Höfl-Riesch freut sich auf Ski-WM

"Will um die Medaillen mitfahren"

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Maria Höfl-Riesch

Schladming - Weniger als 48 Stunden vor der ersten Entscheidung bezogen Maria Höfl-Riesch und Viktoria Rebensburg ihr WM-Quartier. Sie sollen für den DSV am Dienstag um die Medaillen mitkämpfen.

Maria Höfl-Riesch, Viktoria Rebensburg & Co. durften sich über einen herzlichen Empfang am WM-Standort freuen. Am Sonntag bezogen die beiden deutschen Medaillen-Hoffnungen für die erste Entscheidung bei den Weltmeisterschaften mit dem Team die Zimmer in der Herrschaftstaverne in Haus im Ennstal - so heißt das Quartier des Deutschen Skiverbandes (DSV) für die Titelkämpfe vom 5. bis zum 17. Februar. Knapp zehn Kilometer vom WM-Ort Schladming entfernt logiert der DSV. „Das war extrem positiv, wie herzlich wir hier willkommen geheißen wurden“, berichtete Alpin-Direktor Wolfgang Maier am Sonntag.

Anders als vor den vergangenen Weltmeisterschaften mussten die deutschen Alpinen nicht gleich von einem Weltcup zur WM reisen. Das reduzierte den Stress und gab die Möglichkeit, noch einmal richtig zu trainieren oder Beschwerden auszukurieren. „Optimal“ sei ihre Erkrankung kurz vor der WM natürlich nicht gewesen, betonte Maria Höfl-Riesch. „Aber manchmal ist es besser, lieber ein paar Tage Pause zu machen, um auch den Kopf wieder freizubekommen.“ Sie darf sich auch über ein gutes Vorzeichen freuen: In Haus im Ennstal feierte sie vor neun Jahren ihre ersten beiden von nunmehr 24 Weltcup-Siegen.

Die Sportler hätten bis einschließlich Freitag „sehr gut“ trainieren können, verriet Maier. Auch die Techniker um Slalom-Ass Felix Neureuther sind voller Vorfreude, obwohl sie erst in der zweiten WM-Woche zum Zug kommen. „..gestern noch beim entspannen, heute gehts zur Vorbereitung. I'm ready to rumble;-)“, schrieb der 28-Jährige seinen Fans auf Facebook.

Bei den am Knie verletzten Stechert-Geschwistern hofft der Alpin-Direktor auf einen WM-Einsatz. Auf einem guten Weg dahin ist Abfahrer Tobias Stechert, der sich nach seinem fünften Platz von Lake Louise eine Woche später in Beaver Creek verletzt hatte und seitdem kein Rennen mehr fuhr. Gina Stechert war das letzte Mal in St. Anton (12. Januar) am Start und musste sich danach „vielen Reha-Einheiten“ unterziehen.

Während die deutschen Alpinen vor der Anreise am Sonntag einen Tag frei hatten, gab es im WM-Ort viel für die vom Veranstalter erhoffte rot-weiß-rote Alpin-Party zu tun. 500 freiwillige Helfer waren auf den Strecken im Einsatz, um den Neuschnee aus der Piste zu rutschen. Wegen des Wetters wurde die für Montag angesetzte Hangbefahrung für den Super-G der Damen abgesagt. Besserung für die WM-Entscheidungen, die am Dienstag mit dem Super-G beginnen, war aber laut Vorhersage in Sicht.

Dagegen wird für die Eröffnungsfeier, bei der „Herminator“ Hermann Maier und „Terminator“ Arnold Schwarzenegger ihr Heimatland präsentieren sollen, am Montagabend Schneeregen erwartet. Dann soll der Startschuss zur wohl größten alpinen Ski-WM der Geschichte fallen: 400 Millionen Euro wurden investiert, mehr als 400 000 WM-Besucher werden zu den elf Entscheidungen des „Skifestes mit Herz“ erwartet.

Ähnlich weit wie die deutschen Alpinen wohnt der etwa 100 Personen große Tross des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) vom Herz der WM-Entscheidungen entfernt. Wie für Maria Höfl-Riesch und Felix Neureuther 2011 in Garmisch-Partenkirchen wird der Druck für das ÖSV-Team bei der neunten Heim-WM überdimensional groß sein.

„Bei einer Heim-WM ist die Erwartungshaltung der Zuschauer groß. Vor heimischer Kulisse, im eigenen Ort, ist aber auch die Aufregung und die eigene Erwartungshaltung, der Wille, es besonders gut machen zu wollen, und irgendwo auch der Druck, viel größer“, erklärte Maria Höfl-Riesch. Sie will, nach einem Winter mit bislang nur zwei Podestplätzen, in Schladming „trotzdem alles daran setzen, doch um die Medaillen mitzufahren“.

dpa

Die Sporthöhepunkte des Jahres 2012 in Bildern

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