Bilder aus Detroit

105.491 Zuschauer: Weltrekord im Eishockey

+
Was für eine Kulisse im Michigan Stadium.

Detroit - Die Toronto Maple Leafs haben das sechste Winter Classic der NHL gegen die Detroit Red Wings mit 3:2 gewonnen. Doch beeidruckender war die Zuschauerzahl.

Es schneite und schneite, die Temperaturen lagen weit unter dem Gefrierpunkt, doch die Fans kamen trotzdem in Scharen. 105.491 Besucher im Michigan Stadium sicherten dem sechsten Winter Classic der NHL einen Platz in den Geschichtsbüchern. Im Michigan Stadium sorgten sie beim 3:2-Erfolg der Toronto Maple Leafs gegen die Detroit Red Wings für eine Eishockey-Weltrekordkulisse - und bei allen Beteiligten für bleibende Erinnerungen.

„Normalerweise rede ich nicht mit meinem Team, wenn wir verloren haben. Niemals“, sagte Red-Wings-Coach Mike Babcock: „Aber diesmal habe ich es gemacht. Ich habe gesagt: “Seid stolz und dankbar für diese Erfahrung. Erinnert euch immer daran!' Man erinnert sich in seinem Leben nie an alles, sondern nur an Momente - und dies war so einer.„

Ähnlich ergriffen zeigten sich auch die Spieler. `Wenn 105.000 Zuschauer schreien, ist das einfach unglaublich. Das werden wir nie vergessen“, sagte Torontos Torhüter Jonathan Bernier nach dem Freiluftspektakel. „Ich glaube, jeder hat versucht, so viel wie möglich in sich aufzusaugen“, meinte Detroits Kapitän Henrik Zetterberg.

Mehr als 75.000 Liter Wasser und Hunderte Helfer waren nötig gewesen, um das Stadion der traditionsreichen University of Michigan eishockeytauglich zu machen. Normalerweise spielt in Ann Arbor, unweit von Detroit gelegen, das Football-Team der Universität.

Dabei konnten selbst der starke Schneefall und Temperaturen von minus zehn Grad Celsius die neue Bestmarke nicht verhindern. 2010 hatten ebenfalls im Michigan Stadium 104.173 Zuschauer das Duell zweier College-Teams besucht.

Weltrekord: Bilder des NHL Winter Classics 2014

Zuschauer-Weltrekord: Bilder des NHL Winter Classics 2014

Dennoch kam es am Mittwochabend witterungsbedingt zu einigen komischen Szenen. Goalie Bernier trug die gesamte Spielzeit eine Bommelmütze auf seinem Helm, einige Spieler vertrauten auf Sturmhauben - sich immer wieder auftürmende Schneehaufen verhinderten ein technisch anspruchsvolleres Duell der beiden Teams. Mehrmals musste das Spiel unterbrochen werden, um das Eis vom Schnee zu befreien. Die Spieler nahmen unterdessen auf ihren beheizten Bänken Platz.

„Die Elemente, der Schneefall - es war unglaublich“, sagte Detroits Torschütze Justin Abdelkader. Der allerdings auch von einem weiteren kuriosen Zwischenfall berichtete: „Als ich auf die Strafbank kam, wollte ich einen Schluck aus der Flasche nehmen - doch das Getränk war gefroren.“

Und selbst vor den Unparteiischen machte die Kälte nicht halt. Linienrichter Scott Driscoll wollte kurz nach Beginn des Spiels einen Spielzug unterbrechen - doch aufgrund der Temperaturen funktionierte seine Pfeife nicht. Er musste sich erst vorgewärmten Ersatz besorgen.

Seit 2008 findet zu Jahresbeginn eine NHL-Partie unter freiemHimmel statt. Für das vergangene Jahr hatte die Liga den WinterClassic wegen des Tarifstreits abgesagt. 2010 hatten 104 173Zuschauer eine Partie der beiden College-Mannschaften der University of Michigan und der Michigan State University gesehen.

SID/dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare