Der Wandel einer Industriemetropole

Dortmund: Alle Informationen über die Stadt

Dortmund: Ausflügler sitzen unter wolkenlosen Himmel auf dem Plateau der Halde am Phoenix See
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Ausflügler sitzen auf dem Plateau der Halde am Phoenix See in Dortmund.

Dortmund ist weit mehr als eine Fußballmetropole. Die Stadt hat sich von einer Industriestadt zu einem dynamischen Dienstleistungsstandort transformiert.

  • Mit knapp 600.000 Einwohnern ist Dortmund die neuntgrößte Stadt Deutschlands.
  • Das Stadtbild ist vor allem durch die großen Werksgelände der Schwerindustrie geprägt.
  • Dortmund ist ein wichtiger Knotenpunkt im deutschen Autobahn- und Schienennetz.

Dortmund ist nicht nur in Sachen Fußball eine der interessantesten und dynamischsten Städte Deutschlands. Mit rund 590.000 Einwohnern ist Dortmund die neuntgrößte Stadt Deutschlands. Die Stadt am Rande des Ruhrgebiets kann auf eine lange und wechselhafte Geschichte zurückblicken. Aufgrund der starken Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg hat Dortmund heute ein modernes Erscheinungsbild. Das Stadtbild prägen die großen Berg- und Stahlwerke, die seit Ende des 19. Jahrhunderts entstanden.

Nach dem Ende der Schwerindustrie durchlief Dortmund eine sehr starke Transformation von einem Industrie- zu einem Dienstleistungsstandort. Heute ist die Stadt ein wichtiger Standort für Mikroelektronik und Logistik. Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage besitzt Dortmund eine exzellente Anbindung an das deutsche Autobahn- und Schienenverkehrsnetz. Nicht zuletzt ist die westfälische Metropole auch Geburtsort vieler deutschlandweit bekannter Persönlichkeiten.

Dortmund: Die ältere Geschichte

Archäologische Funde belegen, dass das heutige Dortmunder Stadtgebiet bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war. Erstmalig erwähnt wurde Dortmund jedoch erst im Jahre 882 als „Throtmanni“. Im Jahre 990 taucht zum ersten Mal das Marktrecht Dortmunds in einem Dokument auf. 1152 fand unter König Friedrich Barbarossa in Dortmund ein Hoftag statt, in dessen Folge sich vermehrt Händler und Handwerker um die Königspfalz ansiedelten und zur allmählichen Stadtwerdung Dortmunds beitrugen.

Bereits im Jahre 1200 war Dortmund mit Stadtmauern befestigt und erreichte die heutige Ausdehnung der Stadtmitte. 1232 wurde die Stadt bei einem Brand fast vollständig zerstört. Die beim Brand verloren gegangenen Privilegien Dortmunds wurden vier Jahre später von Friedrich II. erneuert und die Stadt erstmals als Reichsstadt bezeichnet.

1293 wurde Dortmund das Braurecht verliehen und es begann eine fulminante Entwicklung der Brauindustrie in der Stadt. Im 13. und 14. Jahrhundert erstarkte auch das Bürgertum der Stadt, das über exzellente Handelsbeziehungen in ganz Europa verfügte.

Dortmund: Die jüngere Geschichte

Ab dem 15. Jahrhundert begann der langsame wirtschaftliche Niedergang der Stadt, der durch den Dreißigjährigen Krieg verstärkt wurde. 1803 verlor Dortmund seinen Status als Freie Reichsstadt und wurde als Exklave dem Fürstentum Oranien-Nassau zugeschlagen. Nach dem Einmarsch der französischen Truppen unter Napoleon wurde die Stadt Sitz der Präfektur des Ruhr-Départements. Nach dem Sieg Preußens über Napoleon fiel Dortmund 1815 schließlich an die preußische Provinz Westfalen.

Erst die Industrialisierung stoppte den jahrhundertelangen Niedergang der Stadt. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wandelte sich Dortmund im Zuge der Kohleförderung und der Stahlverarbeitung zu einer Industriestadt. 1847 wurde die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen und Ende des 19. Jahrhunderts leistete die Eröffnung des Dortmund-Ems-Kanals einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Dortmund zum Ziel starker Bombardements, bei denen mehr als 90 Prozent der Stadt zerstört wurden. Im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Städten entschied sich Dortmund weitgehend für einen modernen Neubau der Stadt und gegen den Wiederaufbau historischer Gebäude.

Dortmund: Bevölkerungsentwicklung

Um das Jahr 1300, während der Blütezeit der Hanse, galt Dortmund als eine der größten Städte auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik. Historiker gehen davon aus, dass damals rund 10.000 Menschen in der Stadt lebten. Im Laufe der Jahrhunderte sank die Einwohnerzahl durch Kriege und Krankheiten jedoch auf unter 5.000.

Erst Ende des 19. Jahrhunderts stieg die Einwohnerzahl Dortmunds im Zuge der Industrialisierung wieder an. 1895 überschritt die Stadt die 100.000-Einwohnermarke und wurde dadurch zur Großstadt. Nach Eingemeindungen lebten in den 1930er-Jahren über eine halbe Million Menschen in Dortmund.

Während des Zweiten Weltkriegs sank die Einwohnerzahl der Stadt durch Todesopfer und Evakuierungen auf 340.000. Nach dem Ende des Krieges stieg die Bevölkerungszahl jedoch durch Rückkehrer und Flüchtlinge wieder rapide an. 1965 erreichte die Dortmund mit 658.000 Einwohnern ihren bisherigen Rekordstand. Seitdem sank die Einwohnerzahl der westfälischen Metropole auf aktuell 587.000.

Dortmund: Stadtentwicklung

In Bezug auf seine Entwicklung in den drei letzten Jahrzehnten gehört Dortmund zu den interessantes Städten Deutschlands. Das Ende des Kohlebergbaus und der massive Niedergang der Stahlindustrie hatte zur Folge, dass ab den 1990er-Jahren große Flächen des Stadtgebiets brach lagen. Diese großen ehemaligen Industrieareale boten und bieten der Stadt große Potenziale in Sachen Stadtentwicklung.

Eines der interessantesten städtebaulichen Entwicklungsprojekte der letzten Jahre war die Transformation des ehemaligen Stahlwerks Phoenix-Ost nach seinem Abriss zu einem Wohn- und Naherholungsgebiet mit einem großen See (der Phoenix-See). Ein ebenso interessantes Transformationsprojekt ist der Standort Phoenix-West, wo das ehemalige Stahlwerk in ein Zukunftsareal für Mikrosystemtechnik gewandelt wurde. Inzwischen siedelten sich dort über 20 Unternehmen aus der Branche an.

Weitere Flächen für die zukünftige Stadtentwicklung bietet der Standort Westfalenhütte im Nordosten der Stadt. Auf einem Teil der Fläche von circa 15 Quadratkilometer befindet sich noch ein Walzwerk. Das restliche Gelände wird inzwischen zunehmend von Logistikunternehmen genutzt.

Dortmund: Industrie

Kaum eine andere Stadt Deutschlands durchlief in den vergangenen Jahrzehnten einen derart massiven wirtschaftlichen Strukturwandel wie Dortmund. Dabei entwickelte sich die ehemalige Hochburg der Kohle- und Stahlindustrie zu einem Zentrum moderner Dienstleistungs- und High-Tech-Unternehmen. Mitte des 20. Jahrhunderts waren auf dem Dortmunder Stadtgebiet noch 15 Kohlbergwerke in Betrieb, von denen das letzte 1987 seinen Betrieb einstellte.

Neben der Schwerindustrie hat auch der Maschinen- und Anlagenbau eine lange Tradition in Dortmund. Wichtige Unternehmen der Branche sind der Chemieanlagenbauer ThyssenKrupp Uhde, KHS, ein Hersteller von Verpackungs- und Getränkeabfüllmaschinen, und der Wälzlagerhersteller Rothe Erde.

Die lange Bierbrautradition Dortmunds wird heute noch von der Dortmunder Actien-Brauerei GmbH (DAB) verkörpert. Mit der Signal Iduna Gruppe hat auch einer der größten deutschen Allfinanz-Konzerne seinen Sitz in Dortmund. Ebenso hat das internationale IT-Beratungsunternehmen Adesso seine Zentrale in Dortmund. Zudem hat sich die Stadt in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Standort für Logistik und Mikroelektronik entwickelt.

Dortmund: Berühmte Einwohner

Als Heimatstadt von Borussia Dortmund, einem der bedeutendsten Fußballvereine Deutschlands, zählen vor allem Fußballer zu den berühmtesten Söhnen der Stadt. An erster Stelle ist Marco Reus zu nennen, der 1989 in Dortmund geboren wurde und seit 2012 für die Borussia auf dem Platz steht. Auch der langjährige Borussia-Spieler Kevin Großkreutz ist ein gebürtiger Dortmunder. Er kam hier 1988 zur Welt. Und auch Lars Ricken, einer der erfolgreichsten Spieler von Borussia Dortmund, ist ein waschechter Dortmunder. Er wurde 1976 in der westfälischen Metropole geboren.

Dortmund ist auch die Geburtsstadt von zwei bekannten deutschen Schauspielern: Dietmar Bär und Dieter Pfaff (66, † 2013). Der 1961 geborene Bär ist vor allem als Tatort-Kommissar bekannt. Dieter Pfaff erlangte als Charakterdarsteller in Fernsehserien wie „Der Fahnder“, „Sperling“, „Bloch“ und „Der Dicke“ große Bekanntheit.

Und auch der Namensgeber eines der bekanntesten deutschen Nachschlagewerke wurde in Dortmund geboren: Friedrich Arnold Brockhaus (51, † 1823). Der Begründer des Standardlexikons kam hier 1772 zur Welt.

Dortmund: Verkehrsanbindung

Dortmund ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im Westen Deutschlands. Die Stadt ist vor allem als Knotenpunkt des deutschen Autobahnnetzes bekannt. Dortmund verzeichnet folgende Autobahnanbindungen:

  • A1: Nach Münster, Bremen und Hamburg im Norden sowie Köln im Süden
  • A2: Nach Bielefeld, Hannover und Berlin im Osten sowie Gelsenkirchen und Oberhausen im Westen
  • A40: Nach Bochum, Essen, Duisburg und Venlo im Westen
  • A44: Nach Kassel im Osten und Bochum im Westen
  • A45: Nach Siegen, Gießen und Aschaffenburg im Süden sowie Castrop-Rauxel im Norden

Mit über 40 Millionen Fahrgästen jährlich zählt der Dortmunder Hauptbahnhof zu den wichtigsten Eisenbahnverbindungen im deutschen Personenverkehr. Von Dortmund aus verkehren Züge in fast alle deutschen Großstädte. Die Verbindungen können über Google Maps eingesehen werden.

Dortmund verfügt auch über einen Verkehrsflughafen, der mit knapp drei Millionen Passagieren pro Jahr jedoch zu den kleineren Flughäfen Deutschlands zählt. Flugverbindungen bestehen im Wesentlichen zu Urlaubszielen in Südeuropa sowie Osteuropa.

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