Zwei Heimsiege für deutsche Bob-Piloten

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Der deutsche Bob-Pilot Thomas Florschütz (li.) und sein Anschieber Kevin Kuske freuen sich über den Heimsieg.

Winterberg - Zwei deutsche Siege dank Cathleen Martini und Thomas Florschütz gab es am Samstag beim Heim-Weltcup in Winterberg. Das Tief “Joachim“ stellte andere Weltklasse-Piloten vor Probleme. .

Cathleen Martini schämte sich fast für ihren Sieg. Immer wieder strich die Bobpilotin verlegen mit der linken Hand über ihr Gesicht, das leicht rot angelaufen war. „Ich kann mich im Moment gar nicht richtig freuen. Wir hatten echt Glück gehabt. Dass das Wetter innerhalb von fünf Minuten solche Kapriolen schlägt, das ist krass“, sagte die Weltmeisterin aus Oberbärenburg nach ihrem ersten Saisonsieg in Winterberg.

Martini hatte bei der Wetterlotterie das große Los gezogen und war mit Anschieberin Janine Tischer dank Bestzeit im zweiten Lauf noch vom vierten auf den ersten Platz vorgefahren. Beim 15. Weltcup-Triumph ihrer Karriere profitierte die 29-Jährige jedoch von weitaus besseren Bedingungen als ihre später gestarteten Konkurrentinnen, die mit mehr Wind und Schnee zu kämpfen hatten.

Auch im anschließenden Zweier-Wettbewerb der Männern waren die Bedingungen vor allem für die nach dem ersten Lauf vorne liegenden Athleten schlecht. Doch Thomas Florschütz (Riesa) ließ sich davon nicht beirren und verteidigte seinen ersten Rang im zweiten Durchgang erfolgreich. Der Olympiazweite gewann mit Top-Anschieber Kevin Kuske vor dem Schweizer Beat Hefti (+0,24) und dem lettischen Schnellstarter Oskars Melbardis (0,45). Der Oberhofer Maximilian Arndt wurde Vierter (+0,54).

„Wir fahren stabil und sind schnell am Start. So kann es von mir aus weitergehen“, sagte Florschütz, der mit dem zweiten Zweier-Triumph in Folge seine Führung in der Gesamtwertung auf Hefti ausbaute.

Der Potsdamer Manuel Machata, in der vergangenen Saison im Vierer Welt- und Europameister sowie Weltcupgesamtsieger, wurde dagegen Opfer der Wetterkapriolen. Im ersten Lauf behinderte ihn beim Start eine Schneeverwehung, sodass Machata als 23. die Qualifikation für den zweiten Durchgang verpasste.

Bei den Frauen ärgerte sich Anja Schneiderheinze ein wenig, dass es auf ihrer Heimbahn nach der Führung im ersten Lauf nur zum 2. Platz (+0,28) hinter Martini gereicht hat. Dritte wurde die Schweizerin Fabienne Meyer (+0,41). Gesamtweltcup-Titelverteidigerin Sandra Kiriasis (Winterberg) fiel vom zweiten auf den siebten Rang (+0,77) zurück und schimpfte über den vielen Schnee am Start: „Wenn man da rausfährt, dann stoppt das nur!“

Bundestrainer Christoph Langen nannte den Wettbewerb ein „Lotteriespiel“, weil die Bahn, auf der 2015 die Bob- und Skeleton-WM stattfindet, „bis zur ersten Kurve nicht überdacht ist. „ Nach den zweiten Durchgängen von Kiriasis und Schneiderheinze schüttelte Langen nur mit dem Kopf.

Auch Martini hatte Mitleid mit ihren Teamkolleginnen: „Für die beiden ist es sehr schade“. Bei ihnen und auch bei der Kanadierin Kaillie Humphries habe das Wetter „voll reingehauen“, meinte die Polizeiobermeisterin.

In der Gesamtwertung behauptete jedoch Schneiderheinze, die den Auftakt im österreichischen Igls gewonnen hatte, ihre Führung mit 627 Punkten knapp vor Martini (619).

Das deutsche Bob-Team geht nun in eine zweiwöchige Weihnachtspause. Zu Beginn des neuen Jahres steht dann der Weltcup in Altenberg (6. bis 8. Januar), der gleichzeitig als Europameisterschaft ausgefahren wird, auf dem Programm.

SID

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