Gold für Weltrekordler Eaton

Zehnkampf: Freimuth wird starker Sechster

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Rico Freimuth vergab beim Speerwerfen seine mögliche Medaillenchance.

London - Zehnkämpfer Rico Freimuth hat sich bei seinem Olympia-Debüt prächtig geschlagen. Doch kurz vor dem Ende büßte der Hallenser seine Medaillenchance ein. Gold gewann US-Weltrekordler Ashton Eaton.

Ein “stumpfer Speer“ kostete Zehnkämpfer Rico Freimuth bei seinem bemerkenswerten Olympia-Debüt die greifbar nahe Sensations-Medaille. Nach einer tollen Aufholjagd scheiterte der 24 Jährige aus Halle an der Saale am Donnerstagabend in London in der neunten Disziplin an seinen Nerven. Nur 57,37 Meter weit segelte sein Speer - Freimuth hat schon fast sieben Meter weiter geworfen.

Im abschließenden 1500-Meter-Lauf konnte er in 4:37,62 Minuten von Platz sechs nicht mehr weiter nach vorne stürmen. Mit 8320 Punkten trennten ihn 203 Zähler von einer Medaille. Gold gewann überlegen Weltrekordler Ashton Eaton aus den USA mit 8869 Punkten, 170 Zähler unter seinem Weltrekord.

“Ich rufe einfach nur meine Leistung ab. Das sind die zwei geilsten und aufregendsten Tage meines Lebens“, hatte Freimuth nach dem Stabhochsprung gesagt, als er sich mit 4,90 Metern unverhofft auf Platz drei katapultierte. Vater Uwe Freimuth war in den 80er Jahren einer der besten Zehnkämpfer der Welt. Mit 8792 Punkten hält er bis heute Platz neun in der ewigen Rangliste.

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Dank der Bestleistungen im Diskusring (49,11 Meter) und mit dem Stab durfte Freimuths Sohn zwischendurch sogar von Edelmetall träumen. “Der Rico schlägt sich wirklich gut. Er muss noch viel arbeiten, aber ich traue ihm in der Zukunft noch viel zu“, sagte Vater Uwe Freimuth, der zu Hause am TV-Gerät mitgebangt hatte. In London konnte ihn der Filius aber zumindest in den Ergebnislisten überholen: Bei den Sommerspielen 1988 in Seoul landete Freimuth senior auf dem 18. Platz.

Europameister Pascal Behrenbruch arbeitete sich am zweiten Tag noch von Platz 15 auf die zehnte Position vor. Mit 8126 Punkten war er aber vom angestrebten Edelmetall einiges entfernt. “Ich habe so hart trainiert und mich so hart gequält im Training, und das merke ich jetzt. Trotzdem heißt es nicht, dass die Europameisterschaft ein Fehler war“, versicherte Behrenbruch. EM-Gold könne ihm keiner mehr nehmen.

Weltrekordler Ashton Eaton landete einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Seinen US-Landsmann Trey Hardee, immerhin schon zweimal Weltmeister, hielt er auch in den abschließenden 1500 Metern auf Distanz. Hardee wurde mit 8671 Punkten Zweiter. Bronze ging an den Kubaner Leonel Suarez (8523).

Jan-Felix Knobel musste nach dem Stabhochsprung wegen muskulärer Probleme aufgeben. Nach der achten Disziplin hatte der Frankfurter bei seiner olympischen Premiere auf Platz 24 gelegen.

Peking-Olympiasieger Bryan Clay aus den USA hatte sich für London nicht qualifiziert. Ex-Weltrekordler Roman Sebrle aus Tschechien musste nach dem 100-Meter-Lauf wegen einer Fersenverletzung aufgeben.

dpa

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