Wer entfacht das olympische Feuer? 

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Sir Roger Bannister lief als erster Mensch die Meile unter vier Minuten. Wird er das olympische Feuer entzünden?

London - Nach der Generalprobe zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele ist die Frage aller Fragen nach wie vor offen: Wer darf das olympische Feuer entzünden? Das sind die heißesten Kandidaten:

So kurz vor dem mit Spannung erwarteten Moment, den 80.000 Zuschauer im Stadion und rund vier Milliarden Menschen rund um den Globus vor dem Fernseher verfolgen werden, erreichen die Spekulationen um Mr. oder Mrs. X ihren Höhepunkt. Und weil den Briten ein Hang zur Extravaganz nachgesagt wird und die Organisatoren der Spiele viel Wert darauf legen, stets das Unerwartete zu tun, werden auch sehr charmante und unkonventionelle Ideen durchgespielt.

Der heißeste Tipp ist mittlerweile ein Szenario, in dem fünf erfolgreiche frühere Athleten als Symbol für die fünf olympischen Ringe gemeinsam das Feuer entzünden. Das hat es in der Geschichte der Sommerspiele noch nie gegeben. Im Gespräch ist aber auch die Idee, dass eine Gruppe Siebenjähriger, alle am 6. Juli 2005 geboren, dem Tag der Vergabe der Spiele an London, die Aufgabe übernimmt.

Die BBC spekulierte jüngst über ein Duo mit dem 18 Jahre alten Wasserspringer Tom Daley und Dorothy Tyler-Odam, der ältesten noch lebenden Medaillen-Gewinnerin Großbritanniens. Die 92-Jährige holte 1936 und 1948 Silber im Hochsprung. Hartnäckig halten sich auch die Gerüchte, Prinz William könnte das Feuer entzünden und so für einen Knalleffekt zu Beginn der Spiele sorgen. Der Enkel von Queen Elizabeth II ist Botschafter des britischen Olympischen Komitees. Ebenfalls im Gespräch sind Sir Roger Bannister, der als erster Mensch die Meile unter vier Minuten lief, Englands Fußball-Popstar David Beckham und Doppel-Olympiasiegerin Kelly Holmes (800 und 1500 m). Am Donnerstag nahmen die Buchmacher von „William Hill“ keine Wetten mehr auf Bannister an. Zuvor waren ungewöhnlich hohe Beträge auf den 83-Jährigen gesetzt worden.

Einen spektakulären „Zickenkrieg“ liefern sich seit Tagen Sir Steven Redgrave und Daley Thompson. Die Ruderlegende und der Zehnkämpfer gelten als Top-Favoriten auf den begehrten Job und lassen keine Gelegenheit aus, sich gegenseitig schlecht zu reden. Thompson, der 1980 und 1984 Gold gewann, bezeichnet sich als größten britischen Olympioniken und findet, ein Ruderer könne nie in seiner Liga spielen. Redgrave, fünfmaliger Olympiasieger zwischen 1984 und 2000, hält dagegen, Thompson schaffe es nicht einmal unter die Top 5. Der 50-jährige Redgrave machte zudem erstmals seine Ansprüche auf die Hauptrolle bei der Eröffnungsfeier deutlich. „Ich würde es liebend gerne machen“, sagte Redgrave, „aber ich wäre überrascht, wenn man mir diese Ehre zuteil werden ließe. Noch habe ich keinen Anruf bekommen.“

Britisches Understatement? Taktik? Vielleicht wird es am Ende ja doch ein Nobody, mit dem bisher niemand gerechnet hat? Die Zuschauer werden so oder so mit einem Lächeln das Stadion verlassen.

SID

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