Trotz Nierenstein-OP: Klitschko will in den Ring steigen

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Wladimir Klitschko

Düsseldorf - Wladimir Klitschko ist hart im Nehmen. Nach seiner Nierenstein-OP hält der Dreifach-Champion an seinen Plänen fest und will am Samstag in Düsseldorf in den Ring steigen.

Wladimir Klitschko ist hart im Nehmen: Eine Woche vor seiner Titelverteidigung gegen den Franzosen Jean-Marc Mormeck wurde der dreifache Schwergewichts-Boxweltmeister am Samstag wegen eines Nierensteins in der Harnröhre operiert, gab danach aber Entwarnung: Der Kampf am 10. Dezember in der Düsseldorfer Esprit-Arena findet statt. Die Nachricht von Klitschkos Blitz-OP drängte sogar das sportliche Geschehen am Wochenende in den Hintergrund. Felix Sturm blieb durch sein überraschendes Remis in Mannheim gegen den Briten Martin Murray WBA-Mittelgewichtschampion. In Helsinki unterstrich Weltmeister Alexander Powetkin, warum er als Nachfolger der Klitschkos gehandelt wird. Der Schwergewichtler aus Russland verteidigte erstmals seinen WBA-Titel und bot beim K.o.-Sieg in der achten Runde gegen Cedric Boswell (USA) eine starke Leistung.

Klitschko hatte am Wochenende ganz andere Sorgen. Am Freitag war er in seinem österreichischen Trainingslager in Going urplötzlich von extremen Nierenschmerzen befallen worden und musste per Rettungshubschrauber in Krankenhaus nach Innsbruck gebracht werden. Dort wurde ein Nierenstein in der Harnröhre festgestellt. Tags darauf ging es nach Düsseldorf, wo in der Uni-Klinik der Schmerzverursacher bei einem endoskopischem Eingriff entfernt wurde.

“Wenn alles so bleibt, findet der Kampfabend wie geplant statt“, sagte Klitschko-Manager Bernd Bönte und gab Entwarnung. Schließlich sind für den Kampf des 35 Jahre alten Weltmeisters bereits mehr als 30 000 Karten verkauft. Eine Absage wäre ein erheblicher Schlag. Deshalb war auch Klitschko-Trainer Emanuel Steward erleichtert. “Mich macht es einfach wahnsinnig glücklich, dass ich mit dem besten Schwergewichtler des Universums arbeiten darf“, sagte der Amerikaner der “Welt am Sonntag“. “Der Traum eines jeden Trainers ist es, den King in der Königsklasse zu trainieren.“

Nicht ganz so glücklich ist Vitali Klitschkos Trainer Fritz Sdunek - und zwar mit seinem Schützling Felix Sturm. Der Kölner war gegen Murray alles anders als überzeugend. Das Remis war eigentlich ein knapper Sieg, doch das ändert nichts am Gesamteindruck: Der 32-Jährige hat an Profil eingebüßt. Seine technischen Qualitäten, seine Leichtfüßigkeit und seine Reflexe sind nicht mehr wie einst vorhanden. “Es ist frustrierend, wenn solche Urteile kommen. Ich war der bessere Mann“, meinte er und suchte Fehler lieber bei den Punktrichtern als bei sich.

Das Erbe der Klitschkos im Schwergewicht will Powetkin antreten. Der WBA-Weltmeister, der unter Superweltmeister Wladimir Klitschko thront, tönte nach seinem K.o.-Sieg in der finnischen Hauptstadt gegen den 42-jährigen Boswell: “Das war ein Schritt in die richtige Richtung.“ Das Klitschko-Niveau hat Powetkin noch nicht, aber sein Trainer Teddy Atlas befand: “Er wächst mit jedem Kampf und wird stärker.“ Von soviel Lob kann Schwergewichtler Robert Helenius nur träumen. Dem Finnen wurde wohl aufgrund des Heimvorteils ein knapper Sieg mit 2:1-Punktrichterstimmen im EM-Kampf gegen den Briten Dereck Chisora zuerkannt, obwohl ihn die meisten Beobachter als Verlierer gesehen hatten. Helenius klagte, er habe sich die Hand gebrochen. “Die hat sehr, sehr wehgetan“, meinte der Finne.

dpa

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