Hambüchen sorgt für Überraschung

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Fabian Hambüchen

Berlin - Überraschung in Tegel: Entgegen aller Spekulationen könnte Turn-Star Fabian Hambüchen bei den Weltmeisterschaften in Tokio nun doch im Mehrkampf starten.

Acht Monate nach seinem Achillessehnenriss hat der 23-jährige Hesse im WM-Trainingscamp Kienbaum seinen ersten kompletten Mehrkampf geturnt.

“Es lief noch nicht zu 100 Prozent, aber die Achillessehne spielt mit. Vor allem am Boden geht es schon wieder ganz gut“, erklärte der Ex-Reck-Weltmeister am Montag eine Stunde vor dem Abflug der deutschen Riege zur Weltmeisterschaft nach Tokio am Berliner Flughafen Tegel. Bei allen Wettkämpfen nach seinem Comeback im August hatte Hambüchen auf die Geräte Sprung und Boden verzichtet, um die operierte Sehne nicht zu sehr zu belasten.

Damit hat Bundestrainer Andreas Hirsch unverhofft neue Möglichkeiten bei der Besetzung der einzelnen Geräte für die am 7. Oktober beginnenden Titelkämpfe. “Am Boden hat Fabian in Kienbaum bereits einen Ausgangswert von 5,8 geturnt. Das würde der Mannschaft in Tokio sehr helfen“, meinte der Cheftrainer sichtlich erfreut. Gerade am Sprung und Boden hatte die deutsche Riege Probleme bekommen, nachdem Hambüchens Einsatz an diesen beiden Geräte wegen der Verletzung als unwahrscheinlich galt und der Ex-Doppel-Europameister Matthias Fahrig (Halle/Saale) nicht den Sprung in die WM-Equipe schaffte.

Doch Hambüchens Blick geht nicht zwingend auf den WM-Mehrkampf. “Ich stelle meine persönlichen Ziele komplett hinter die Vorhaben der Mannschaft zurück. Wir wollen direkt zu Olympia nach London. Alles andere ist zweitrangig“, sagte er und fügte hinzu: “Über die Einsätze an den einzelnen Geräten entscheidet allein der Bundestrainer. Im Moment ist auch noch fraglich, ob ich am Pauschenpferd zum Einsatz komme.“

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In Tokio zählt für die deutschen Turner allein die direkte Olympia-Qualifikation. Dazu muss die Riege zumindest Platz acht im Teamwettbewerb belegen. Diese Ziel hat die Riege zusammengeschweißt und auch die alten Rivalitäten zwischen Fabian Hambüchen und Philipp Boy komplett in den Hintergrund treten lassen. “Wir haben nur das eine Ziel. Das Team steht im Vordergrund. Und egal, wer von uns am Reck die Nase vorn hat, es wird kein böses Wort geben. Und außerdem ist es kein Zweikampf, es gibt viele Anwärter auf die Medaillen“, stellte auch der Cottbuser Mehrkampf-Europameister Philipp Boy vor dem Abflug klar.

Erst in Tokio wird Trainer Hirsch nach einer Woche der Akklimatisierung entscheiden, wer als sechster Turner die deutsche Riege in der japanischen Hauptstadt vertritt. Derzeit liegen der Hannoveraner Andreas Toba und Thomas Taranu aus Straubenhardt fast gleichauf. “Wir gehen fair miteinander um. Entscheidend ist, dass der Trainer den Turner aufstellt, der der Mannschaft am besten helfen kann“, meinte Toba.

dpa

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