Kraus in Quali top

Tournee: Alle DSV-Adler am Bergisel dabei

+
Marinus Kraus überzeugte in der Qualifikation zum Springen in Innsbruck

Innsbruck - Die deutschen Skispringer haben in der Quali für das dritte Springen der Vierschanzentournee in Innsbruck ihren Aufwärtstrend bestätigt. Alle DSV-Adler schafften den Sprung in den Wettbewerb.

„Es war eine ansprechende Qualifikation. Wir haben individuell Fortschritte gemacht, alle waren gut bei der Sache“, sagte Bundestrainer Werner Schuster. Wegen des angekündigten Sturms ist aber weiter unsicher, ob der Wettbewerb überhaupt wie geplant am Samstag (14 Uhr/ARD und Eurosport) stattfinden kann.

Die übrigen DSV-Adler bereiteten Schuster vor dem erwarteten Föhnsturm allerdings ein wenig Kopfschmerzen. Andreas Wellinger (Ruhpolding/21.), Karl Geiger (Oberstdorf/22.), Andreas Wank (Oberhof/24.), Richard Freitag (Aue/32.) und Michael Neumayer (Berchtesgaden/33.) schafften es bei schwierigen Windverhältnissen nicht in die Top 20, sind aber am Samstag dabei.

Keine Nerven vor seinem mit 22.150 Zuschauern ausverkauften Heimspiel zeigte Diethart. Der Führende der Gesamtwertung flog auf starke 123,5 Meter. Seine Verfolger Thomas Morgenstern (Österreich) und Simon Amman (Schweiz) verzichteten nach zwei guten Trainingsdurchgängen dagegen auf einen Start. „Ich hebe mir die Kraft für morgen auf“, sagte der dank seiner Weltcup-Platzierung automatisch qualifizierte Morgenstern.

Ammann und auch Morgenstern wurden für ihren Verzicht allerdings mit schweren K.o.-Duellen bestraft: Oberstdorf-Gewinner Ammann muss gegen Garmisch-Sieger Diethart antreten, Morgenstern gegen den starken Fannemel. Sorgen macht sich Diethart dennoch keine. „Der Sprung hat gepasst. Bergisel ist eine meine Lieblingsschanzen“, sagte der 21-Jährige. Die deutschen Springer erwischten machbare Gegner, am schwersten dürfte es noch Freitag mit dem Norweger Rune Velta haben.

Überraschend ausgeschieden sind dagegen der Norweger Tom Hilde, Jurij Tepes (Slowenien) und Jakub Janda (Tschechien). Auch der Japaner Takanobu Okabe, mit 43 Jahren und 68 Tagen ältester Teilnehmer im Feld, schaffte es wie schon in Oberstdorf und Garmisch nicht in den Wettbewerb.

Wegen des angekündigten Föhnsturms steht das Springen allerdings weiter auf der Kippe. Tief „Anne“ soll am Samstag für Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h sorgen. Eine Verschiebung auf Sonntag steht ebenso zur Diskussion wie eine Verlegung nach Bischofshofen, wo dann wie 2008 gleich zwei Wettbewerbe stattfinden würden.

Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen: Bilder

Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen: Bilder

Eine Entscheidung wird am Samstag wohl kurzfristig getroffen. Schuld an dem Dilemma ist auch der Borkenkäfer: In den vergangenen Jahren ist der halbe Bergisel-Wald und damit der natürliche Windschutz den Insekten zum Opfer gefallen. Auch das nach der Absage von 2008 eingerichtete Windnetz reicht nicht aus.

Sollte Diethart, Morgenstern oder auch der in der Gesamtwertung chancenlose Titelverteidiger Gregor Schlierenzauer im Kessel gewinnen, würden die ÖSV-Adler dem Nachbarn aus Deutschland einen Rekord klauen: Sechs Siege einer Nation in Folge gab es noch nie an einer Tournee-Station. Martin Schmitt (1998 - 2000) und Sven Hannawald (2001 und 2002) hatten in Oberstdorf einst fünfmal in Serie gesiegt.

SID

Kommentare