Der Online-Riese im Portrait

Amazon: Alle Informationen über das Unternehmen

Jeff Bezos, Chef von Amazon, ist am Rande eines Neuheiten-Events des Konzerns zu sehen
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Jeff Bezos gründete im Jahr 1994 das inzwischen weltbekannte Unternehmen Amazon

Amazon ist eine der wertvollsten Firmen weltweit. Längst ist der US-Konzern nicht nur ein Online-Kaufhaus, sondern bietet viele weitere Leistungen an.

  • Amazon wurde 1994 von Jeff Bezos als Online-Buchladen gegründet.
  • Inzwischen hat sich das Portfolio der Firma erheblich erweitert.
  • So können Kunden von Amazon Prime die Streaming-Dienste Amazon Prime Video und Amazon Prime Music nutzen.

Der damalige Informatiker Jeff Bezos gründete im Jahr 1994 das inzwischen weltbekannte Unternehmen Amazon.

Er ist aufgrund des rasanten Wachstums seines Unternehmens inzwischen der reichste Mensch der Welt. Amazon startete mit dem Verkauf von Büchern über das Internet, hat sich aber im Laufe seiner Geschichte zu einer Online-Plattform entwickelt, die zahlreiche Dienstleistungen anbietet. Unter anderem produziert und vertreibt Amazon den E-Book-Reader Kindle, den Tablet-Computer Amazon Fire und die Set-Top-Box Amazon Fire TV. Zum Angebot des Konzerns gehören auch die Streaming-Services Amazon Prime Video und Amazon Prime Music.

Außerdem hat die Firma den intelligenten Sprachassistenten Echo entwickelt und verkauft Geräte wie Echo Dot oder Echo Show, in denen er zum Einsatz kommt. Darüber hinaus zählt Amazon Web Services zum Portfolio von Amazon, wodurch das Unternehmen einer der weltweit größten Anbieter von Cloud-Computing ist. Der Umsatz von Amazon steigt alljährlich auf neue Bestmarken. Im Jahr 2019 belief er sich auf rund 280 Milliarden US-Dollar. Mit einer Marktkapitalisierung von zeitweise mehr als einer Billion Dollar gehört Amazon zu den wertvollsten Firmen der Welt.

Jeff Bezos: Das ist der Gründer von Amazon

Jeff Bezos kam am 12. Januar 1984 als Jeffrey Jorgensen in Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico zur Welt. Den Nachnamen Bezos erhielt er, als seine Mutter seinen Stiefvater heiratete. Jeff Bezos studierte zwischen 1982 und 1986 Informatik und Elektrotechnik an der Princeton University. Als er anschließend für das Hedgefonds-Unternehmen D. E. Shaw & Co arbeitete, entwickelte er mit dessen Inhaber David E. Shaw die Idee für einen Online-Shop, in dem Bücher verkauft werden. Amazon gründete Bezos jedoch allein und wählte als Firmensitz seinen Wohnort Seattle im US-Bundesstaat Washington.

Im Jahr 2000 gründete er zudem das Raumfahrtunternehmen Blue Origin und kaufte 2013 die Tageszeitung „The Washington Post“. Bereits 1993 heiratete Bezos seine damalige Freundin MacKenzie Scott, die er ein Jahr zuvor bei D. E. Shaw & Co. kennengelernt hatte. Mit ihr bekam er drei Söhne, zudem adoptierte das Paar ein Mädchen. Im Jahr 2019 ließen sich Bezos und seine Frau scheiden. Das Privatvermögen von Bezos beläuft sich Schätzungen zufolge auf etwa 200 Milliarden Dollar.

Amazon: Die Geschichte des Unternehmens

Nachdem Jeff Bezos im Jahr 1994 Amazon gegründet hatte, dauerte es bis Mitte 1995, bis das Unternehmen seine ersten Verkäufe verzeichnen konnte. Allerdings wurde die Homepage der Firma erst im Oktober 1995 öffentlich zugänglich gemacht. Die Bilanz des Jahres 1996 wies bereits einen Umsatz von 15,7 Millionen Dollar auf, ein Jahr später setzte Amazon sogar fast 150 Millionen Dollar um. Im April 1998 übernahm Amazon die ABC-Bücherdienst GmbH, die damals Marktführer des Online-Buchhandels in Deutschland war, und brachte die Webseite amazon.de an den Start.

Auch auf andere Länder erweiterte Amazon ab 1998 seine Reichweite. Zudem baute die Firma mit der Zeit ihr Angebot immer weiter aus und verkaufte bald nicht nur Bücher. So gibt es heute unter anderem Elektrogeräte, Spielzeuge, Schmuck, Möbel und Lebensmittel bei Amazon zu kaufen. Außerdem können Privatpersonen über den Dienst Amazon Marketplace Waren zum Verkauf anbieten. Die Abwicklung der Bezahlung übernimmt dabei Amazon, auf Wunsch auch den Versand der Bestellungen.

Amazon: Wie Kunden vom Dienst Amazon Prime profitieren

Im Februar 2005 führten Jeff Bezos und Amazon in den USA den Service Amazon Prime ein, seit November 2007 können auch deutsche Kunden davon Gebrauch machen. Der Dienst kostet in Deutschland 69 Euro pro Jahr oder 7,99 Euro im Monat. Für Studierende und Auszubildende gelten geringere Gebühren, sie zahlen 34 Euro im Jahr oder 3,99 Euro im Monat. Die ersten 30 Tage sind für Neukunden generell kostenlos. Wer Amazon Prime bucht, kommt in den Genuss einiger Vorteile.

Dazu gehört der kostenlose Premiumversand, mit dem bestellte Waren schon am nächsten Tag zugestellt werden. Liegt der Bestellwert über 20 Euro, können Prime-Kunden bei manchen Artikeln sogar kostenfrei die Same Day-Lieferung in Anspruch nehmen. Amazon Prime beinhaltet zudem die Nutzung der Streaming-Dienste Amazon Prime Video und Amazon Prime Music sowie der Online-Bibliothek Prime Reading. Wer über ein Jahresabonnement von Amazon Prime verfügt, hat außerdem fünf Gigabyte Speicher beim Cloud-Service Amazon Drive frei. Am alljährlichen Prime Day können darüber hinaus nur Prime-Kunden die vergünstigen Angebote nutzen.

Amazon: Die Streaming-Angebote des Unternehmens

Mit Amazon Prime Video und Amazon Prime Music bieten Amazon und Jeff Bezos zwei Dienste an, mit denen Kunden unbegrenzt Filme und Serien schauen sowie Musik hören können. Prime Video entwickelte sich aus dem 2003 gegründeten Service Lovefilm, der online DVDs und Blu-rays verlieh. Im Jahr 2014 verschmolz Lovefilm mit dem Streaming-Dienst Amazon Instant Video, der 2017 in Amazon Video umbenannt wurde. Ein Bereich davon ist Amazon Prime Video, dessen Nutzung Prime-Kunden vorbehalten ist. Diese haben Zugriff auf Tausende von Filmen und Serienepisoden unterschiedlicher Studios und Produktionsfirmen.

Zudem produziert Amazon auch eigene Inhalte wie die Serien „The Marvelous Mrs. Maisel“ und „The Boys“. Über Amazon Prime Musik hören können Prime-Kunden außerdem ohne zusätzliche Kosten – über zwei Millionen Songs online. Die Funktionen Prime Playlists und Prime Radio dienen dazu, auf Basis des eigenen Musikgeschmacks eine Liste mit Liedern zusammenstellen zu lassen. Nutzer von Prime Music können außerdem Podcasts und die Live-Übertragung der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga anhören.

Amazon: Umsatz und Mitarbeiterzahlen

Seit Jahren zeigt die Kurve der Umsatzzahlen von Amazon stetig nach oben. Im Jahr 2006 lag der Umsatz erstmals über zehn Milliarden Dollar, 2009 bei mehr als 20 Milliarden Dollar. Die Grenze von 100 Milliarden Dollar Umsatz wurde 2015 überschritten. In der jüngeren Vergangenheit konnte Amazon die folgenden Umsätze vorweisen:

  • 2015: 107 Milliarden Dollar
  • 2016: 136 Milliarden Dollar
  • 2017: 178 Milliarden Dollar
  • 2018: 233 Milliarden Dollar
  • 2019: 280 Milliarden Dollar

Als Inhaber von Amazon profitiert Jeff Bezos direkt vom finanziellen Erfolg seines Unternehmens. Vor allem der Anstieg des Kurses der Amazon Aktie erhöht das Vermögen des Firmengründers stetig. Neben den Umsatzzahlen steigt auch die Anzahl der Mitarbeiter von Amazon jedes Jahr. Im Jahr 2008 waren es zum ersten Mal mehr als 20.000, im Jahr 2013 schon über 100.000. In den letzten Jahren hat sich die Mitarbeiterzahl des Unternehmens wie folgt entwickelt:

  • 2015: 230.800
  • 2016: 341.400
  • 2017: 566.000
  • 2018: 647.500
  • 2019: 798.000

Amazon: Kritik am Unternehmen

Amazon und Jeff Bezos sehen sich regelmäßig mit verschiedenen Kritikpunkten konfrontiert. So wird dem Unternehmen vorgeworfen, den Einzelhandel zu zerstören und Konkurrenten durch eine aggressive Preispolitik unter Druck zu setzen. Auch als Arbeitgeber gerät Amazon immer wieder in die Schusslinie. So sollen die Beschäftigungsbedingungen des Konzerns fragwürdig sein. Unter anderem berichten Angestellte von ständiger Überwachung per Kamera und Prämien für seltene Krankschreibungen. Auch die von Amazon gezahlten Löhne werden häufig als zu niedrig betrachtet.

Unpopulär ist außerdem, dass Amazon zurückgeschickte und nicht verkaufte Artikel vernichtet, um Platz in den Lagern zu schaffen. Vor allem Umweltschutzorganisationen ist diese Praxis ein Dorn im Auge. Datenschützer stören sich hingegen daran, dass Amazon Echo unautorisiert die Gespräche der Nutzer aufnimmt. Einer der größten Kritikpunkte an Amazon ist außerdem das Umgehen von Steuerzahlungen. So macht sich das Unternehmen in den USA Steuerbefreiungen zunutze und musste beispielsweise auf den Gewinn von 11,2 Milliarden im Jahr 2018 überhaupt keine Steuern zahlen.

Von Alexander Kords

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