Weltmeistertitel zum Greifen nahe

Wütender Cortese holt den Matchball

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Sandro Cortese

Motegi - Sandro Cortese hatte durchaus Grund zur Freude, doch er kochte vor Wut. Als Sechster beim turbulenten Großen Preis von Japan hatte der Motorrad-Pilot seine WM-Führung ausgebaut.

Er sicherte sich so den Matchball - den vorzeitigen Gesamtsieg aber verpasste er knapp. Greifbar nah war sein erster WM-Titel noch in der letzten Runde gewesen, doch ein Sturz im Duell mit seinem Teamkollegen Danny Kent nahm ihm die Siegchance.

„Ein bisschen Respekt vor mir hätte er zeigen können, das war nicht nötig“, sagte Cortese, der sich den Briten schon auf der Auslaufrunde wild gestikulierend zur Brust genommen hatten: „Ich weiß nicht, was ich sagen soll, das ist sehr schade.“

In der MotoGP überzeugte Stefan Bradl, der Zahlinger fuhr mit seiner Honda auf einen guten sechsten Platz. Der spanische WM-Zweite Dani Pedrosa (Honda) siegte vor Spitzenreiter Jorge Lorenzo (Yamaha/Spanien) und hielt mit seinem 20. Sieg in der Königsklasse das Titelrennen spannend.

Zur Beruhigung bei Cortese trug erst der Gedanke an das Klassement der Moto3 bei - mit nun 56 Punkten Vorsprung kann er schon am kommenden Wochenende in Malaysia im ersten der verbleibenden drei Rennen aus eigener Kraft den Titel holen. Sein ärgster Kokurrent Luis Salom (Spanien/Kalex) war kurz vor Schluss gestürzt und hatte auch den bis dahin führenden Jonas Folger (Schwindegg/Kalex) von der Strecke geschossen. „Da hat Salom sein Hirn ausgeschaltet, das sollte man nicht machen“, sagte Folger, der seinen möglichen zweiten Saisonsieg verpasste.

Die Tür zum Titel war damit weit offen für Cortese. Zwar kam der 22-Jährige nur Augenblicke später im engen, aber fairen Kampf mit Kent und Alessandro Tonucci (Italien/Honda) zu Fall, hielt seine KTM aber im Rennen und blieb damit klar auf Titel-Kurs.

„Am Anfang war ich heute ein bisschen nervös, auf dieses Ziel arbeite ich seit Jahren hin“, sagte Cortese: „Jetzt müssen wir noch ein oder zwei Wochen warten, aber wir arbeiten in Ruhe weiter.“ Erster Verfolger von Cortese (255 Punkte) ist nun wieder der Spanier Maverick Vinales (Honda/199), der auf Platz zwei fuhr, vor Salom (194).

Kalex-Pilot Luca Amato (Bergisch-Gladbach) fuhr auf Platz 22. Für Toni Finsterbusch (Krostitz/Bimota) war das Rennen bereits nach vier Runden wegen technischer Probleme beendet.

Bradl hielt in der MotoGP zu Rennbeginn Startplatz acht und arbeitete sich schnell auf die sechste Position vor, konnte das Tempo der Top-Piloten aber nicht mitgehen. Superstar Valentino Rossi (Italien/Ducati), der am Ende Siebter wurde, hielt der 22-Jährige aus Zahling jedoch hartnäckig auf Distanz. Dritter wurde Alvaro Bautista (Honda/Spanien).

Weltmeister Casey Stoner (Australien/Honda), der nach achtwöchiger Pause wegen einer Knöchelverletzung sein Comeback gab, fuhr auf den fünften Platz. Im Klassement verkürzte Pedrosa (282 Punkte) den Rückstand auf Lorenzo (310) auf 28 Punkte. Mit 125 Zählern liegt Bradl weiter auf Rang acht.

In der Moto2 fuhr Bimota-Pilot Marcel Schrötter (Vilgertshofen) auf den 24. Platz, derweil machte der Gesamtführende Marc Marquez aus Spanien den nächsten Schritt in Richtung WM-Titel. Der Suter-Pilot gewann vor Verfolger Pol Espargaro (Kalex) und führt im Klassement nun mit 283 Zählern vor seinem Landsmann (230). Esteve Rabat (Kalex) machte mit dem dritten Platz den spanischen Dreifachsieg perfekt.

SID

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