Volleyball-EM: Nach 22 Jahren wieder im Finale

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Die deutschen Volleyballdamen jubelen nach dem Einzug ins Finale.

Belgrad - Die Überraschung ist perfekt: Die deutschen Volleyballerinnen haben ihren Siegeszug bei der EM fortgesetzt und sind ins Finale eingezogen.

Mit 3:0 (25:22, 25:22, 25:17) setzte sich die Mannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti gegen Titelverteidiger Italien durch.

Damit steht zum ersten Mal seit 22 Jahren steht eine deutsche Mannschaft wieder im Endspiel einer EM. Zuletzt war dies 1989 der Auswahl der DDR gelungen. „Das war einfach unglaublich. Das hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht gedacht. Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen für den Mannschaftsgeist, für die Disziplin und den Mut, den sie gezeigt haben. Mein erstes Finale bei einer EM, das ist ein Wahnsinnsgefühl“, sagte Guidetti.

Seine Schützlinge gingen gegen den Favoriten mit dem Selbstvertrauen von vier klaren Siegen in die Partie und konnten sich im ersten Satz zunächst absetzen. Mit einer 8:3-Führung ging es in die erste technische Auszeit. In der Folgezeit holten die Italienerinnen auf, besonders Diagonalangreiferin Carolina Costagrande bereitete den Deutschen Schwierigkeiten. Rückkehrerin Grün, die selbst lange Jahre in Italien spielte, machte aber immer wieder die wichtigen Punkte und hielt ihre Mannschaft im Rennen. Corina Ssuscke-Voigt verwandelte dann den Satzball zum 25:22 für die Deutschen.

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„Wir haben vor zwei Jahren bei der EM schon das gleiche Spiel gehabt, da hat Italien gewonnen. Nun haben wir uns durchgesetzt. Ich bin sprachlos, ich bin so stolz und glücklich. Wir haben alles gegeben und alles perfekt umgesetzt“, sagte Spielführerin Margareta Kozuch.

Mit einer deutlich geringeren Fehlerquote als noch im Spiel gegen die Tschechinnen ging die DVV-Auswahl auch im zweiten Satz in Führung. Mit starken Leistungen im Aufschlag und in der Annahme konnte sich das Team erneut absetzen. Mit sechs Punkten Vorsprung gingen Gün und Co. in die zweite technische Auszeit. Besonders Außenangreiferin Kozuch stellte in dem Duell mit dem Weltranglisten-Fünften ihre Stärke unter Beweis und erzielte den Satzball zum 25:22. Auch im dritten Durchgang beherrschte Deutschland den Favoriten deutlich und verwandelte gleich den ersten Matchball gegen konsternierte Italierinnen.

Mit dem Sieg gegen Italien qualifizierten sich die Deutschen für den World Cup in Japan (2. bis 19. November), wo die ersten drei Tickets für London 2012 vergeben werden. Somit erspielte sich das DVV-Team eine weitere Möglichkeit, die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen zu sichern. Zudem gelang die Revanche für das EM-Halbfinale 2009, als die deutsche Auswahl dem späteren Europameister unterlag und sich am Ende mit Platz vier begnügen musste.

Im Finale treffen die Deutschen auf Serbien: Die Gastgeber setzten sich im Halbfinale in der ausverkauften “Hala Pionir“ mit 3:2 (25:10, 25:22, 23:25, 23:25, 15:12) gegen die Türkei durch.

Bereits in der Vorrunde trafen Deutschland und Serbien aufeinander. Die deutschen Schmetterlinge hatten mit 3:1 gesiegt und dabei den einzigen Satz im gesamten Turnierverlauf abgegeben. “Wir wissen, wie wir gegen Serbien spielen müssen“, sagte Bundestrainer Giovanni Guidetti. “Wir haben die Chance, zu gewinnen und werden probieren, das beste Spiel unseres Lebens zu machen. Wir wollen Europameister werden. Die Mädchen haben das verdient.“

dapd/SID

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