Die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn

Bonn: Wissenswerte Informationen über die Stadt im Überblick

Die Stadt Bonn aus dem Rathaus gesehen.
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Die Stadt Bonn ist ein international erfolgreicher Wirtschaftsstandort.

Bonn wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem als Hauptstadt Westdeutschlands bekannt – dabei hat die Stadt noch so viel mehr zu bieten.

  • Zu Zeiten der Römer befand sich in Bonn das Lager Vicus bonnensis.
  • Von 1949 bis 1999 war Bonn 50 Jahre lang Regierungssitz des Landes.
  • Heute ist die Stadt ein international erfolgreicher Wirtschaftsstandort.

Bonn – Die Stadt hat im Laufe ihrer tausendjährigen Geschichte mehr als nur einen großen Umbruch erlebt. Trotzdem erfindet sich Bonn immer wieder neu und passt sich Veränderungen immer wieder erfolgreich an – auch deshalb ist die Stadt am Rhein heute so erfolgreich und erfreut sich eines ständigen Wachstums in allen Bereichen.

Bonn: Bedeutende Stadt mit langer Geschichte

Bonn gehört mit einem Alter von über 2.000 Jahren zu den ältesten Städten Deutschlands. Bereits zu Zeiten des Römischen Reiches befand sich im heutigen Stadtgebiet ein befestigtes Lager. Archäologische Funde weisen jedoch darauf hin, dass die Gegend schon wesentlich früher besiedelt war. So fanden Forscher Befestigungsanlagen, die wahrscheinlich aus der Zeit 4.000 vor Christus stammen. Außerdem wurde bei Arbeiten in einem Steinbruch ein knapp 14.000 Jahre altes Grab gefunden. Es belegt eine Besiedlung der Region schon zu Zeiten der Jungsteinzeit.

Das Ende des Römischen Reiches traf auch Bonn, das in den folgenden Jahrhunderten verschiedenen Mächten schutzlos ausgeliefert war. Im Mittelalter erlangte die Stadt einerseits als geistliches Zentrum Villa Basilika rund um den Bonner Münster und andererseits als Residenz der Kölner Kurfürsten Bedeutung. Unter der Besetzung durch Napoleon Bonaparte (* 15. August 1769, ✝ 5. Mai 1821) litt die Stadt und büßte fast zwanzig Prozent ihrer Bevölkerung ein. Gleichzeitig schwächten umfassende Reformen die Bedeutung der Kirche.

Bonn in der Neuzeit und als deutsche Bundeshauptstadt

Im 19. Jahrhundert wurde die neu gegründete Universität im nun unter preußischer Herrschaft stehenden Bonn gegründet. Den Spitznamen „Prinzenuniversität“ verdiente sie sich, weil sowohl Kaiser Wilhelm II. (* 27. Januar 1859, ✝ 4. Juni 1941) als auch seine vier Söhne dort studierten. Gleichzeitig wurde Bonn durch die romantischen Dichtungen der Zeit ein beliebter Fremdenverkehrsort. Während die beiden Weltkriege an Bonn vergleichsweise spurlos vorbeigingen, bedeutete die Nachkriegszeit eine große Umstellung: Mit der Wahl von Bonn als Regierungssitz für die neue Bundesrepublik gewann die Stadt schlagartig an nationaler und internationaler Bedeutung.

Eine ebenso große Umstellung war der Wegzug wichtiger Ministerien, Behörden und diplomatischer Vertretungen nach der Wiedervereinigung 1990. Die damit einhergehenden strukturellen Veränderungen in Bonn dauern bis heute an. Anders als von vielen befürchtet, hinterließ der Wegfall des Regierungssitzes aber kein Loch in der Stadt. Stattdessen fanden sich viele große deutsche Unternehmen und internationale Organisationen mit Interesse an den nun leer stehenden Immobilien und anderweitig frei werdenden Ressourcen.

Bonn: Einwohnerzahl der Stadt früher und heute

Die turbulente Stadtgeschichte von Bonn spiegelt sich auch in der Bevölkerungsentwicklung der Stadt wider. Zu Zeiten des Römischen Reiches lebten im Lager Vicus bonnensis bereits bis zu 10.000 Menschen. Diese Zahlen gingen in den folgenden Jahrhunderten aber stark zurück und Bonn erlebte erst zu Zeiten der Kölner Kurfürsten die nächste ähnliche Blüte. Ein dauerhafter Bevölkerungszuwachs besteht jedoch erst seit Beginn der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts. Zum Jahrhundertwechsel war die Bevölkerungszahl auf 50.000 gestiegen, 1934 wurde Bonn durch das Durchbrechen der 100.000 Einwohnermarke offiziell zur Großstadt.

Den wichtigsten Bevölkerungszuwachs der Nachkriegszeit verdankt Bonn nicht seiner Ernennung zum Regierungssitz, sondern einer kommunalen Neugliederung im Jahr 1969. Durch diese stieg die Zahl der Bonner schlagartig von 160.000 auf 300.000 Menschen. Stand 2020 ist Bonn mit rund 330.000 Einwohnern die neuntgrößte Stadt Nordrhein-Westfalens und belegt Platz 18 in ganz Deutschland. Experten sagen auch für die nächsten Jahrzehnte ein Bevölkerungswachstum voraus. Ob sich dieses trotz fehlender freier Flächen im Stadtgebiet bewältigen lässt, steht jedoch noch in den Sternen.

Bonn: Entwicklung zum bedeutenden Industrie- und Wirtschaftsstandort

Die Stadt Bonn präsentiert sich als herausragender Wirtschaftsstandort. Unter den deutschen Städten belegt sie in Sachen Wirtschaftsleistung Platz zwölf und kann mit einem Bruttoinlandsprodukt von mehr als 71.000 Euro pro Kopf mit einem weit überdurchschnittlichen Wert aufwarten. Verantwortlich dafür ist vor allem die Dienstleistungsbranche als wichtigster Arbeitgeber der Region. Rund drei Viertel aller Beschäftigten in Bonn arbeiten in diesem Bereich. Zu den wichtigsten ansässigen Unternehmen gehören einerseits die privatisierten Staatsunternehmen Deutsche Telekom AG und die Deutsche Post mit ihren Töchtern DHL und Postbank.

Weitere national und global agierende Unternehmen mit wichtigen Standorten in Bonn sind:

  • Tank & Rast
  • Verpoorten und Kesko
  • Haribo
  • Weck Glaswerke
  • Fairtrade
  • Eaton Industries
  • IVG Immobilien
  • Vapiano

Nicht zuletzt ist Bonn auch nach dem Wegzug der Bundesregierung nach Berlin weiterhin ein wichtiger politischer Standort: Sechs Bundesministerien haben hier ihren Haupt- und die anderen acht zumindest einen Zweitsitz. Im Rahmen des Bonn/Berlin-Beschlusses zogen zahlreiche Bundesbehörden in die ehemalige Hauptstadt und auch viele Organisationen der Vereinten Nationen haben ihren deutschen Sitz nach wie vor in Bonn.

Bonn: Rheinromantik lockt immer mehr Touristen an

Erst Ende des 18. Jahrhunderts etablierte sich Bonn allmählich als beliebter Fremdenverkehrsort und Reiseziel. Im 20. Jahrhundert dominierten allerdings vor allem politische und geschäftliche Gäste das Tourismusgewerbe. Erst nach dem Wegzug der Bundesregierung rückte die malerische Lage am Rhein mit der Siegmündung und dem nahegelegenen Siebengebirge zunehmend in den Vordergrund.

Für steigende Besucherzahlen in Bonn sorgen aber auch der stetig wachsende Flughafen der Stadt und das moderne World Conference Center Bonn mit angeschlossenem Hotel, das im und rund um das ehemalige Bundeshaus im Regierungsviertel der Stadt entstand. Hier finden jedes Jahr zahlreiche Konferenzen der in Bonn ansässigen UN-Organisationen statt. Höhepunkt war dabei die Ausrichtung der Weltklimakonferenz 2017.

Bonn: Berühmte Einwohner, Söhne und Töchter der Stadt

Bonn hat im Laufe seiner Geschichte zahlreiche Persönlichkeiten von nationaler und internationaler Bedeutung hervorgebracht. Zu den weltweit wichtigsten und bekanntesten Söhnen der Stadt zählt sicherlich Ludwig van Beethoven (* Dezember 1770, ✝ 26. März 1827). Mit seinem Wirken in der Wiener Klassik zählt er zu den bedeutendsten und einflussreichsten Komponisten aller Zeit. Weitere bekannte Musiker und Komponisten, die in Bonn lebten oder immer noch leben, waren beziehungsweise sind:

  • Andrea Luca Lucchesi (* 23. Mai 1741, ✝ 21. März 1801), Organist und Komponist
  • Johanna Kinkel (* 8. Juli 1810, ✝ 15. November 1858), Komponistin und Schriftstellerin
  • Robert Schumann (* 8. Juni 1810, ✝ 29. Juli 1856), Komponist und Dirigent
  • Natalie Horler, Sängerin der Band „Cascada“

Mit Luigi Pirandello (* 28. Juni 1867, ✝ 10. Dezember 1936), Roger Willemsen (* 15. August 1955, ✝ 7. Februar 2016), Lars Brandt und Akif Pirinçci war beziehungsweise ist Bonn auch Ort des Schaffens bekannter und erfolgreicher Schriftsteller. Fernsehmoderator Johannes B. Kerner wurde ebenfalls in Bonn geboren und wuchs dort auf, bevor ihn seine Arbeit in die großen Städte der Bundesrepublik führte. Ferner aus Bonn stammen die Politiker Thomas de Maizière und Heide Simonis. Dank des Unternehmers Hans Riegel (* 3. April 1893, ✝ 31. März 1945) kommt Haribo ebenfalls aus Bonn – daher auch der Name: Hans Riegel Bonn.

Bonn: Ideale Verkehrsanbindung am Rhein

Mit ihrer Lage am Rhein ist die Stadt Bonn bereits seit Jahrhunderten eine wichtige Hauptverkehrsader. Auch heute werden im Binnenhafen der Stadt jährlich mehr als 800.000 Tonnen an Gütern ent- und verladen. Während der Warenverkehr im Norden Bonns im Stadtteil Graurheindorf abgewickelt wird, startet die Fahrgastschifffahrt weiter südlich in Nähe der Beethovenhalle. Die Freizeitschifffahrt nutzt ebenfalls separate Anleger, sodass sich die einzelnen Interessentengruppen nicht in die Quere kommen.

Während der Güterverkehr auf dem Wasser im Laufe der Zeit konstant geblieben ist, spielt der Schienengüterverkehr in Bonn mittlerweile keine Rolle mehr. Da die Stadt kaum noch produzierendes oder verarbeitendes Gewerbe beherbergt, existiert von ehemals zehn Güterbahnhöfen nur noch ein einziger. Der Bonner Hauptbahnhof auf der linken Rheinseite zählt zu den Fernverkehrshalten auf der Strecke Köln-Bonn-Koblenz und bietet Anbindung an drei ICE-Linien. Ergänzt wird dieses Angebot vom nahegelegenen Bahnhof Siegburg/Bonn an der Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main. Für regionale Mobilität auf der Schiene sorgen im Stadtgebiet Bonn insgesamt neun Bahnhöfe sowie ein Straßenbahnnetz mit sechs Linien.

Bonn und der Flughafen Köln/Bonn

Der Flughafen Köln/Bonn „Konrad Adenauer“ liegt etwa 12 Kilometer von Köln und 16 Kilometer von Bonn entfernt. Damit verhilft er beiden Städten zu einer besseren Anbindung und Infrastruktur. Der Airport ist der drittgrößte in Deutschland, was den Frachtumschlag anbelangt. Für den Personentransport ist der Flughafen mit zwei Terminals und jährlich etwa 13 Millionen Passagieren eher von untergeordneter Bedeutung.

Problematisch ist für Bonn vor allem die schwierige Verkehrsanbindung an den Airport. Gut ausgebaute Bahnverbindungen bestehen hauptsächlich zwischen dem Flughafen und der Kölner Innenstadt, nicht jedoch nach Bonn. Somit bleiben für die Anfahrt nur die A59 und A3. Den kürzesten Weg zeigt Google Maps an.

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