Wilde Fete auf Traumschiff

Sprünge von der Statue in den Pool

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Die MS "Deutschland" fährt bei Stade auf der Elbe in Begleitung eines Polizeibootes in Richtung Hamburg.

London/Hamburg - 217 deutsche Olympioniken feierten auf dem Traumschiff MS Deutschland von London nach Hamburg eine ausgelassene Fete.

Wilde Fete auf dem Traumschiff: Viele der 217 deutschen Olympioniken auf der MS Deutschland grölten und sangen bei der Poolparty ausgelassen den Hit der Toten Hosen "An Tagen wie diesen", als der 138 Kilo schwere Gewichtheber Almir Velagic die zwei Meter hohe Bronzestatue am Beckenrand bestieg und nach einer gewaltigen "Arschbombe" im Pool des Luxusschiffes eintauchte. Die kalte Dusche für alle Umstehenden war ungleich schlimmer als alle Fontänen, die zuvor Patrick Hausding und Sascha Klein als Vize-Weltmeister im Wasserspringen erzeugt hatten. "Es war die letzte Chance, in dieser Saison noch ein paar Schrauben zu üben", meinte Patrick Hausding, bevor er eines der Gläser am Beckenrand ergriff und mit der Poolbesatzung ein weiteres Mal anstieß.

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Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), war kurz zuvor von den Sportlern zur Polonaise über das Schiffsdeck animiert worden, hatte die Szene aber längst verlassen, als die ausgelassene Fete an Bord des Fünf-Sterne Schiffes in den frühen Morgenstunden weitere Höhepunkte erreichte.

"Diejenigen, die aus unserer Olympia-Mannschaft nicht aus dem Schiff waren, haben was verpasst. Die Spiele sind vorbei. Enttäuschung, Freude, alles war dabei. Jetzt verarbeiten wir gemeinsam", meinte Fechterin Monika Sozanska (Heidenheim), die sich mit Hausding/Klein und Velagic nach verpasster Medaille ausgelassen im Pool tummelte. Turn-Star Fabian Hambüchen entging der Ganz-Körper-Dusche, als er sich erfolgreich gegen die Attacke der ebenfalls auf dem Silberrang gelandeten Fechterin Britta Heidemann wehrte.

Schadensmeldungen wie am vergangenen Sonntag nach der ausschweifenden Gold-Feier der Hockey-Männer auf der damals noch in London vor Anker liegenden MS Deutschland wurden nicht bekannt. "Es gab wohl einige Teile, die zu Bruch gegangen sind. Und der Kapitän war sehr, sehr sauer", hatte Kanu-Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin festgestellt. Doch Andreas Greulich, Chef des 27. 000 PS starken Riesen, hatte anderntags die Entschuldigung der Truppe akzeptiert: "Wir haben uns ausgesprochen, alles ist wieder in Ordnung", äußerte Greulich zum Sport-Informations-Dienst (SID).

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Der DOSB hatte die Hockey-Jungs, die vier Jahre zuvor nach dem Gold von Peking bereits über die Stränge geschlagen hatten, zur Brust genommen und ihnen klargemacht, dass man keine weiteren Probleme brauche. Michael Vesper, Chef de Mission bei Olympia, hatte deswegen versichert: "Das Hockeyteam hat zum zweiten Mal in Folge eine Goldmedaille errungen, deshalb gehört die Mannschaft auf das Schiff. Ich bin ganz sicher, dass da nichts zu Bruch geht..."

SID

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