Südlichster Seehafen Deutschlands

Bremen: Wissenswerte Informationen über die Stadt im Überblick

Die Bremer Stadtmusikanten in Bremen.
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Bremen ist berühmt für seine „Bremer Stadtmusikanten“.

Als kleinster der drei Stadtstaaten in Deutschland gerät Bremen gerne in Vergessenheit – dazu gibt es aber gar keinen Grund, denn die Stadt hat viel zu bieten.

  • Erste archäologische Funde in Bremen gehen bis in die Steinzeit zurück.
  • Zu Zeiten der Industrialisierung gewann die Stadt zunehmend an Bedeutung.
  • Heute ist Bremen nicht nur Umschlagplatz, sondern auch ein wichtiger Industriestandort.

Bremen ist der kleinste der drei deutschen Stadtstaaten. Zusammen mit Bremerhaven bildet die Stadt ein eigenes Bundesland in Niedersachsen. Dank ihrer Lage an der Weser hat die Stadt Bremen einen guten Zugang zur Nordsee und damit zu den Weltmeeren. Als Hansestadt und lokales Handelszentrum konnte sie daher bereits früh an Bedeutung und Reichtum gewinnen, was sich bis heute fortsetzt.

Bremen: Die Geschichte der Handelsstadt

Die ältesten archäologischen Funde im Bremer Stadtgebiet gehen bis in die Alt- und Mittelsteinzeit zurück. Die ersten festen Besiedlungen lagen auf der Bremer Düne nördlich der Weser und südlich der Wümme. Als hochwassergeschützter Ort bot sie Siedlern einerseits Sicherheit, aber auch Zugang zum nahe gelegenen Fluss sowie einer Fuhrt. Der heutige Stadtname leitete sich wahrscheinlich vom altsächsischen „Bremo“ ab, was so viel wie „Rand oder „Umfassung“ bedeutet und daher die Lage der Stadt am Fluss beschreibt.

Erstmals urkundliche Erwähnung fand Bremen 838. Die Bedeutung der Stadt begann zu wachsen, als sie um 900 zum Erzbistum ernannt wurde und 1260 der Hanse beitrat. Als freie Reichsstadt gelangte Bremen in der Hanse zunehmend zu Reichtum und wuchs beständig, während der Einfluss der Kirche in der Stadt sank.

Bremen: Stadtentwicklung in der Neuzeit

1783 starteten Bremer Kaufleute erstmals direkte Handelsbeziehungen mit den USA. Diese Entwicklung setzte sich im 19. Jahrhundert fort, als die Stadt wesentlich dazu beitrug, den deutschen Überseehandel voranzutreiben. Das gestaltete sich aufgrund der Gegebenheiten vor Ort allerdings als schwierig, sodass die Stadt mit dem Bau von Bremerhaven begann, um dort mit direkter Meeranbindung flexibler und leistungsfähiger zu werden. Der Plan ging auf und Bremen konnte seine herausragende Stellung als Produktions- und vor allem Umschlagsplatz im Zeitalter der Industrialisierung behaupten.

Der Zweite Weltkrieg traf Bremen schwer: Fast zwei Drittel aller Gebäude der Stadt wurden zerstört oder zumindest beschädigt. Obwohl Bremen in der britischen Besatzungszone lag, wurde es schon bald von US-Streitkräften besetzt, weil diese den Zugang zum Hafen sichern wollten. Später wurde es dann ein eigenständiges Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Im Rahmen des deutschen Wirtschaftswunders erlebte auch Bremen einen Aufschwung, wurde – was den Seehandel angeht – aber zunehmend vom größeren Hamburg überflügelt.

Bremen: Einwohnerzahlen und Bevölkerungsentwicklung

Das ganze Mittelalter hindurch schwankte die Einwohnerzahl Bremens stark. Zwar zog die Stadt Menschen an, durch Kriege, Seuchen und Hungersnöte sanken die Bevölkerungszahlen aber auch immer wieder. Das änderte sich erst mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Rasch erreichte Bremen 1875 100.000 Einwohner und wurde damit erstmals zur Großstadt. Auch in den folgenden Jahrzehnten hielt das Bevölkerungswachstum stetig an, nur unterbrochen durch Verluste in den beiden Weltkriegen.

Ihren vorläufigen Einwohnerrekord hatte die Stadt Bremen 1969 mit 607.000 Bewohnern. In den folgenden Jahren sank die Einwohnerzahl wieder leicht und bewegt sich seitdem rund um die 550.000. Gerade in den letzten Jahren konnte in Bremen allerdings wieder ein leichtes Bevölkerungswachstum gemessen werden. Mit knapp 570.000 Einwohnern handelt es sich – Stand 2018 – um die zehntgrößte Stadt Deutschlands.

Bremen: Nach wie vor wichtiger Außenhandelsposten

Die Schifffahrt gehört in Bremen nach wie vor zu den wichtigsten Arbeitgebern und Wirtschaftsfaktoren. Zusammen bilden die sogenannten Bremischen Häfen in Bremen und Bremerhaven den zweitgrößten deutschen Universalhafen, direkt nach Hamburg. Das Geschehen der Bremischen Häfen verlagert sich aber zunehmend von Bremen nach Bremerhaven, weil dort größere Schiffe mit mehr Tiefgang anlegen können. In Bremen selbst werden hauptsächlich eher hochpreisige Waren umgeschlagen. Der gewichtsmäßige Anteil am Gesamtumschlag liegt dabei bei etwa einem Sechstel. Wichtigste Handelspartner von Bremen sind neben einigen EU-Staaten auch die USA, China, Russland, Kanada, die Vereinigten Arabischen Emirate, Hongkong, Indien und Singapur.

Am Standort Bremen wickeln die Bremischen Häfen den Großteil ihrer Binnenschifffahrt ab. Jährlich werden hier 13 Millionen Tonnen Seegüter verschifft, die anschließend über die Weser ins Innere Deutschlands gelangen. Damit stellt die Stadt Bremen ein wichtiges Bindeglied zwischen Innen- und Außenhandel dar. Das äußert sich auch in Form zahlreicher Logistik- und Speditionsunternehmen, die in Bremen ansässig sind und Güter in alle Welt transportieren.

Bremen: Bedeutender und vielseitiger Industriestandort

Auch abseits der Schifffahrt ist Bremen ein wichtiger Standort für die deutsche Industrie. Nach Hamburg, Wolfsburg, München und Köln ist Bremen der fünfgrößte Industriestandort Deutschlands – auch wenn die Beschäftigtenzahlen in diesem Bereich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurückgingen. So spielt beispielsweise der Schiffbau mittlerweile kaum mehr eine Rolle. In Bremen werden höchstens noch Reparaturarbeiten durchgeführt. Bedeutende Unternehmen mit Fertigungsstandorten oder Hauptsitz in Bremen sind beispielsweise:

  • Mercedes-Benz Cars/Daimler AG
  • Großbrauerei Beck’s
  • Vitakraft pet care GmbH
  • Mondelēz Bremen
  • Kellogg Deutschland GmbH
  • Nordmilch GmbH
  • Melitta Kaffee Europa

Große Zuwächse konnten in den letzten Jahren vor allem die Raum- und Luftfahrtbranche sowie die Energiebranche in Bremen verzeichnen. Dazu gehören einerseits die Airbus-Werke in Bremen, andererseits aber auch die Produktion von Windanlagen für Offshore-Windparks an der deutschen Nord- und Ostseeküste. Diese Entwicklung spiegelt sich in der Ansiedlung des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik und dem Angebot windenergiespezifischer Studiengänge an der Hochschule in Bremen wider. Wo genau sich die Hochschule befindet, verrät Google Maps.

Bremen: Berühmte Einwohner, Söhne und Töchter der Stadt

Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten der modernen Fernseh- und Musikkultur stammen aus Bremen. Dazu gehören unter anderem:

  • Jan Böhmermann: Moderator, Komiker und Satiriker
  • Johannes Strate: Sänger und Gründungsmitglied der Band „Revolverheld“
  • Bärbel Schäfer: Fernsehmoderatorin und -produzentin
  • Sven Regener: Schriftsteller und Musiker
  • Piet Klocke: Kabarettist und Musiker
  • Barbara Sukowa: Schauspielerin
  • James Last (* 17. April 1929, † 9. Juni 2015): Bandleader und Komponist

Mit dem ehemaligen Umweltminister Jürgen Trittin stammt auch ein bekannter und bedeutender Politiker aus Bremen. Der Verleger Ernst Rowohlt (* 23. Juni 1887, † 1. Dezember 1960), der den gleichnamigen Verlag gründete, und Ludwig Quidde (* 23. März 1858, † 4. März 1941), Träger des Friedensnobelpreises 1927, wurden ebenfalls in Bremen geboren. Der weltweit bekannteste Bremer dürfte aber die Romanfigur Robinson Crusoe sein. Autor Daniel Defoe (* 1660, † 24. April 1731) schreibt in seinem fiktiven Reisebericht nämlich, dass Crusoes Vater ursprünglich aus Bremen stammt.

Bremen: Mit dem Schiff oder Flugzeit in alle Welt

Während von Bremen aus Fracht- und Containerschiffe in alle Welt starten, spielt der Hafen für die Personenschifffahrt eine eher untergeordnete Rolle. Große Passagier- und Kreuzfahrtschiffe legen vor allem im näher am offenen Meer gelegenen Bremerhaven an. In Bremen selbst finden vor allem zu touristischen Zwecken Hafenrundfahrten sowie Schifffahrten auf der Weser, der Hunte, der Aller und der Hamme statt. Außerdem gibt es mehrere Fähren, die neben den drei großen Weserbrücken im Stadtzentrum die Stadtteile zu beiden Seiten des Flusses verbinden.

Weitaus bedeutender für die Mobilität der Bremer ist der internationale Flughafen im Süden der Stadt. Von hier aus werden vor allem europäische Ziele angesteuert. Bedeutend ist der Airport einerseits für Reisen nach Südeuropa. Andererseits bedient er durch regelmäßige Verbindungen nach München, Frankfurt am Main, London und Amsterdam auch Geschäftsreisende.

Bremen: Verkehrsanbindung und Infrastruktur im Stadtstaat

Der Bremer Hauptbahnhof stellt einen wichtigen Fernverkehrsknoten im Norden Deutschlands dar. Er ist unter anderem Endpunkt der Route Bremen-München und Fernverkehrshalt auf den Linien Hamburg-Köln und Oldenburg-Leipzig. Neben zahlreichen Regionalverbindungen in die umliegenden Städte bietet der Bremer Personennahverkehr acht Straßenbahn- und mehr als 40 unterschiedliche Buslinien.

Südlich von Bremen verläuft die A1 und sorgt für eine gute Anbindung ans deutsche Autobahnnetz. Ergänzt wird sie dabei von der A27 in Nord-Süd-Richtung, die auch das nördliche Bremen durchquert und dort die A270 kreuzt. Im Süden der Stadt sorgt die A281 als Stadtautobahn für Flexibilität und eine gute Verkehrsanbindung. Ebenfalls etwas südlich von Bremen startet die A28. Diese bietet eine schnelle Verbindung zum westlich gelegenen Oldenburg.

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