Das Stöhnen kommt nach Stuttgart

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Maria Scharapowa gibt nicht nur beim Aufschlag laute Töne von sich

Stuttgart - Das Stöhnen kommt nach Stuttgart! Auf dem Court werden die Weltranglistenerste Wiktoria Asarenka und Maria Scharapowa auch bei diesem Turnier laut. Abseits trennen sie Welten.

Es muss schon einiges passieren, ehe Maria Scharapowa so etwas wie Emotionen zeigt. Die bestverdienende Sportlerin der Welt scheint trotz ihrer erst 25 Jahre mit allen Wassern gewaschen. Dass jüngst ein harmloses Perücken-Foto von ihr auf Facebook einen wahren Sturm an Begeisterung und Entrüstung im Internet auslöste, sorgte selbst bei der immer etwas divenhaft wirkenden Scharapowa für höchste Verblüffung.

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„Ich habe mehr Mails bekommen als nach Siegen bei Grand-Slam-Turnieren. Vielleicht war ich ein bisschen naiv und habe vergessen, dass die sieben Millionen Menschen, die meine Seite anklicken, auch interessiert, was ich so treibe“, sagte die Russin, die in dieser Woche zum ersten Mal beim WTA-Turnier in Stuttgart an den Start geht.

Mit herkömmlicher Frisur übrigens, denn der flotte Kurzhaarschnitt Scharapowas auf besagtem Internet-Foto war nur das Ergebnis einer Perücken-Aktion im Rahmen von Modeaufnahmen für ein internationales Hochglanz-Magazin.

Die haarigen Geschehnisse der letzten Tage machten deutlich, wer in Sachen Glamourfaktor im Tenniszirkus noch immer die unangefochtene Nummer eins ist. Sollte die Weltranglistenerste Wiktoria Asarenka ihren Zopf stutzen, würde das bei den gerade einmal 105.000 „Followern“ ihrer Facebook-Seite sicher nur für ein laues Lüftchen sorgen. Verglichen zum Scharapowa-Orkan jedenfalls.

Und doch nährt die Weißrussin Asarenka, die im Januar die Australian Open gewann (im Finale gegen Scharapowa) und bis Ende März 26 Matches in Folge gewann, große Hoffnungen. Der athletischen Powerspielerin traut man zu, eine neue Ära einläuten zu können - nach insgesamt 15 Wechseln auf der Topposition des Rankings seit 2008. „Vika“ gilt im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin Caroline Wozniacki (Dänemark) als würdige Branchenführerin. „Mein Erfolg ist kein Wunder, er basiert auf harter Arbeit“, meinte die 22-jährige Asarenka, die im Achtelfinale von Stuttgart auf Andrea Petkovic (Darmstadt) treffen könnte.

Kaum zu glauben, dass die Karriere von Asarenka vor gut einem Jahr am seidenen Faden hing. Nach bitteren Niederlagen saß sie bei ihrer Großmutter in Minsk am Küchentisch und wollte ihre Karriere zu Gunsten eines Studiums beenden. „Da hat meine Oma mir erzählt, wie hart sie ihr Leben lang arbeiten musste. Sie wollte mir damit wohl sagen: 'Mädel, höre auf, dich zu beschweren und genieße dein privilegiertes Leben als Tennis-Profi“, erzählte Asarenka über ihre 71-jährige Babuschka.

Oma Asarenka, eine Kindergärtnerin, hatte man regelrecht zur Rente zwingen müssen: „Wir haben die Papiere ausgefüllt, sonst wäre sie weiterhin jeden Morgen um fünf Uhr aufgestanden, um arbeiten zu gehen“, meinte die derzeit beste Tennisspielerin, die mit Sergej Bubka Jr., dem Sohn der gleichnamigen Stabhochsprung-Ikone, liiert ist.

Ihr Verhältnis zu Scharapowa, Nummer zwei des Rankings und größte Herausforderin der Weißrussin, beschreibt Asarenka schulterzuckend als „normal“. In punkto Stöhn-Allianz aber passt kein Blatt zwischen das Führungsduo. Beide müssen wegen ihres Gekreisches während der Spiele, das der Lautstärke einer Kettensäge gleichkommt, immer wieder Kritik einstecken. Über die Pläne der WTA, die künftig stöhnende Spielerinnen auf der Jugend-Tour bestrafen will, hatte Scharapowa angeblich bis Montag nichts gewusst. „Nein, das ist mir neu“, sagte die Russin mit einem Jahreseinkommen von rund 22 Millionen Dollar kühl. Emotionen zeigte sie dabei nicht.

sid

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