Zwei Starts in London

Olympia-Traum wird für Pistorius wahr

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Oscar Pistorius geht bei den Olympischen Spielen im Einzel und in der Staffel an den Start.

Dubran - Oscar Pistorius hat lange gekämpft. Der Aufwand hat sich gelohnt. Der an beiden Unterschenkeln amputierte Läufer darf bei den Olympischen Spielen starten.

Der „Blade Runner“ Oscar Pistorius hat gleich doppelten Grund zur Freude. Nachdem das Nationale Olympische Komitee von Südafrika (Sascoc) den an beiden Unterschenkeln amputierten Läufer trotz seiner verpassten Norm für die 4x400-m-Staffel bei den Olympischen Spielen (27. Juli bis 12. August) gemeldet hatte, folgte nur wenige Stunden später die nächste Überraschung: Der 25-Jährige wird in London auch im Einzel über 400 m antreten. Damit geht für Pistorius ein Lebenstraum in Erfüllung.

„Heute ist einer der glücklichsten Tage meines Lebens. Ich werde in London bei Olympia und den Paralympics starten“, twitterte Pistorius kurz nach der Bekanntgabe des Verbandes: „Ich bedanke mich bei allen Menschen, die mir dabei geholfen haben, der Athlet zu sein, der ich heute bin. Gott, meine Familie und Freunde, meine Kontrahenten und meine Fans - sie alle haben dazu beigetragen.“

Der dreifache Goldmedaillengewinner der Paralympics von Peking 2008 wird dadurch zum ersten amputierten Athleten, der bei Olympia startet. Wenige Tage zuvor hatte es noch so ausgesehen, als sollte dieser Traum zerplatzen. Bei den Afrikameisterschaften in Benin hatte der Prothesenläufer die vom Verband geforderte 400-m-Norm (45, 31 Sekunden) um 21 Hundertstelsekunden verfehlt.

Zwar war Pistorius dieses Kunststück bei der WM in Daegu 2011, wo er die Marke mit einer Zeit von 45,20 Sekunden unterboten hatte, bereits einmal gelungen. Doch für das Ticket nach London hätte er die Norm ein zweites Mal knacken müssen.

Mit der Nominierung für die Staffel öffnete ihm der Verband nun jedoch das Hintertürchen, das ihm auch den Start im Einzel ermöglichte. Sascoc-Geschäftsführer Tubby Reddy erklärte, dass er „kein Problem mit der Entscheidung habe“.

Trotz seines Olympia-Starts wird „der schnellste Mann ohne Beine“ auch in London bei den Paralympics (29. August bis 9. September) antreten, um seine drei Titel über die 100, 200 und 400 m zu verteidigen. „Ich freue mich ebenfalls extrem auf die Paralympics in diesem Jahr. Neben den Titelverteidigungen wird ein großer Fokus darauf liegen, mit der 4x100-m-Staffel einen Weltrekord aufzustellen“, sagte Pistorius.

SID

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