"Das ist natürlich bitter"

WM-Abfahrt ohne Stechert

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Tobias Stechert (Archivfoto) muss passen

Schladming - Ski-Rennläufer Tobias Stechert muss auf einen Start bei der WM-Abfahrt in Schladming verzichten. "Das ist natürlich bitter", so der 27-Jährige.

Der nächste Ausfall, ein Beinahe-Sturz und scharfe Kritik an der Rennleitung: Der dritte WM-Tag war für die deutschen Abfahrer ein „gebrauchter“. Zunächst musste Tobias Stechert für das erste Abfahrtstraining passen, dann sagte er für das Rennen am Samstag (11.00 Uhr) wegen seiner Probleme am Knie ab. Zwischendurch konnte Stephan Keppler, der einzige verbliebene deutsche Speed-Spezialist, einen Sturz nur mit großer Mühe verhindern. Keppler reagierte per „Scheibenwischer“ in Richtung Jury - und kritisierte diese später deutlich.

Bei all der Aufregung nahm Keppler den Start-Verzicht Stecherts vorweg. „Es ist schade, dass Tobi nicht fahren kann, das wäre eine Abfahrt für ihn gewesen“, sagte der 30 Jahre alte Ebinger: „Aber die Sprünge wären nicht gut für sein Knie gewesen.“

Stecherts rechtes Knie war im Dezember wegen eines Korpel- und Meniskusschadens, den er sich bei der Abfahrt in Beaver Creek zugezogen hatte, operiert worden. Auf den letzten Drücker schaffte es der 27-Jährige zur WM. Doch beim Super-G am Mittwoch bekam er einen Schlag ab, verspürte wieder Schmerzen. Die waren auch am Donnerstagmorgen beim Einfahren für das Training noch da, Stechert verzichtete auf einen Start - und ließ wenige Stunden später über den Verband mitteilen, dass er beim Rennen nicht antreten könne.

„Das ist natürlich bitter. Ich dachte, ich bin rechtzeitig fit zur WM“, sagte Stechert. Die Strecke „hätte mir gelegen“, bestätigte er die Eindrücke Kepplers, aber im Super-G habe er gemerkt, „dass das Knie dem Renneinsatz nicht standhält“. Er machte sich auf den Weg nach München, um sich einer Kernspintomographie zu unterziehen. Dabei soll untersucht werden, ob die alte Verletzung wieder aufgebrochen ist. „Ich hoffe“, sagte Stechert, „bis Garmisch fit sein zu können.“ Die Rennen dort finden am 23./24. Februar statt.

Vor dem ersten Training hatten Coaches und Athleten vergeblich versucht, die Rennleitung von der Entschärfung einiger Abschnitte der „Planai“ zu überzeugen. Zu viele Passagen seien „echt kritisch“ gewesen, berichtete Keppler. „Aber es ist immer das Gleiche: Wir können sagen, was wir wollen - das interessiert die nicht groß. Der Zeitplan ist denen wichtiger“, meinte er.

Der 30-Jährige kam bei der Einfahrt in den Zielhang fast zu Fall, rettete sich mit einer akrobatischen Einlage. „Im Training passiert das relativ oft, dass du auf den Hintern kommst“, sagte er lapidar.

Keppler kritisierte konkret, dass bei seiner Fahrt ein Tor nicht eingehängt gewesen sei. Außerdem monierte er „schlechtes Rutschen“ an den Richtungstoren sowie, dass im oberen Bereich viele Wellen nicht mit Farbe markiert worden seien. Einige dieser Wellen hätten zudem „abgetragen gehört“. Doch dafür habe der Rennjury wegen des für den Nachmittag angesetzten Frauen-Trainings die Zeit gefehlt. Erst, als die Schwierigkeiten nach einigen Fahrern offensichtlich geworden seien, sei gefärbt worden. „Wenn da ein paar fast stürzen, sieht“s auch der Hujara„, sagte Keppler über den `Kesslersprung“.

Der Ebinger war mit Startnummer 1 ins Training gegangen und ließ bei seinem Beinahe-Sturz ein Tor aus. Er wurde mit der elftbesten Zeit geführt, 1,50 Sekunden hinter dem Tagesbesten, Hannes Reichelt aus Österreich. Zweiter wurde der Südtiroler Dominik Paris (+0,11 Sekunden) vor seinem Teamkollegen Christof Innerhofer (+0,35).

sid

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