Kerber, Görges und Kohli weiter - Phau raus

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Angelique Kerber darf mittlerweile auch im Luxus von London schwelgen.

London - Angelique Kerber und Julia Görges sind Sabine Lisicki und Florian Mayer in die dritte Runde des Wimbledon-Turniers gefolgt. Doch nicht alle deutschen Teilnehmer konnten jubeln.

Dass Angelique Kerber in der Weltspitze angekommen ist, wird der besten deutschen Tennisspielerin in Wimbledon an jedem Tag klar. Nach dem 7:5, 6:3 in der zweiten Runde gegen die Russin Jekaterina Makarowa verschwand die Weltranglistenachte wieder in jener Umkleidekabine, die im All England Club nur den Top-Spielern vorbehalten ist. Als zweite Deutsche neben Kerber darf dort nur noch Sabine Lisicki (Berlin/Nr. 15) hinein, die ebenfalls in der dritten Runde steht.

Julia Görges bleibt der Zutritt verwehrt und dennoch steht die 23-Jährige aus Bad Oldesloe erneut in Runde drei eines Grand-Slam-Turniers. Die Weltranglisten-24. setzte sich gegen Anastasia Jakimowa (Weißrussland) 7:6 (7:3), 6:2 durch und trifft nun auf Ana Ivanovic (Serbien/Nr. 14). Es ist Görges' siebtes Drittrundenspiel bei einem der vier Majors in Serie. Den Einzug ins Achtelfinale, die Runde der besten 16, hat sie bislang allerdings nur bei den Australian Open geschafft.

Neben den drei deutschen Damen hat auch ein Männer-Duo den Einzug unter die besten 32 Spieler geschafft. Nach Florian Mayer (Bayreuth/Nr. 31) steht auch Philipp Kohlschreiber (Augsburg/Nr. 27) in der dritten Runde - bereits zum vierten Mal in seiner Laufbahn. Der 28-Jährige, der zum Auftakt Tommy Haas geschlagen hatte, setzte sich gegen den Tunesier Malek Jaziri 6:1, 7:6 (7:2), 6:1 durch und trifft nun entweder auf den zweimaligen Champion Rafael Nadal (Spanien/Nr. 2) oder Lukas Rosol (Tschechien).

Die Luxus-Kabine in Wimbledon ist den besten 16 Spielerinnen der Tour vorbehalten. „Dort gibt es Obst und Badewannen“, erzählte Kerber mit leuchtenden Augen. Noch vor einem Jahr war sie weit von solchen Extravaganzen entfernt, war im Mekka des Tennissports in der ersten Runde gescheitert und hatte an sich selbst gezweifelt.

„Daher kenne ich auch die andere Seite. Es ist ein wenig ungerecht, aber man hat es sich ja auch verdient“, sagte Kerber, die ihren Status als eine der Besten ihrer Zunft seit dem Halbfinaleinzug bei den US Open im vergangenen Jahr Woche für Woche bestätigt. So auch gegen Makarowa, die sich auf schnellen Belägen ausgesprochen wohlfühlt. Die Russin hatte bei den Australian Open das Viertelfinale erreicht und auf ihrem Weg dahin Serena Williams (USA) ausgeschaltet.

Beim Vorbereitungsturnier in Eastbourne schlug sie sogar die amtierende Wimbledonsiegerin Petra Kvitova (Tschechien), ehe sie im Viertelfinale an Kerber scheiterte. Im All England Club musste die Deutsche allerdings ihr ganzes Können abrufen - und das war auf dem Außenplatz 18 deutlich zu hören.

Mit einem langezogen „Come on“ hatte Kerber die Wende eingeleitet. Im ersten Satz war sie bis zum 4:5 einem frühen Break hinterhergelaufen, war ständig in der Defensive und wirkte sichtlich unzufrieden. Doch die 24-Jährige umweht derzeit die Aura der Top-Ten-Spielerinnen - und die nutzen ihre Chancen bekanntlich konsequent, besonders auf Rasen. Die erste Breakchance reichte Kerber, um zurück ins Spiel zu finden, der zweite Satzball saß nach 51 Minuten.

Im zweiten Durchgang ließ Kerber zwar vier Breakchancen liegen, das Bild auf dem heiligen Rasen hatte sich jedoch grundsätzlich geändert. Nun dominierte die Kielerin das Duell der Linkshänderinnen. Bei eigenem Aufschlag gab sie nur noch zwei Punkte ab und schaffte das entscheidende Break zum 5:3. Bundestrainerin Barbara Rittner war begeistert vom Auftritt ihres Schützlings: „Geiles Match heute. Hätte der Qualität nach auch ein Viertelfinale sein können.“

Vor ihrer ersten Achtelfinalteilnahme in Wimbledon ist Kerber nur noch einen Schritt entfernt. In der dritten Runde warten am Freitag Christina McHale (USA/Nr. 28) - und wieder der Luxus der elitären Umkleidekabine. „Ich muss wieder am Limit spielen, um sie zu schlagen“, sagte Kerber.

Ausgeschieden sind dagegen Benjamin Becker (Orscholz) und Björn Phau (Darmstadt). Damit stehen nur noch fünf von ursprünglich 15 gestarteten Deutschen in der dritten Runde.

sid

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