Esser verpasst Medaille um 28 Zentimeter

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Markus Esser ist die Enttäuschung anzusehen. Er muss sich wieder nur mit "Blech" begnügen.

Daegu - Markus Esser bleibt die tragische Figur im Hammerwurfring. Zum dritten Mal bei einem Großereignis verpasste der 31 Jahre alte Leverkusener bei der Leichtathletik-WM von Daegu Bronze um einen Platz.

Diesmal um 28 Zentimeter. Doch er wurde nicht zum Tränenmann wie nach Rang sechs bei der Heim-WM 2009 in Berlin. Auch wenn ihm zum Heulen zu Mute war, als er aus dem Ring trat und mit den Schultern zuckte.

„Ich habe fast Saisonbestleistung geworfen mit 79,16 m, das ist ein bisschen ein Trost und schon ein Grund zum Feiern. Markus Esser ist zurück in der Welt“, meinte der Schützling von Trainer Helge Zöllkau, der Essers Leverkusener Klubkameradin Steffi Nerius 2009 zum WM-Gold im Speerwurf geführt hatte.

Doch auch im fünften Versuch reichte die Weite des Sportsoldaten nicht, um in die Medaillenränge zu kommen. Denn drei Gegner, die ihre diesjährigen Bestmarken toppten, waren zu stark für den deutschen Meister, der Bronze bereits bei der WM 2005 und der EM 2004 um einen Rang verfehlt hatte.

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Gold gewann Japans Athen-Olympiasieger Koji Murofushi mit 81,24 m nur knapp vor dem zum Schluss auf 81,18 m verbesserten ungarischen Olympiavierten Krisztian Pars. Bronze ging mit 79,39 m an Primoz Kozmus, Sloweniens Olympiasieger von 2008 und Weltmeister von 2009.

Markus Esser, der als Weltranglisten-Sechster in den Ring getreten war, hatte nach einem ungültigen Versuch gute 78,56 hingelegt. „Der 79er im fünften Durchgang war richtig gut. Er hätte ruhig noch 30 Zentimeter weiter gehen können“, meinte der kahlköpfige 105-Kilo-Mann, der Rang vier eher als Ermunterung zum Weitermachen, denn als Zeichen dafür ansieht, dass es mit der Medaille eh nicht klappt. „London 2012 ist auf alle Fälle ein Ziel für mich. Dann kommt erst mal ein Fragezeichen.“

Nicht am Start war der am Rücken verletzte Jahres-Weltbeste Alexej Sagorny (Russland/81,73), zudem scheiterte der angeschlagene slowakische Europameister Libor Charfreitag in der Qualifikation, in der Murofushi wie Phönix aus der Asche aufgetaucht war.

SID

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