Über 30 Stürze an zwei Tagen auf dem Sachsenring

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Hier stürzt der australische Pilot Bryan Staring

Hohenstein-Ernstthal - Nicht einmal die Besten blieben unversehrt. Beim Training zum Deutschland-Rennen sind erneut Motorradfahrer gestürzt. Nun erwischte es auf dem Sachsenring auch noch WM-Spitzenreiter Dani Pedrosa.

Motorräder fliegen durch die Luft, die Fahrer knallen auf den harten Asphalt. Der Sachsenring ist sogar den Weltklasse-Motorradfahrern schon im Training zum Verhängnis geworden. Über 30 Stürze gab es binnen zwei Tagen, nach MotoGP-Weltmeister Jorge Lorenzo erwischte es am Samstag auch noch den aktuellen WM-Spitzenreiter Dani Pedrosa. Der Spanier wurde nach seinem heftigen Abflug zunächst in ein Krankenhaus nach Chemnitz gebracht.

Erste Untersuchungen an der Strecke hätten ergeben, dass Pedrosa ohne gebrochenes Schlüsselbein davongekommen sei, teilte die MotoGP umgehend mit. Bei Landsmann Lorenzo war am Freitag schnell festgestellt worden, dass eine Platte, die er nach einem Sturz vor zwei Wochen in Assen und einer Schlüsselbeinfraktur eingesetzt bekommen hatte, beschädigt worden war. Er kann beim Großen Preis von Deutschland an diesem Sonntag nicht starten.

Pedrosa wurde am Samstag auf einer Trage zum Hubschrauber und dann von Hohenstein-Ernstthal nach Chemnitz gebracht. Auch ihm, der in den vergangenen drei Jahren die WM-Läufe der Königsklasse auf dem Sachsenring gewonnen hatte, droht das Aus für das diesjährige Rennen.

Als Problempunkt Nummer eins stellte sich einmal mehr Kurve elf heraus. „Das ist eine gefährliche Stelle“, sagte Rekordweltmeister Valentino Rossi. Die italienische Motorrad-Ikone machte dort in der Vergangenheit ebenfalls schon unliebsame Bekanntschaft mit dem Asphalt.

Es ist eine schnelle Rechtskurve nach acht Linkskurven, in die die Fahrer mit über 200 Stundenkilometern hineinrauschen. Da die Reifen auf der rechten Seite angesichts der fehlenden Belastung zuvor regelrecht kalt sind, fehlt der Grip. Die Sturzgefahr steigt erheblich.

„Die Stürze in den ersten Tagen auf dem Sachsenring haben ja fast schon Tradition. Man muss sich erst an diese Strecke gewöhnen“, sagte MotoGP-Pilot Stefan Bradl. Der anspruchsvolle Sachsenring ist einer der wenigen WM-Kurse, auf dem gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird. Es gibt nur drei Rechts-, dafür aber zehn Linkskurven. Die Fahrer sind fast ständig in Schräglage, müssen angesichts der wenigen Geraden immer wieder die Position wechseln. „Man muss voll konzentriert sein“, betonte Moto2-Fahrer Sandro Cortese.

Das wissen auch die Konkurrenten der deutschen Lokalmatadoren. Und dennoch stürzten sie reichlich. Neben Lorenzo und Pedrosa erwischte es unter anderem auch noch Andrea Dovizioso, Andrea Iannone und gleich zweimal den Briten Cal Crutchlow. Durch die Reibung habe er am Unterarm einige Verbrennungen davongetragen, betonte sein Team-Manager Herve Poncharal. Nichts Ernstes, aber sehr schmerzhaft und unangenehm, meinte er. Crutchlow hat in den vergangenen vier Rennen drei Podestplätze geholt.

dpa

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