Kniffliges Los für Kerber

Wimbledon: Haas muss gegen Kohlschreiber ran

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Tommy Haas (l.) traf vor nicht mal einer Woche auf Philipp Kohlschreiber - im Finale von Halle, das Haas gewann

London - Deutschlands Tennisprofis haben in Wimbledon mehrheitlich knifflige Auslosungen erwischt. Tommy Haas und Philipp Kohlschreiber treffen gleich aufeinander, Angelique Kerber trifft auf eine schwierige Gegnerin.

In Wimbledon treffen Philipp Kohlschreiber und Tommy Haas in der ersten Runde aufeinander. Beim olympischen Tennisturnier auf dem heiligen Rasen werden sich die Rivalen jedoch nicht begegnen. Während Kohlschreiber vom Deutschen Tennis Bund (DTB) für die Olympischen Spiele in London (25. Juli bis 12. August/live auf Sky) vorgeschlagen wurde, muss Haas seine Hoffnungen auf die zweite Medaille nach Sydney 2000 endgültig begraben.

„Wir geben nur den Spielern eine Wildcard, die von ihrem Land zur Nominierung vorgeschlagen wurden“, sagte ITF-Sprecher Nick Davies dem SID auf Anfrage: „Tommy Haas steht weder beim Deutschen Tennis Bund noch beim Deutschen Olympischen Sportbund auf der Liste, deshalb wird es für ihn definitiv keine Wildcard geben.“

Beim Training in Wimbledon reagierte Haas frustriert und enttäuscht auf die Nachricht. „Der DOSB hat mich nicht einmal auf die Nominierungsliste gesetzt. Mich und manch anderen nicht, das ist eine Schande“, sagte der 34-Jährige im Gespräch mit tennisnet. com: „Ich habe ein Schreiben bekommen, in dem mir erklärt wurde, dass ich die Kriterien nicht erfüllt hätte und deshalb nicht nominiert wäre.“

Auch über die Wimbledon-Auslosung war Haas nicht allzu glücklich. „Das ist eine schwierige Auslosung für uns beide und auch ein bisschen schade für die deutschen Fans“, sagte Haas bei tennisnet.com: „Wir könnten beide weit kommen hier in Wimbledon, nun scheidet einer in Runde eins aus. Es ist schon kurios, dass wir zum vierten Mal gegeneinander spielen und das immer auf Rasen.“

Allerdings könnte noch eine mögliche Verletzung von Kohlschreiber das Aufeinandertreffen verhindern. Beim ATP-Turnier im südenglischen Seebad Eastbourne musste Kohlschreiber im Viertelfinale gegen den an Nummer drei gesetzten Italiener Andreas Seppi beim Stand von 5:7, 1:2 aufgeben. Kohlschreiber war ausgerutscht und mit dem Fuß umgeknickt. Eine genaue Untersuchung am Abend sollte Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben.

Beim olympischen Tennisturnier werden voraussichtlich Kohlschreiber im Einzel sowie Philipp Petzschner und Christopher Kas im Doppel die deutschen Farben vertreten. Florian Mayer hat auf eigenen Wunsch wegen seines zu engen Turnierplans auf eine Olympia-Nominierung verzichtet. Für das Damenturnier hat der DTB dem DOSB Angelique Kerber, Sabine Lisicki, Julia Görges und die in Wimbledon noch wegen der Nachwirkungen ihres Bänderrisses pausierende Andrea Petkovic zur Nominierung vorgeschlagen.

Die deutsche Nummer eins Kerber erwischte beim wichtigsten Tennisturnier der Welt eine lösbare Aufgabe in der ersten Runde. Die 24 Jahre alte Linkshänderin trifft zum Auftakt auf die Tschechin Lucie Hradecka. Im Viertelfinale könnte allerdings bereits Paris-Champion Maria Scharapowa (Russland/Nr. 1) auf die Kielerin warten. Die Nummer eins der Welt hatte 2004 zum bislang einzigen Mal auf dem heiligen Rasen triumphiert und wird bei den Olympischen Spielen die russische Fahne ins Olympiastadion tragen.

uch Görges und Lisicki gehen in Wimbledon als Favoritinnen in ihre Erstrundenpartien. Die an Position 22 gesetzte Görges (Bad Oldesloe) trifft auf die Israelin Shahar Peer, Lisicki (Berlin/Nr. 15) bekommt es mit der Kroatin Petra Martic zu tun. Im vergangenen Jahr hatte Lisicki das Halbfinale erreicht und war dort an Scharapowa gescheitert.

Lisicki war im vergangenen Jahr die beste Deutsche auf Rasen, Tommy Haas hat in diesem Jahr beim Vorbereitungsturnier in Halle/Westfalen überzeugt. Im Halbfinale schlug der 34-Jährige seinen Rivalen Kohlschreiber, im Endspiel bezwang er sogar Rekordsieger Roger Federer (Schweiz) und gewann seinen 13. ATP-Titel.

Seine zweiten Olympischen Spiele verpasst er dennoch. „Tommy Haas hat beim Turnier in Halle eine sehr gute Leistung gezeigt, aber wir konnten ihn trotzdem nicht für eine Wildcard vorschlagen, weil er nicht nur die deutsche Olympianorm nicht erfüllt, sondern auch die internationale Norm der ITF verfehlt hat“, erklärte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper: „Es gibt eine ganze Reihe von Athletinnen und Athleten, die zwar die internationale, aber nicht die deutsche Norm in ihrer Sportart erfüllen und von ihren Verbänden dennoch nicht für London vorgeschlagen werden. Hier müssen wir alle Athletinnen und Athleten und alle Sportarten gleich behandeln.“ Der DTB hatte bis zuletzt vergeblich alles versucht, um den DOSB im Fall Haas zum Umdenken zu bewegen.

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dpa/sid

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