Weltcup in Garmisch-Partenkirchen

Morddrohung gegen Tina Maze

+
Tina Maze in in Garmisch-Partenkirchen

Garmisch-Partenkirchen - Ski-Star Tina Maze hat nach Angaben des Veranstalters der alpinen Weltcup-Rennen in Garmisch-Partenkirchen eine Morddrohung erhalten und steht unter Polizeischutz.

„Wir haben per E-Mail eine Morddrohung bekommen, die wir sehr ernst nehmen. Sie ist leider gegen Tina Maze gerichtet. Wir gewährleisten ihren Schutz“, sagte OK-Chef Peter Fischer am Sonntag der ARD. In der TV-Übertragung waren zudem zwei Polizisten im Startbereich des Super-G in der Nähe der Gesamtweltcupsiegerin aus Slowenien zu sehen. Auch bei der Besichtigung der Piste war sie von zwei Beamten in Zivil begleitet worden.

Maze versuchte den Vorfall locker zu nehmen. Sie könne darüber nur lachen, „so sicher wie heute habe ich mich noch nie gefühlt“, sagte sie am Sonntag nach dem abschließenden Super-G, in dem sie nach ihrem Sieg in der Abfahrt am Sonntag Rang vier belegte. Zugleich räumte Maze freilich ein, dass sie sich doch beeinträchtigt gefühlt hatte: „Es ist nicht einfach, wenn du das Gefühl hast, dass etwas passieren kann.“

Maze wollte vor dem Weltcup in Ofterschwang kommende Woche noch drei Tage in Garmisch trainieren. Auf die Frage, ob sie das weiterhin vorhabe, sagte sie: „Warum nicht? Ich habe kein Problem damit.“

Ein Polizeisprecher bestätigte eine Drohung gegen eine Sportlerin in einer E-Mail. „Spezialisten der Polizei haben den Inhalt der Mail analysiert. Aufgrund des Inhalts ist aber nicht von einer ernsthaften Bedrohung auszugehen“, sagte der Sprecher. Die Kriminalpolizei ermittle , um den Absender ausfindig zu machen.

Maria Höfl-Riesch reagierte nach dem Rennen am Sonntag mit Unverständnis. „Das ist schon brutal, dass es so weit gehen muss. Konkurrenzdenken ist schön und gut, aber das geht zu weit, das hat im Sport und auch sonst im Leben nichts verloren.“

Eine akute Gefahr habe nicht bestanden, hieß es von der Polizei. „Spezialisten der Polizei haben den Inhalt der Mail analysiert. Aufgrund des Inhalts ist aber nicht von einer ernsthaften Bedrohung auszugehen“, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa. Die Kriminalpolizei ermittele, um den Absender ausfindig zu machen.

Den Wortlaut der Mail kannte Maze nach Rennende noch nicht. „Ich hab gar nichts gesehen“, sagte sie und ergänzte: „Ich muss diese Mail sehen, ich muss sehen, was der geschrieben hat.“ Auch die Rennleitung nannte keine Details. „Wir werden uns hüten, in die Polizeiarbeit reinzureden“, meinte Fischer.

dpa / sid

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare