Weltcup in Ruhpolding

Biathlon: Männer-Staffel verpasst Podest

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Die deutschen Biathleten Simon Schempp (l) und Andreas Birnbacher beim Wechsel in der 4 x 7,5 km Staffel beim Biathlon-Weltcup in der Chiemgau Arena in Ruhpolding.

Ruhpolding - Die deutsche Biathlon-Staffel schaffte es beim letzten Heimweltcup nicht auf das Podest. Zwar lag Schlussläufer Lesser auf Podiumskurs, musste dann aber die Konkurrenz vorbeiziehen lassen.

Andreas Birnbacher, Arnd Peiffer und Simon Schempp standen schon erwartungsvoll hinter der Franzosen-Staffel zur Jubelfeier mit Schlussläufer Erik Lesser - doch dann kam in Ruhpolding alles ganz anders. „Wir haben es erst gar nicht registriert. Wir haben erst gedacht, es wird der zweite Platz, aber der ist es leider nicht geworden“, sagte Birnbacher. „Schade“, meinte Peiffer, „jetzt dürfen wir doch nicht in den Zielbereich rein. Das ist immer so ein bisschen blöd, man hat sich vorbereitet, freut sich, und dann waren wir so ein bisschen ausgeschlossen.“

Als Erik Lesser dann rauskam - in den Zielraum dürfen nur die ersten drei Teams - gab es von den Kollegen aufmunterndes Schulterklopfen. Bundestrainer Mark Kirchner sah den Auftritt seines Quartetts am Donnerstagabend über die 4 x 7,5 Kilometer vor 11 00 Zuschauern „durchaus positiv“, auch wenn es als Vierter hinter Frankreich, Norwegen und Österreich knapp am Podest vorbei ging. „Aber wir haben gesehen, dass wir absolut konkurrenzfähig sind“, sagte Kirchner.

Lesser, der erstmals als Schlussläufer eingesetzt wurde, machte niemand Vorwürfe, weder die Kollegen, noch der Bundestrainer. „Am Ende haben ihm auf der letzten halben Runde die Körner gefehlt. Dafür ist er das erste Mal im Weltcup dabei, und lernt noch dazu“, sagte Kirchner. „Die Erwartungshaltung an mich war riesig. Da will ich dann zu viel und mein ganzer Körper geht fest. Da ging bei mir gar nichts mehr“, sagte der Athlet über die entscheidenden Augenblicke kurz vor Rennende. Der Franzose Martin Fourcade war weg, der Norweger Emil Hegle Svendsen und der Österreicher Christoph Sumann zogen vorbei.

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Der ehemalige Sprintweltmeister Peiffer hatte schon damit gerechnet, dass Svendsen seinen Teamkollegen noch einholen könnte. „Doch ich habe nicht damit gerechnet, dass der Sumi so stark ist.“ Lediglich drei Nachlader leistete sich das deutsche Quartett, zwei durch Startläufer Schempp, einen durch den an Position drei laufenden Pfeiffer, der Lesser als Viertplatzierten ins Rennen schickte. „Ich möchte nicht in seiner Haut stecken“, sagte Peiffer.

Mit Fourcade und Svendsen hatte Lesser im direkten Duell die schwerste Aufgabe des Abends vor sich. Zudem stürzte der 24-Jährige in der Anfahrt zum ersten Schießen. Doch das schockte ihn nicht, der Frankenhainer räumte alle fünf Scheiben ab. Beim finalen Showdown Mann gegen Mann zeigte er dann erneut keine Nerven und ging 0,5 Sekunden vor Fourcade vom Stand. „Das Schießen war bombastisch. Schade, dass es nicht gereicht hat.“

Auch Michael Greis zollte seinen einstigen Teamkollegen im vorletzten Staffel-Rennen vor der Weltmeisterschaft in Nove Mesto Respekt. „Eine starke Leistung. Das ist zwar schade, aber kein Beinbruch“, meinte der dreimalige Olympiasieger, der das Rennen als Experte für den Fernsehsender Eurosport kommentierte, und bei der WM im Vorjahr Garant für den Gewinn der Bronze-Medaille war.

Bei den Skijägerinnen gab es vor dem Abschlusstraining für den Sprint-Wettkampf an diesem Freitag (18.15 Uhr/ARD und Eurosport) Einzelgespräche. „Wir haben alles sachlich analysiert“, sagte Bundestrainer Gerald Hönig am Tag nach Staffel-Platz vier hinter Norwegen, Russland und Tschechien. Im Kurzrennen will das Team wieder angreifen und es ähnlich gut machen wie zuletzt in Oberhof. Da hatte Miriam Gössner gewonnen und Andrea Henkel war auf Rang drei gelaufen. Erstmals wieder dabei nach gerade einmal sechsmonatiger Baby-Pause ist Kathrin Lang, geborene Hitzer.

Von Volker Gundrum

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