbrachte er jedoch in Weimar. Auch Anne Frank (* 12. Juni 1929, ✝ Februar 1945) wurde in Frankfurt geboren, floh jedoch schon im Alter von fünf Jahren mit ihrer Familie in die Niederlande, um der nationalsozialistischen Verfolgung zu entkommen.

Weitere wichtige Frankfurter Persönlichkeiten sind:

  • Arthur Schopenhauer (* 22. Februar 1788, ✝ 21. September 1860): Philosoph der Neuzeit
  • Marcel Reich-Ranicki (* 2. Juni 1920, ✝ 18. September 2013): Publizist und Literaturkritiker
  • Birgit Prinz: Eine der erfolgreichsten deutschen Fußballspielerinnen
  • Hans Zimmer: Filmkomponist in Hollywood, Oscar- und mehrfacher Grammy-Gewinner
  • Peter Kloeppel: Journalist und zeitweilig Chefredakteur beim Fernsehsender RTL
  • Charlotte Link: Erfolgreiche Autorin der Gegenwart

Frankfurter Wissenschaftler: Kluge Köpfe aus der Stadt am Main

Zu den wichtigsten in Frankfurt geborenen Wissenschaftlern zählt Otto Emil Hahn (* 8. März 1879, ✝ 28. Juli 1968). Er wuchs am Main auf, reiste für seine Studien später aber um die ganze Welt. In Berlin entdeckte er Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche unterschiedliche Isotope, das Element Protactinium und die Eigenschaften der Kernchemie. Für die Entdeckung und den Nachweis der Kernspaltung bei den Elementen Uran und Thorium erhielt er 1944 den Nobelpreis für Chemie.

Bis heute verfolgen lässt sich das Wirken des Frankfurters Johann Christian von Senckenberg (* 28. Februar 1707, ✝ 15. November 1772). Der Anfang des 18. Jahrhunderts geborene Arzt und Naturforscher gründete die Dr. Senckenbergische Stiftung und legte den Grundstein für das heutige Frankfurter Bürgerhospital. Ebenfalls nach ihm benannt sind die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sowie deren Forschungsinstitut, die Frankfurter Universitätsbibliothek und das Naturkundemuseum in Frankfurt.

Ein weiterer wichtiger in Frankfurt geborener Naturwissenschaftler war Carl Remigius Fresenius (* 28. Dezember 1818, ✝ 3. Mai 1897). Nach seinem Studium gründete er in Wiesbaden das Chemische Laboratorium Fresenius, den Vorläufer des heutigen Instituts Fresenius.

Frankfurts hervorragende Verkehrsanbindung: Flughafen, Hbf und Autobahn

Frankfurt am Main ist nicht nur wegen seiner zentralen Lage in Deutschland beliebt. Die Stadt ist auf zahlreichen Verkehrswegen gut zu erreichen und daher ideal als Standort für Firmen aller Art geeignet. Der Frankfurter Flughafen liegt etwas außerhalb der Stadt, ist aber per S-Bahn, mit dem Regional- oder Fernverkehr sowie dem Auto oder Bus gut zu erreichen. Anfahrtsrouten zeigt Google Maps an. Der Frankfurt Airport ist der größte deutsche Flughafen und wird seit Jahren zunehmend erweitert.

Der Frankfurter Hauptbahnhof gehört mit etwa 450.000 Passagieren täglich zu den verkehrsreichsten Personenbahnhöfen in Europa und ist ein wichtiger Knotenpunkt im deutschen ICE-Netz. Reisende haben von hier Anschluss an das S- und U-Bahn-Netz Frankfurts und der Umgebung. Für Mobilität mit dem Auto sorgen in Nord-Süd-Richtung die A5 und in Ost-West-Richtung die A3, die auch zum Flughafen führt. Mit der A661 und der A66 verfügt Frankfurt außerdem gleich über zwei durch die Stadt führende Autobahnen. Sie ermöglichen es Reisenden, schnell von einem Ende der Stadt zum anderen zu kommen, ohne dadurch den hektischen Innenstadtverkehr passieren zu müssen.

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