Weltcup-Auftakt: Fehlschüsse kosten Neuner den Sieg

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Magdalena Neuner am Donnerstag beim beim Weltcup-Auftakt im schwedischen Östersund.

Östersund - Zwei Fehlschüsse im letzten Schießen haben Magdalena Neuner beim Weltcup-Auftakt den Sieg gekostet.

Bei Schneeregen und böigem Wind im schwedischen Östersund hatte die 24 Jahre alte Ausnahmesportlerin am Donnerstag im 15-Kilometer-Einzel als Dritte einen Rückstand von 1:41,7 Minuten auf Siegerin Darja Domratschewa aus Weißrussland. “Das habe ich das letzte Mal vor vier Jahren geschafft“, sagte Magdalena Neuner und war nicht unzufrieden:. “Das ist ein super Einstand. Auch wenn mir läuferisch noch der letzte Punch gefehlt hat, da muss ich noch mal das Rohr durchblasen.“

Noch mehr als über die eigene Leistung freute sie sich aber über das gelungene Weltcup-Debüt ihrer Zimmerkollegin Franziska Hildebrand aus Köthen in Anhalt, die nach nur einem Schießfehler Sechste wurde. “Ich habe versucht die Treffer zu setzen und es hat geklappt. Es war ein sehr, sehr schönes Rennen“, sagte die 24-jährige Hildebrand. “Das macht Lust auf mehr. Mit dem Auftakt sind wir sehr zufrieden“, sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig.

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Nach insgesamt 18 Schießfehlern lagen Andrea Henkel (4 Fehler/Platz 17), Tina Bachmann (4/22), Sabrina Buchholz (4/23) und Miriam Gössner (6/43) zurück. “Ich bin nicht ganz zufrieden, vier Fehler sind zuviel“, sagte Andrea Henkel, die Munition vergessen hatte und Zeit verlor. Einen Tag nach seinem überraschenden dritten Platz im Männer-Einzel will Simon Schempp auch im Sprint an diesem Freitag (16.15 Uhr /ZDF und Eurosport) angreifen. Auch Turin-Olympiasieger Michael Greis und Sprint-Weltmeister Arnd Pfeiffer wollen dann vorne dabei sein.

Magdalena Neuner war in der Saison-Vorbereitung eigene Wege gegangen. Sie hatte die Dunkelheit und das schlechte Wetter im traditionellen Munio-Trainingslager der deutschen Skijäger vermieden und war im November daheimgeblieben. Nachdem sie zuletzt zweimal in Östersund krankheitsbedingt hatte passen müssen, war sie diesmal fit. Und zunächst lief auch alles nach Plan: Liegend traf sie alle zehn Scheiben, stehend ließ sie zunächst eine stehen. Als sie zum vierten und letzten Schießen kam, blieben die ersten zwei Scheiben stehen. “Die Bedingungen am Schießstand waren sehr schwierig aufgrund der wechselnden Winde. Sicher hätte ich gerne einen Fehler weniger geschossen, aber ich bin zufrieden“, sagte sie.

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Wie lange Magdalena Neuner noch im Biathlon-Zirkus für Furore sorgen wird, ist offen. Ob sie nach der Heim-Weltmeisterschaft in Ruhpolding das Gewehr in die Ecke stellt oder noch bis Olympia 2014 in Sotschi weitermacht, das weiß sie wohl selbst noch nicht. “Ich denke nur noch von Jahr zu Jahr und Sport ist nicht alles. Ich habe immer gesagt, dass ich nicht mit über 30 noch Biathlon machen will. Es gibt noch ein Leben nach dem Biathlon - und das will ich auch genießen.“

Derweil genießt Simon Schempp nach den gesundheitlichen Rückschlägen im vergangenen Winter das Biathlon-Leben. “Deshalb heißt es jetzt auch, weiter Gas geben und noch mal ein paar gute Ergebnisse machen“, meinte Schempp. Am liebsten schon am Freitag im Sprint und am Sonntag im Verfolgungsrennen: “Da rechne ich mir eigentlich noch mehr aus.“ Auch der in der Vorbereitung durch eine Verletzung gehandicapte Greis will nach Rang 32 im Einzel angreifen. “Der erste Wettkampf war zum reinkommen schwer. Aber ich werde fokussiert in die nächsten Rennen gehen und hoffe, dass es Schritt für Schritt besser wird.“

Von Sandra Degenhardt

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