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„Witzfigur“: Fans wegen Beweisvideo sicher, dass Gil Ofarim Davidstern-Vorfall erfunden hat

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Von: Jonas Erbas

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Der Pop- und Rockmusiker Gil Ofarim neben einem aufgebrachten Facebook-Kommentar (Fotomontage)
Was geschah wirklich im Leipziger Nobelhotel? Ein Beweisvideo soll Gil Ofarims Aussagen widerlegen – auch unter den Fans wird fleißig diskutiert (Fotomontage) © Gerald Matzka/dpa/picture alliance & Screenshots/Instagram/Facebook

Ein Beweisvideo soll Gil Ofarims Schilderungen hinsichtlich eines antisemitischen Vorfalls in einem Leipziger Nobelhotel widerlegen. Im Internet entbrennt deswegen nun eine heftige Diskussion darüber, was sich tatsächlich ereignet haben soll.

Leipzig - Ermittler, Staatsanwaltschaft und Fans möchten wissen: Was hat sich am 4. Oktober 2021 tatsächlich in der Lobby eines Leipziger Nobelhotels ereignet? Nachdem Gil Ofarim (39) dort wegen seines Davidsterns antisemitisch angegangen worden sein soll, könnte ein Beweisvideo die Aussagen des Rock- und Pop-Musikers nun widerlegen. Der Grund: Ofarim habe seine Kette zu dem Zeitpunkt nicht sichtbar getragen. Auch ein Hotelmitarbeiter wehrte sich bereits gegen die Vorwürfe. Im Netz wird seitdem heftig debattiert – auch darüber, wem man nun Glauben schenken solle.

Leserkommentare bei Facebook zu dem Vorfall um Gil Ofarim in einem Leipziger Nobelhotel
Seitdem ein Beweisvideo aufgetaucht ist, welches Gil Ofarims Schilderungen widerlegen soll, wird im Internet fleißig über den Vorfall in einem Leipziger Nobelhotel diskutiert © Screenshot/Facebook

Nach antisemitischem Vorfall in Leipziger Nobelhotel – Fans äußern Zweifel an Gil Ofarims Aussagen

Hat Gil Ofarim gelogen? Noch ist die Untersuchung zu dem Vorfall, der in ganz Deutschland für Schlagzeilen sorgte, nicht abgeschlossen. Die Leipziger Polizei teilte inzwischen mit, es gebe „ernstzunehmende Zweifel“ an den Darstellungen des 39-Jährigen – auch die Bilder einer Überwachungskamera nähren diese, immerhin ist der Davidstern, wegen dem der Musiker laut eigener Aussage angegangen wurde, darauf nicht zu sehen. Im Spiegel beteuerte der gebürtige Münchner allerdings: „Ich hatte die Kette durchgehend an.“

Klar ist: Eine falsche Darstellung der Ereignisse wäre ein klares Eigentor im Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland. Ähnliche Kritik zeigt sich nun auch in den sozialen Netzwerken. Auf Facebook wird Gil Ofarim inzwischen vorgeworfen, er mache zur „Witzfigur“. Sollte der Sänger tatsächlich gelogen haben, wäre das „traurig für jeden, der gegen Antisemitismus kämpft“, erklärt ein anderer Nutzer. „Wenn in Zukunft so etwas wirklich passiert, wird es wahrscheinlich nicht mehr ernst genommen“, befürchtet ein Fan.

Vorschnelle Urteile sind angesichts des laufenden Verfahrens allerdings unangebracht, denn noch immer steht nicht klar fest, ob und inwieweit Gil Ofarim Opfer einer antisemitischen Übergriffs geworden ist. Deshalb fordert ein Fan: „Es täte der Gesellschaft und den Medien gut, sich erst zu äußern, wenn alle Äußerungen der Beteiligten vorliegen. Das gilt auch für andere Diskussionen.“

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