Schrecksekunde bei der WM

Medaille trotz Neureuther-Crash

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Felix Neureuther wurde in seinem ersten Lauf von seinem kroatischen Kontrahenten Filipp Zubcic umgemäht.

Schladming - Was mit einem Schrecken für Felix Neureuther begann, endete mit einer Medaille für das deutsche Team. Die Mannschaft um Dauer-Podestgast Maria Höfl-Riesch freute sich über Bronze.

Bronze für Deutschland! Felix Neureuther, Maria Höfl-Riesch und Lena Dürr schauten fragend auf ihre Zeit, ehe sie das Hundertstelglück endlich fassen konnten. Mit seinem Sieg mit 0,01 Sekunden Vorsprung sicherte Fritz Dopfer dem deutschen Team beim Flutlicht-Krimi von Schladming den ersehnten Platz auf dem WM-Treppchen. Erleichtert nahm das Trio den Mann des Abends aus Garmisch in den Arm. . „Der Fritz war der Mann des Tages, er hat uns zweimal gerettet als Schlussläufer“, lobte Höfl-Riesch nach ihrer dritten Medaille in Schladming.

Trotz aller Lobeshymnen blieb Dopfer gewohnt zurückhaltend. „Wir haben als Team Platz drei erreicht, das macht mich und uns stolz. Das war ein nervenaufreibendes Rennen“, erklärte Dopfer, der für Alpin-Direktor Wolfgang Maier „der Motor dieses Teams“ war.

Das Quartett hatte dem Deutschen Skiverband am Dienstag die dritte Medaille der Titelkämpfe beschert. An der bisherigen Bilanz ist vor allem Höfl-Riesch maßgeblich beteiligt: Nach Gold in der Super-Kombination und Bronze in der Abfahrt war es auch ihre dritte Medaille in Schladming.

Das erste Gold holte sich Österreich - beim ersten Einsatz von Star Marcel Hirscher. Im Finale gab es einen klaren 4:0-Sieg gegen Schweden. Dagegen hatte Deutschland gegen Kanada beim 2:2 nur durch die bessere Zeit gewonnen; dank Dopfers beherztem Auftritt gegen Philip Brown.

Felix Neureuther bei Sturz mitgerissen

Den Final-Einzug der Deutschen hatte der Gastgeber zuvor verhindert. Nach Dürr schied auch Höfl-Riesch im Halbfinale aus. Dopfer musste sich Hirscher, der auf dem schnelleren Kurs unterwegs war, geschlagen geben. Für Neureuther ging es bei dessen Niederlage um nichts mehr - 0:4. Aber immerhin schien sein rechtes Bein, das gleich im ersten Lauf etwas abbekommen hatte, zu halten. „Solche Sachen merkt man immer erst danach, wenn der Wettkampf vorbei ist und der Schuh ausgezogen ist“, sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. Am Freitag steht der Riesenslalom an, am Sonntag der Slalom.

Entsetzte Gesichter hatte es deswegen gleich nach Runde eins beim deutschen Quartett gegeben. Beim verwegenen Versuch, einen 1:2-Rückstand gegen den deutschen Topfahrer aufzuholen, war der Kroate Filip Zbcic weggerutscht und voll in Neureuther geknallt. Der 28-Jährige fasste sich ans Knie. „Ich glaube, dass ich ziemlich Glück gehabt habe. Der Kollege hat mich ziemlich abgeräumt“, sagte Neureuther. Er war stocksauer: „Die sollen sich überlegen, wen die da runter fahren lassen.“

Nach einer kurzen Schadensanalyse ging Neureuther mit dem Team auch das Viertelfinale an. Ersatzmann Stefan Luitz musste daher ebenso wie die nicht eingesetzte, aber nominierte Veronique Hronek zuschauen, wie es gegen Weltmeister Frankreich eine Zitterpartie gab. Nach Niederlagen von Dürr und Höfl-Riesch sowie einem Sieg Neureuthers musste Dopfer gegen Steve Missillier gewinnen.

Das glückte dem Garmischer hauchdünn; die Teamkollegen umarmten ihn nach dem Halbfinal-Einzug herzlich. Vier Hunderstelsekunden machten den Unterschied aus. Zuvor hatte Neureuther noch tröstend den Arm um Höfl-Riesch gelegt. Die WM-Revanche für die Niederlage in Garmisch 2011 war geglückt. Damals hatten ebenfalls in der Runde der besten Acht noch 18/100 Sekunden gefehlt.

Höfl-Riesch war im Team-Event als einzige Schladming-Weltmeisterin dabei. Ted Ligety (USA), Aksel Lund Svindal (Norwegen), Tina Maze (Slowenien) und Marion Rolland (Frankreich) waren dagegen nach ihren Gold-Partys aus unterschiedlichen Gründen nicht am Start.

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Für Österreich war es der zweite Titel im nicht-olympischen Mannschafts-Wettbewerb nach 2007. Damals in Are wurde aber ebenso wie 2005, als Deutschland mit Neureuther die Premiere gewann, noch nach dem alten Format mit Super-G und Slalom gefahren statt im Parallel-Rennen wie seit 2011. Dort wurde Frankreich Weltmeister. Bei den Titelkämpfen 2009 war der Event wegen schlechten Wetters ausgefallen.

dpa

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