Zehnter WM-Titel für Thomas Lurz

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Schimm-Star Thomas Lurz hat bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Shanghai seine nächste Goldmedallie gewonnen.

Shanghai - Trainer, Teamkollegen und Funktionäre hielten die Siegerehrung für das erste deutsche Gold in der brütenden Hitze Shanghais mit ihren Handys und Kameras fest.

Selbst der Trainer und Bruder hatte den nächsten Titel von Rekord-Weltmeister Thomas Lurz irgendwie erwartet. Zehnter WM-Sieg, der siebte über fünf Kilometer nacheinander - über seine Bilanz der Superlative sprach der Gold-Garant aber alles andere als euphorisch.

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Zehnter WM-Titel für Thomas Lurz, über fünf Kilometer gar zum siebten Mal nacheinander. Statt aber in überschäumenden Jubel auszubrechen, nahm der Freiwasserschwimmer die nächste Karrierebestmarke gewohnt sachlich zur Kenntnis. “Ich freue mich schon da drüber, was soll ich sagen. Man muss nicht irgendwie den großen Affen machen und sich auf die Leine setzen“, sagte der 31-Jährige.

Nach der insgesamt 16. Weltmeisterschafts-Medaille freute sich der Würzburger, für den es gleich nach dem Finish erstmal eine Dose Cola gab, auf den Lohn der besonderen Art: “McDonald's.“ Und wenn die Marathonschwimmer am Samstag über die 25 Kilometer starten, darf sich Lurz der Regeneration widmen. Wegen Hitze und Schulterproblemen lässt er diesen Wettkampf aus.

Nach zwei silbernen und drei bronzenen Medaillen bei der Schwimm-WM in Shanghai durfte der Deutsche Schwimm-Verband am Jinshan Beach über das erste Gold jubeln. Leistungssportdirektor Lutz Buschkow ließ bei Lurz' packendem Zielsprint und dem Erfolg in 56:16,6 Minuten vor 10-Kilometer-Weltmeister Spyros Giannotis (Griechenland/+ 0,8 Sekunden) und dem Russen Jewgeni Drattsew spontan einen Freudenschrei los. Nach Silber und Bronze von Lurz & Co. war der befreiende Sieg da.

“Die Freiwasserschwimmer waren sehr stark, haben ihre Quotenplätze zu 75 Prozent geholt und jetzt die Goldmedaille“, lobte Buschkow das “besondere Ereignis“ im über 30 Grad warmem Wasser. Wieder einmal war auf Thomas Lurz Verlass. Irgendwie sind Erfolge des Dauerbrenners zur Gewohnheit geworden.

“Es klingt zwar ein bisschen blöd, aber manchmal erwartet man, auch ich selber, von Thomas eine Goldmedaille“, sagte Bruder und Trainer Stefan Lurz, der die Ehrung fürs Familienarchiv mit seinem Smartphone filmte. “Gold kann nicht immer funktionieren, aber auch der Silbermedaillenplatz über zehn Kilometer war ein Riesending und vielleicht sogar noch wichtiger als jetzt das Gold hier.“

Denn der mit Rang zwei gesicherte Quotenplatz bringt Lurz nach London. “Olympia ist jetzt erstmal das ganz große Ziel“, sagte der Schwimmer; dann soll er für den Bruder wieder in einem Sieger-Filmchen die Hauptrolle spielen. “Wir wollen versuchen eine ganz große Nummer zu machen und die Goldmedaille aus dem Wasser zu fischen“, sagte Stefan Lurz, der ein relativ einleuchtendes “Erfolgsrezept“ preisgab.

“Thomas ist ein akribischer Arbeiter, er trainiert meiner Meinung nach so gut wie fast niemand auf der Welt. Er trainiert sehr viel und vor allem sehr intensiv und das jeden Tag stundenlang.“ Das tut er zusammen mit seiner Würzburger Trainingskollegin Swann Oberson (Schweiz), die die Damen-Konkurrenz für sich entschied.

Deren Sieg wertete Stefan Lurz als halben Titel, wie er gestand. Der volle Titel folgte dann durch den Bruder. “Jetzt ist er mit WM-Siegen zweistellig, das haben wir so ein bisschen im Hinterkopf gehabt. Wir wissen nicht, ob er nochmal eine Weltmeisterschaft in seinem Leben überhaupt schwimmt. Ich denke, dass wahrscheinlich nach London irgendwann mal Schluss sein wird.“ Der nimmermüde Ausnahme-Athlet mag daran selbst nicht denken. “Olympia ist jetzt erstmal das ganz große Ziel und danach muss man gucken, wie es läuft.“

Respektabel lief es für Isabelle Härle als achtbare 16. bei ihrem ersten internationalen Einzel-Wettkampf. Isabell Donath beendete das Rennen auf dem 19. Rang. Unter Wert wurde Jan Wolfgarten, der mit Lurz und Härle Team-Bronze holte, auf Platz 23 geschlagen.

dpa

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