Internationale Stimmen zum Finale

Presse: "Füße in flüssigem Asphalt"

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Sabine Lisicki trauerte schon während des Finals.

London - Das Endspiel von Wimbledon hat Sabine Lisicki verloren, Sympathien weit über das Tennis hinaus aber gewonnen. Besonders die englische Presse leidet mit ihr mit. Weitere Pressestimmen:

Nach dem verlorenen Finale in Wimbledon hat Sabine Lisicki von deutschen Sportstars viel Zuspruch erhalten. Die internationale Presse leidet mit der Deutschen und gratuliert Bartoli.

ENGLAND:

The Sunday Times: „Die Enttäuschung über das Finale, das ein furchtbarer Wettstreit war, soll die Leistung des außergewöhnlichen und verdienten Champions nicht beeinträchtigen. Die Französin Marion Bartoli schlug die Deutsche Sabine Lisicki 6:1, 6:4 auf dem sonnendurchfluteten Centre Court. Nur in wenigen Momenten, zu Beginn und zum Ende, war das Ergebnis offen. Über weite Strecken des Matches erstarrte Lisicki in Angst, verschlug leichteste Bälle, gab ihren oft gepriesenen Aufschlag ab und bewegte sich, als steckten ihre Füße in flüssigem Asphalt.“

Independent: „Erster Titel für Marion, weil Lisicki unter Lampenfieber leidet - Dies war nicht das Finale, das alle erwartet hatten, es war auch kein Klassiker, aber es bewies, dass mentale Stärke im modernen Tennis ebenso wichtig ist wie Talent.“

Sunday Telegraph: „Bartoli verprügelt in Tränen aufgelöste Lisicki“

The Guardian: „Für manche Spielerinnen wie Marion Bartoli stehen auf der Reise so viele Hindernisse im Weg, dass es so erscheinen muss, als würden sich ihre Träume nie erfüllen. Jetzt nicht mehr. Die 28-Jährige fügte ihren Namen zur Wimbledon-Siegerliste mit einem 6:1, 6:4 über eine verzweifelte, überwältigte Sabine Lisicki hinzu.“

Lesen Sie hier das Finale in unserem Live-Ticker nach

Mail on Sunday: „Schrullige Bartoli lebt ihren Traum - der französische Star fegt über die entsetzte Lisicki hinweg“

Sun: „Marion Bartoli glaubt, das Image des Frauentennis verändern zu können. Die extravagante Französin ist stolz darauf, anders als ihre Gegnerinnen zu sein, und unterstrich dies, als sie Sabine Lisicki in zwei Sätzen zerstörte und ihren ersten Grand-Slam-Titel gewann.“

Sunday Express: „Bartoli erfüllt sich ihren unmöglichen Traum - Während der Partie, als sie 1:3 zurücklag, weinte Lisicki bittere Tränen der Enttäuschung. Die Ereignisse überwältigten sie mehr und mehr. Als sie beim Seitenwechsel saß, fing sie wieder an zu weinen, und das Mädchen, das seine Gefühle stets offen zeigt, war am Boden zerstört.“

The Observer: „Bartoli sichert sich den großen Moment mit beiden Händen.“

FRANKREICH:

L'Equipe: „Die Experten sind sich einig darin, dass Bartoli in ihren zwei Wimbledon-Wochen keine der Top-Fünf-Spielerinnen besiegt hat. Und dass ihr Sieg eines der unglaublichsten Wunder der Geschichte des Tennissports ist.“

Journal du Dimanche: „Zweifellos muss man den Sieg von Marion Bartoli - den ersten Sieg ohne ihren Vater - als das Ende eines ersten Lebens als Spielerin sehen, und den Beginn eines neuen Lebens, das von vielen Lichtern erleuchtet wird.“

Le Monde: „Marion Bartoli zur Königin von Wimbledon gekrönt.“

Wimbledon: Lisickis Finalniederlage in Bildern

Wimbledon: Lisickis Finalniederlage in Bildern

SCHWEIZ:

Blick: „Einstein Bartoli gewinnt in Wimbledon. Lisicki startet zwar ideal, doch dann läuft bei der Deutschen nichts mehr zusammen. Die Bilanz von 14:4 unerzwungenen Fehlern zu Ungunsten von Lisicki spricht Bände.“

Neue Zürcher Zeitung: „Im Gegensatz zu Bartoli konnte Lisicki in keinster Weise an ihre starken Auftritte der vergangenen Tage anknüpfen, was auch mit der fehlenden Frische zu tun hatte.“

Tages-Anzeiger: „Lisicki zerbricht an Bartoli und ihren Nerven.“

ÖSTERREICH:

Kurier: „Eine übernervöse Sabine Lisicki konnte in ihrem ersten Grand-Slam-Finale an ihre zuvor gezeigten Leistungen nicht anschließen. Die Favoritenrolle aufgrund ihres Turnierverlaufs und der große Medien-Hype nicht zuletzt in ihrer Heimat waren wohl zu viel für sie.“

Die Presse: „Abruptes Ende eines Sommermärchens. Die von vielen favorisierte Deutsche Sabine Lisicki erreichte im Endspiel gegen Marion Bartoli nicht ihre Topform.“

NIEDERLANDE:

Algemeen Dagblad: „Erst nachdem Lisicki Mitte des zweiten Satzes ihren Tränen freien Lauf ließ, begann sie wirklich Tennis zu spielen. Aber das war nicht genug, um Bartoli auf dem Weg zu ihrem ersten Grand-Slam-Titel aufzuhalten.“

SPANIEN:

As: „Eine eindrucksvolle Demonstration von Return-Winnern hat Marion Bartoli nach ihrer Finalteilnahme von 2007 zum ersten Wimbledon-Titel geführt. Sabine Lisicki war chancenlos.“

Mundo Deportivo: „Die eine, Marion Bartoli, blieb sich selbst treu und gab alles, um sich den Traum eines jeden Tennisspielers zu erfüllen und einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen. Die andere, Sabine Lisicki, erstarrte. Das Lampenfieber ließ den Arm schrumpfen, der auf Feind Nummer eins, Serena Williams, und auf andere berühmte Gegnerinnen wie Stosur oder Radwanska eingehämmert hatte.“

Marca: „Die gute Leistung von Bartoli, die aus London ohne einen einzigen Satzverlust abreist, wurde überschattet vom Nervenflattern von Lisicki, die nicht ins Spiel kam, weil sie mit dem Druck nicht fertig wurde. Die in Deutschland geweckten Erwartungen, wo sie bereits als Nachfolgerin von Boris Becker und Steffi Graf gefeiert wurde, sorgten dafür, dass ihr bei verschlagenen Vorhänden die Tränen kamen.“

sid/dpa

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