Der Fernsehgarten-Star im Überblick

Andrea Kiewel: Karriere und Privatleben der Moderatorin des ZDF-Fernsehgarten

Immer gut gelaunt und für einen Spaß zu haben - Andrea ‚Kiwi‘ Kiewel ist aus dem ZDF-Fernsehgarten nicht mehr wegzudenken.

  • Als Schülerin einer Sportschule brachte es Andrea Kiewel sogar zur Nationalsportlerin. Doch schon als Kind wollte sie eigentlich lieber für die Medien tätig sein.
  • Nach der Wende versuchte sich Andrea Kiewel als TV-Moderatorin. Seit 2000 ist sie das Gesicht des ZDF-Fernsehgartens.
  • Ein Schleichwerbung-Skandal brachte die Karriere von Andrea Kiewel kurzzeitig zum Stocken. Nach einer kleinen Auszeit empfing das deutsche Fernsehpublikum die Moderatorin jedoch erneut mit offenen Armen.

Andrea ‚Kiwi‘ Kiewel wurde am 10. Juni 1965 unter dem Namen Andrea Mathyssek in Ost-Berlin geboren. Ihr Vater arbeitete in der Protokollabteilung des Staatsrates, sie selbst wollte als Kind zunächst Schlagersängerin werden. Später dann träumte sie von einer Karriere als Reporterin, die in der DDR nur schwer zu realisieren war. Bereits kurz nach ihrer Einschulung entdeckte man Andrea Kiewels Talent für den Schwimmsport, weshalb man die junge Staatsbürgerin auf die Kinder- und Jugendsportschule Werner Seelenbinder in Berlin-Alt-Hohenschönhausen schickte.

Durch ihren Besuch der KJS war Kiwi gleichzeitig aktives Mitglied des SC Dynamo Berlin, für den sie fortan bei Turnieren antrat. Außerdem war das Nachwuchstalent in den 1980er Jahren Teil der Jugend-Schwimm-Nationalmannschaft der DDR. 1979 konnte Andrea Kiewel mit der 4×100-m-Lagen-Staffel des SC Dynamo Berlin die Spartakiade - ähnlich den Bundesjugendspielen - für sich entscheiden. 1982 gewann sie mit der Freistil-Staffel die DDR-Meisterschaften.

Nachdem sie ihr Abitur erfolgreich bestanden hatte, studierte Andrea Kiewel ab 1983 in Berlin Lehramt mit den Schwerpunkten Sport /Deutsch. In Berlin-Hellersdorf arbeitete sie von 1988 bis 1991 als Unterstufenlehrerin. Außerdem verbrachte Kiwi die Sommer 1989 und 1990 als Rettungsschwimmerin auf der Ostseeinsel Usedom.

Ihre Vergangenheit in der DDR versucht die heute 55-Jährige kritisch aufzuarbeiten. Als Teil der Nationalmannschaft bereiste Kiwi ganz Europa und bezeichnete sich in einem Welt-Interview als „Diplomatin im Trainingsanzug.“ Den Machenschaften der Stasi sei sie sich nicht bewusst gewesen, erst während ihrer Zeit an der Ostsee habe sie den Unrechtscharakter der DDR erkannt. Trotzdem oder gerade deshalb versuche sie heute, ihre Kindheitserfahrungen kritisch zu hinterfragen.

Andrea Kiewel: Der Traum vom Fernsehen wird wahr

Bereits kurz nach der Wende, im Juli 1990, stand Andrea Kiewel das erste Mal vor einer Fernsehkamera. Damals moderierte sie für das DDR-Staatsfernsehen Deutscher Fernsehfunk, das nur wenige Monate später eingestellt wurde. Ihre Moderationskarriere verfolgte Kiwi dann beim Sender Fernsehen aus Berlin, kurz FAB, weiter, wo sie durch das TV-Format Fenster aus Berlin führte.

Ab 1993 erlangte Andrea Kiewel dann langsam deutschlandweite Bekanntheit, als sie zur Gastgeberin des Sat.1-Frühstücksfernsehens wurde. Diesen Job führte die Berlinerin bis zur Jahrtausendwende aus, zwischenzeitlich war sie außerdem bei ProSieben als Moderatorin einer Esoteriksendung tätig.

Das neue Jahrtausend bringt Andrea Kiewel den ZDF-Fernsehgarten

Nachdem Andrea Kiewel zuvor meist bei Privatsendern tätig war, wechselte sie pünktlich zur Jahrtausendwende zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Ab der Saison im Jahr 2000 moderierte Kiwi den ZDF-Fernsehgarten, der seitdem wohl untrennbar mit ihrem Namen verbunden ist. Die Sendung, die seit 1986 existiert, präsentiert ein vielseitiges Programm aus musikalischen Auftritten vorwiegend deutscher (Schlager-)Künstler. Diese werden durch Segmente aus Themenbereichen wie Gartenarbeit, Mode, Fitness, Kochen oder Heimwerken ergänzt.

Während ihrer Schwangerschaft 2001 wurde Andrea Kiewel von mehreren Co-Moderatoren, darunter Wolfgang Lippert und Cherno Jobatey, unterstützt. Am 17. September 2006 feierte Kiwi das 20-jährige Jubiläum des Fernsehgartens.

Durch ihre Tätigkeit beim Fernsehgarten wurde Andrea Kiewel schnell zu einem Aushängeschild des Senders ZDF. Ab 2004 moderierte sie deshalb die jährliche Adventsshow, in den darauffolgenden Jahren präsentierte sie darüber hinaus Die Herbstshow und Die Frühlingsshow. Durch die große Popularität des Fernsehgartens wurden diese Jahreszeit-Shows jedoch 2013 eingestellt und durch das neue Format Fernsehgarten on Tour ersetzt.

Kiwi ist außerdem jährlich die Gastgeberin der ZDF-Silvestersendung Willkommen 20xx am Brandenburger Tor. Für ihre Arbeit im deutschen TV wurde Andrea Kiewel 2009 bei der Verleihung der Goldenen Henne mit dem Leserpreis Moderation ausgezeichnet.

Karriereknick: Andrea Kiewel muss sich wegen Schleichwerbung verantworten

Im Dezember 2007 wurde bekannt, dass Andrea Kiewel einen Vertrag mit dem Diätunternehmen Weight Watchers abgeschlossen hatte. Mithilfe ihrer Fernseh-Engagements habe der TV-Star daraufhin rechtswidrig Schleichwerbung betrieben, dafür habe sie jährlich mindestens fünfstellige Summen sowie Erste-Klasse-Reisen erhalten. In der Talkshow von Johannes B. Kerner pries die heute 55-Jährige Weight Watchers so oft an, dass der Gastgeber bereits eine Zusammenarbeit vermutete - Kiewel bestritt dies vehement. Als der Spiegel jedoch über den PR-Vertrag zwischen dem US-Unternehmen und TV-Star berichtete, verlor die beliebte Moderatorin ihre Glaubwürdigkeit.

Das ZDF sowie der MDR, bei dem der TV-Star gemeinsam mit Jörg Kachelmann die Talk-Sendung Riverboat moderiert hatte, lösten daraufhin Ende 2007 die Verträge mit Andrea Kiewel auf.

Erstmals durfte sie im Oktober 2008 wieder in einem TV-Format ihres Heimatsenders auftreten. In der Quizshow Gut zu wissen sammelte Kiwi Spenden für die Welthungerhilfe und rehabilitierte damit ihr öffentliches Image. Nur kurze Zeit später stand sie für das ZDF-Silvesterspezial vor der Kamera. Ab 2009 durfte Andrea Kiewel dann wieder in ihren geliebten Fernsehgarten zurückkehren.

Andrea Kiewel: Ihr Image, ihre Familie und ihre sonstigen Tätigkeiten

Andrea Kiewels stets gut gelaunte Moderation des ZDF-Fernsehgartens kommt nicht bei allen Kritikern gut an. Manche Journalisten finden Kiwi aufgesetzt, einigen erscheint sie zu hektisch. In einer Sache sind sich die Rezensenten jedoch einig: Die ehemalige Leistungsschwimmerin bewegt sich immer am Limit und gibt für ihre Sendung alles. Kiewels Popularität bei den deutschen Fernsehzuschauern scheint derweil ungebrochen: Selbst der Skandal um ihren Schleichwerbung-Vertrag bedeutete für sie nicht das Karriere-Aus.

Ihr Privatleben hält Andrea Kiewel jedoch soweit es geht unter Verschluss. Bekannt ist, dass sie ihre erste Ehe im Alter von 19 Jahren einging, mit 34 trat sie das zweite Mal vor den Traualtar. 2004 heiratete Kiwi den Regisseur Theo Naumann, die Ehe wurde 2007 geschieden. 2012 starb er bei einem Verkehrsunfall.

Andrea Kiewel ist Mutter zweier Kinder: Max stammt aus ihrer ersten Ehe und kam 1986 zur Welt. Aus ihrer Beziehung mit Naumann hat sie Sohn Johnny, der 2001 geboren wurde.

Nach 37 Jahren in Berlin wagte die beliebte TV-Moderatorin den Umzug in die ZDF-Stadt Mainz. 2016 verlegte Kiwi ihren Lebensmittelpunkt nach Frankfurt am Main. Seit einigen Jahren pendelt Andrea Kiewel regelmäßig zwischen der deutschen Bankenmetropole und der israelischen Großstadt Tel-Aviv. Grund dafür, so deutete sie in einem Interview an, sei eine Beziehung.

Seit einigen Jahren ist Andrea Kiewel nicht nur als Fernsehmoderatorin tätig. 2005 begann sich, eine Kolumne für die Zeitschrift Super-Illu zu verfassen. 2006 brachte sie außerdem ihr Sachbuch Mama, du bist nicht der Bestimmer: Sternstunden für Eltern auf den Markt.

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Rubriklistenbild: © Ralph Orlowski, ZDF

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