Ein Job im Buckingham Palace

„Erst Kunst, dann Klo“: Haushälterin von Queen Elizabeth packt aus

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„Erst Kunst, dann Klo“: Haushälterin von Queen Elizabeth packt aus

Ein Job bei der Queen? Weniger glamourös, als viele vielleicht denken. Eine ehemalige Haushälterin der Royals verrät jetzt, wie es wirklich ist im Buckingham Palace zu arbeiten.

London - Im Buckingham Palace zu arbeiten klingt für viele nach einem Traumjob. Allerdings sieht die Realität anders aus, als manche vielleicht vermuten würden. Sachbuch-Autorin Alicia Healey hat ihren Job für die Royals mittlerweile an den Nagel gehängt. Die Schriftstellerin war vier Jahre lang im Buckingham Palace angestellt und beschrieb die Zeit nun im britischen „Telegraph”. Nach ihrem Studium in Kunstgeschichte bewarb sich Alicia bei mehreren Sommerjobs, darunter auch als Hospitality Assistent in Schloss Balmoral.

Die frisch gebackene Uni-Absolventin wurde weniger Wochen nach ihrer Bewerbung zu einem Vorstellungsgespräch mit der obersten Haushälterin des Buckingham Palastes eingeladen. Obwohl sich das Gespräch um einen Sommerjob drehen sollte, wurde Alicia gleich eine dauerhafte Stelle als Haushälterin angeboten.

„An meinem ersten Tag im Palast wurde ich durch die Staatsräume geführt. Als ich durch die Bildergalerie ging, war ich erstaunt, berühmte Gemälde von Van Dyck und Canaletto zu sehen, einen Constable hier, einen Reynolds dort“, beschreibt Healey ihren ersten Arbeitstag. Für die Kunststudentin war das ein Traum, jeden Tag umgeben von so vielen unbezahlbaren Kunstwerken zu arbeiten. 

Die bittere Realität: Arbeitsbeginn um 6.30 Uhr!

Obwohl der Job erst verlockend schien, setzte schnell die Realität ein. Ihr Arbeitstag im Buckingham Palace begann jeden Tag um 6.30 Uhr, ein Albtraum für die Autorin. Ihre Aufgabe war zudem nicht nur das Putzen der teuren Kunst, sondern auch das abstauben von teuren Skulpturen und sogar der königlichen Toilette.

Ein akademischer Hintergrund ist für die Mitarbeiter der Royals nicht unüblich, denn viele andere Haushälter hatten ebenfalls einen Uni-Abschluss. Es habe viele „überqualifizierte Diener“ gegeben, die den Job aus Prestige gemacht haben. Wenn die Queen in ihre Residenzen nach Windsor, Sandringham oder Balmoral reiste, war die Autorin mit dabei. Das mag spannend klingen, doch Healey hatte das Gefühl, ihre Aufgaben hätten „sich seit der Zeit von Königin Victoria kaum verändert. Ich fühlte mich ein bisschen wie ein Zeitreisender“, verriet die Autorin.

Ein besonderer Moment ist ihr jedoch in Erinnerung geblieben, denn auf dem Ghillies-Ball im Balmoral Castle hatte Healey die Gelegenheit, einen Walzer mit dem kürzlich verstorbenen Prinz Philip zu tanzen. “...eine Erinnerung, die heute noch sehr lebendig ist.“, schreibt Alicia. Mit einem Job für die Queen im Lebenslauf verließ Healey dann den Palast und arbeitete für andere „hochkarätige Familien als reisendes Hausmädchen, Personal Assistant und Stylistin“.

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