Zwischen Kohlebergbau und Stahl

Essen: Alle Informationen über die Stadt mitten im Ruhrpott

Essen: Autos fahren am frühen Morgen über die Autobahn 40.
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Essen: Moderne Großstadt mit hervorragender Verkehrsanbindung.

Das im Herzen von Nordrhein-Westfalen gelegene Essen schaut auf eine beeindruckende Industriegeschichte zurück, die bis heute spürbar ist.

  • Essen wurde im Zuge der Industrialisierung zu einer großen Wirtschaftskraft.
  • Nach Ende des Zweiten Weltkriegs verschob sich die Industrie mehr auf den Dienstleistungssektor.
  • Eine hervorragende Verkehrsanbindung macht die Stadt auch heute noch zu einem attraktiven Standort.

Essen – Als viertgrößte Stadt im Bundesland Nordrhein-Westfalen kommt der kreisfreien Stadt Essen besondere Bedeutung als wichtiger Wirtschafts- und Industriestandort zu. Inmitten des Ruhrgebiets gelegen, hat die Stadt direkten Anschluss an die Ruhr. Das Ruhrgebiet ist der dichteste Ballungsraum Deutschlands. Dementsprechend ist auch Essen mit einer hohen Einwohnerzahl gesegnet. Neben einer beachtenswerten Industrie und einer spannenden Geschichte kann die Stadt auch mit einer hohen Lebensqualität aufwarten.

Im Jahr 2010 wurde Essen zur Kulturhauptstadt Europas gekürt und 2017 erhielt sie den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“. Die Industriestadt teilt sich in neun verschiedene Stadtbezirke auf und fällt unter den Regierungsbezirk Düsseldorf.

Essen: Gründung des Stifts und Stadtwerdung

Die Geschichte der Stadt Essen begann bereits im Jahr 845 mit der Gründung des Stifts Essen. Als Damenstift für den Hochadel hatte dieser Stift über viele Jahrhunderte Bestand. Auch entstanden auf dem heutigen Stadtgebiet nach und nach immer mehr Klöster und landwirtschaftliche Betriebe, was die Besiedlung des Landes immer mehr vorantrieb.

Eine erste urkundlich belegte Erwähnung der Stadt stammt aus dem Jahre 1244. In diesem Jahr wurde gemeinsam von Stiftmitgliedern und Ansässigen eine Stadtmauer errichtet. Offiziell verlieh Kaiser Karl IV. im Jahr 1337 den Titel „freie Reichsstadt“ an Essen. Aus dem 14. Jahrhundert stammen ebenso erste Nachweise über Bergbau in der Region.

Essen: Die Industrialisierung

Mit Einsetzen der Industrialisierung im noch jungen 19. Jahrhundert konnte Essen einen wirtschaftlichen Aufschwung erleben. Besonders die 1811 gegründete Krupp-Gussstahlfabrik konnte einen großen Teil der Bevölkerung ernähren und zog immer mehr Arbeiter in die Stadt. Mit weiter wirtschaftlicher Entwicklung der Stadt entstanden im weiteren Verlauf des Jahrhunderts eine große Anzahl weiterer Betriebe. Auch bekam der Bergbau, insbesondere die Förderung der begehrten Kohle, eine ganz besondere Bedeutung für den Wohlstand der sich rasch weiterentwickelnden Industriestadt. Durch diesen ermöglicht erstanden auch in der Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals große kulturelle Einrichtungen, wie beispielsweise Theater und Opernhäuser.

Essen: Erster und Zweiter Weltkrieg

Die Industriestadt Essen spielte bereits im Ersten Weltkrieg eine entscheidende Rolle für die Geschichte. Ganz Deutschland war aufgrund des Krieges von einem großen Materialhunger befallen. Für die Rüstungsindustrie war besonders die Versorgung mit Eisen und Kriegsmaschinerie von höchster Bedeutung. Die Krupp-Werke standen in den Kriegsjahren niemals still und produzierten bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Mit Voranschreiten des Kriegs wurden allerdings die Bedingungen der Arbeiter zunehmend schlechter, weshalb es ab dem Jahr 1917 regelmäßige Aufstände innerhalb der Bevölkerung gab.

Blieb Essen im Ersten Weltkrieg noch von Zerstörung verschont, hatte man dieses Glück im Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Die Stadt war durch die vorhandene Rüstungsindustrie ab 1943 regelmäßiges Ziel für Luftangriffe der Alliierten. Bis zum Kriegsende 1945 fanden regelmäßige Flächenbombardements statt, welche große Teile der Stadt und der Industrie zerstörten.

Essen: Entwicklung der Einwohnerzahl

Mit 582.780 Einwohnern im Dezember 2019 ist Essen die zehntgrößte Stadt Deutschlands. Die Einwohnerzahl stieg bereits im Jahr 1896 erstmalig über 100.000. Damit zählt die Stadt bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts zu Deutschlands Großstädten. Durch die stetige Entwicklung der Industrie und des Bergbaus wuchs die Einwohnerzahl im 20. Jahrhundert rasant an. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges stieg die Zahl der Bürger bis auch circa 667.000. Durch die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg fiel die Zahl im Jahr 1945 auf 285.000 zurück. Ein schneller Wiederaufbau zog aber rasch wieder Menschen nach Essen. So erreichte die neuerrichtete Stadt im Jahr 1962 ihren bisherigen Bevölkerungshöchststand mit etwa 750.00 Einwohnern.

Bis ins neue Jahrtausend hinein gab es dann einen kleinen kontinuierlichen Abwärtstrend der Bevölkerung. Seit 2012 verzeichnet die Stadt wieder einen Bevölkerungszuwachs, was auch für die nächsten Jahrzehnte vorausgesagt wird.

Essen: Das Ende der Stahlindustrie

Über viele Jahrhunderte bildete die Stahl- und Kohleindustrie den Großteil der Wirtschaft in Essen. Besonders durch die Rüstungsindustrie während der beiden Weltkriege gab es Arbeit und Aufschwung in der Stadt. Mit der Zerstörung der Industriestadt gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde diese Industrie aber beendet. Ein Wiederaufbau der alten Anlagen war nicht geplant. Eher kam es zur Demontage von übrig gebliebenen Anlagen. Auch die Förderung von Bodenschätzen wurde eingestellt. Die Industrie der Stadt entwickelte sich klar weg von der Grundstoffindustrie hin zur weiterverarbeitenden Industrie.

Essen: Energieversorger und Großunternehmen

Heute sind es vor allem Unternehmen der Energieversorgung, die das wirtschaftliche Bild der Stadt Essen prägen. Die RWE AG und E.ON SE haben beide ihre Zentrale in Essen. Beide Unternehmen sind ebenfalls im DAX-30 gelistet. Weitere Unternehmen der Branche sind beispielsweise die Hochtief-AG, die thyssenkrupp AG und die Brenntag-AG. Alle haben ihren Firmensitz in Essen. Die Entwicklung hin zur Dienstleistungsindustrie lässt sich auch gut am Beispiel der Bankenentwicklung festmachen. In den letzten Jahrzehnten fassten eine große Reihe von Kreditinstituten in der Stadt Fuß. Besonders die Filiale der Deutschen Bundesbank im Süden der Stadt und deren Tochtergesellschaft PCC Services GmbH gehören mit zu den größten Arbeitgebern im heutigen Essen.

Essen: Berühmte Einwohner der Stadt

Über die lange Geschichte der Stadt hinweg, hat es eine Vielzahl von Bürgern gegeben, die sich im nationalen und internationalen Kontext einen Namen machen konnten. Nachfolgend eine Übersicht über eine Auswahl der berühmten Einwohner der Stadt Essen:

  • Oliver Bierhoff – deutscher Fußballspieler und Nationalspieler
  • Ingo Appelt – deutscher Komiker und Schauspieler
  • Otto Rehhagel – Fußballtrainer in der deutschen Bundesliga
  • Heinz Rühmann (verstorben 1994 im Alter von 92 Jahren) – berühmter Schauspieler des 20. Jahrhunderts
  • Alfred Krupp (75, †1887) – bedeutender Industrieller
  • Frank Baier – Künstler, Maler, Liedermacher und Autor

Essen: Anbindung ans Straßennetz

Die Stadt Essen hat Anschluss an vier verschiedene Bundesautobahnen. Das sind die A40, die A42, die A44 und die A52. Die Autobahn A40 trägt auch den Beinamen „Ruhrschnellweg“. Zwei Kilometer nördlich der Stadtgrenze befindet sich auch eine Verkehrsanbindung an die A2. Weiterhin besitzt die Stadt Anschluss an drei weitere Bundesstraßen.

Seit 2012 ist im Ruhrgebiet eine zusammenhängende Umweltzone eingerichtet. Diese erstreckt sich von Dortmund bis Duisburg und umfasst eine Gesamtfläche von circa 850 Quadratkilometern, was auch das Stadtgebiet Essen miteinschließt. Die Bundesautobahnen sind von dieser Umweltzone allerdings ausgenommen.

Essen: Weitere Verkehrsanbindungen

Essen verfügt neben dem Straßennetz über eine umfassende weitere Anbindung an das deutsche Verkehrs- und Transportsystem. Südlich der Stadt befindet sich der Flughafen Düsseldorf, der leicht über die A52 zu erreichen ist. Im Jahr 2010 wurde auch der Hauptbahnhof der Stadt renoviert, der über Anschluss an ICE-Fernverbindungen und Regionalverbindungen verfügt. Die Entwicklung der öffentlichen Verkehrsmittel wurde auch stets weiter vorangetrieben. Mit über achtzig Omnibuslinien und diversen Straßenbahn- und U-Bahn-Verbindungen ist die Stadt für Anwohner leicht zu erschließen.

Auch sind mittlerweile über 200 Kilometer an Fahrradwegen durch die Stadt ausgebaut worden. Ebenfalls verfügt Essen über einen Hafen an der Ruhr. Hier ist Schiffsverkehr bis zu einem maximalen Tiefgang von 1,70 Meter zulässig. Dies wird aber größtenteils von Passagierschiffen zu Erholungszwecken genutzt. Generell verfügt die Stadt aber über eine sehr gute Verkehrsanbindung.

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