Deutsche gehen leer aus

Ski-WM: Worley holt Riesenslalom-Gold

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Tessa Worley ist Weltmeisterin im Riesenslalom.

Schladming - Maria Höfl-Riesch und Viktoria Rebensburg haben die erhoffte Medaille beim WM-Riesenslalom im österreichischen Schladming verpasst. Weltmeisterin Tessa Worley zeigte eine Glanzleistung.

Viktoria Rebensburg sank völlig entkräftet in den Schnee und fasste sich an den Rücken. Sie war ins Ziel gekommen auf der extrem eisigen Planai, aber ihr schmerzverzerrtes Gesicht verriet, was später auf der Ergebnisliste nachzulesen war: Die Olympiasiegerin hat die erhoffte Medaille im WM-Riesenslalom in Schladming/Österreich klar verpasst. Rebensburg, nach einem Trainingssturz am Dienstag nicht fit, belegte beim Sieg der Französin Tessa Worley Platz elf. Kombinations-Weltmeisterin Maria Höfl-Riesch rettete sich ausgepumpt auf Platz neun.

„Ich habe kurz vor dem Ziel einen blöden Schlag abbekommen, und beim Abbremsen im Ziel hat“s einen richtigen Stich gegeben. Da hab' ich mich nur noch hinlegen können„, sagte Rebensburg. Sie habe zwar alles gegeben, `aber es hat halt nicht sein sollen mit der ganzen Geschichte“.

Diese Geschichte begann am Dienstag, als sich die 23 Jahre alte Zollwachtmeisterin vom Tegernsee einige Rippen prellte. Rebensburg versuchte zunächst, die Verletzung zu verheimlichen. Spätestens, als sie aus dem Starthaus ging, war allerdings klar: Das war nicht die Viktoria Rebensburg, die den Riesenslalom in den beiden vergangenen Wintern dominiert hatte.

„Ich habe alles gegeben, ich kann“s nicht ändern„, sagte sie. Auch im vierten Anlauf klappte es nicht mit der WM-Medaille für Rebensburg in ihrer Lieblingsdisziplin. `Ich hoffe, dass ich noch einige Weltmeisterschaften erlebe und dass es besser wird“, sagte sie.

Auch Schmerzmittel halfen Rebensburg nicht. 2,07 Sekunden betrug ihr Rückstand auf Worley schon nach dem ersten Lauf, am Ende waren es 3,33 Sekunden. „Es ist nicht leicht da runter, die Piste ist sehr unruhig und eisig und schwer“, sagte sie. Warum sie nicht auf einen Start verzichtete? „Bei einem WM-Rennen macht man das nicht gern.“

Zu Rebensburgs körperlichen Problemen kam im Finale noch „ein blöder Fehler im unteren Teil“. Doch die Medaillen wären auch so unerreichbar geblieben. „Nur wenige“ seien mit der Planai zurechtgekommen, sagte Höfl-Riesch, „wir nicht. Das ist schade, aber das ist jetzt so.“

Mit Abstand am besten kam „Eis-Königin“ Worley, die ihren ersten Saisonsieg feierte, mit den schwierigen Verhältnissen zurecht. „Die Tessa ist wie auf Schienen gefahren“, sagte Rebensburg, die Worley ebenso wie Höfl-Riesch anerkennend applaudierte: „Sie mag es gern, wenn es eisig ist, das kommt ihr zugute.“

So sehr, dass sie Tina Maze, die beste Riesenslalom-Läuferin des Winters, Super-G-Weltmeisterin und Zweite in der Super-Kombi, um 1, 12 Sekunden abhängte. Dritte wurde Anna Fenninger (Österreich/+1, 18). Veronique Hronek (Unterwössen) kam auf Platz 17, Lena Dürr aus Germering verzichtete nach Platz 40 im ersten Durchgang und gesundheitlichen Problemen aufs Finale.

Auch Höfl-Riesch erwog einen Verzicht. Nach dem anstrengenden Renn-Programm der vergangenen Tage sei ihr „ein bisschen die Kraft ausgegangen“, sagte sie. Für die „Eisglatze“ Planai, die „die Spreu vom Weizen“ trennte, war weder sie noch Rebensburg fit genug. „Das war das Schwerste, das wir in dieser Saison gefahren sind“, meinte Höfl-Riesch. Die 28-Jährige „brauchert a Moped“, unkte der Moderator im österreichischen Fernsehen ORF bei Höfl-Rieschs zweitem Lauf.

Kollegin Rebensburg beschrieb ihren eigenen Auftritt als ein „Kämpfen von oben bis unten“. Am Ende verlor sie diesen Kampf.

Eine, die unter vergleichbaren Bedingungen Weltmeisterin wurde, hatte ihre ehemaligen Kolleginnen in der Pause vor dem Finale noch aufzubauen versucht: Kathrin Hölzl, die derzeit krankheitsbedingt pausiert. „Wenn ich da raufblicke“, sagte sie über die Planai, „das ist wie damals in Val d“Isere, eisig und unruhig. Das tut im Herzen weh, dass ich da nicht fahren kann.„

Worley sei `genial Ski gefahren, sauber, mit super Technik, genau so wie ich es mir vorstelle“. Auch Rebensburg und Höfl-Riesch wären gerne so gefahren - doch es fehlten ihnen die Kraft und die Fitness für dieses schwere Rennen.

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dpa

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