Hamilton belastet Rad-Weltverband schwer

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Tyler Hamilton hat kein Mitleid mit Ex-Teamkollege Lance Armstrong.

Washington - Der ehemalige Dopingsünder Tyler Hamilton hat den Radsport-Weltverband erneut schwer belastet. Die UCI hätte einen positiven Test Armstrongs unter den Teppich gekehrt.

Der 41 Jahre alte Amerikaner berichtete dem US-Sender CNN von einer weiteren positiven Dopingprobe bei seinem langjährigen Weggefährten Lance Armstrong, die von der UCI kaschiert worden sei. „Im Jahr 1999 gab es einen positiven Test auf Kortison. Dieser wurde mit einem zurückdatierten Rezept verheimlicht. Die UCI wusste davon. Sie haben das akzeptiert“, sagte Hamilton, der früher bereits erklärt hatte, die UCI habe von einem positiven Test bei Armstrong aus dem Jahr 2001 bei der Tour de Suisse gewusst.

Hamilton hat offenbar auch ein wenig Mitgefühl für seinen ehemaligen Teamkollegen Armstrong, dessen Lebenswerk derzeit Stück für Stück auseinanderfällt. „Ich verstehe, dass es hart für ihn ist. Ich habe selbst eine lange Zeit gelogen. Irgendwann fängst du an, an deine Lügen zu glauben. Er hat sich in eine Ecke manövriert. Ich fühle mit ihm“, sagte Hamilton, der mit seinen Aussagen maßgeblichen Anteil am Sturz von Armstrong hat. In seinem Buch „The Secret Race“ gab Hamilton, der selbst wegen Dopings verurteilt wurde und seinen Olympiasieg von 2004 im Zeitfahren verlor, Einblicke in systematische Dopingpraktiken.

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Die US-Anti-Doping-Agentur USADA hatte Armstrong lebenslang gesperrt, zudem erkannte sie ihm alle sieben Tour-Siege ab. Der Radsport-Weltverband UCI hat bis Ende Oktober Zeit, über die Aberkennung von Armstrongs sportlichen Ergebnissen seit dem 1. August 1998 zu entscheiden. Die USADA veröffentlichte zudem am vergangenen Mittwoch ein 202-seitiges Machwerk über die Dopingpraktiken von Lance Armstrong und seinem früheren Rennstall US Postal. Diese Publikation schlug weltweit hohe Wellen.

Trotz des neuerlichen Ungemachs für Armstrong sprach Tyler Hamilton seinem Ex-Kollegen Mut zu: „Die Menschen werden ihm vielleicht vergeben. Er ist für viele ein Held. Natürlich hat er einige enttäuscht, aber noch einmal, die Menschen werden ihm vergeben.“

SID

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