Trotz Medaille: Neuner hat bei Olympia geweint

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Magdalena Neuner hatte für sich und ihre Familie in Vancouver keine Zeit.

Innsbruck - Biathlon-Star Magdalena Neuner hat deutlicher denn je ihren Unmut über die Verhältnisse bei Olympischen Spielen bekundet. In Vancouver hat die Doppel-Olympiasiegerin sogar geweint.

„Am Ende des Tages war es so, dass ich um 1 Uhr in der Nacht mit meiner Medaille am Bett gesessen bin und geheult habe, weil ich so enttäuscht war, dass ich nur von A nach B gerissen worden bin“, sagte Neuner dem österreichischen Sender Servus TV über die Winterspiele 2010 in Vancouver, bei denen sie zwei Goldmedaillen und einmal Silber gewonnen hatte.

Die 23-Jährige, die ihre Karriere nach der laufenden Saison beenden wird, berichtete, dass sie in Vancouver keine Zeit für sich und ihre Familie gehabt habe. Sie erwähnte in diesem Zusammenhang unter anderem die Bedürfnisse der Presse und die Dopingkontrolle, die sie „ewig gepiesackt“ habe.

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

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„Jeder will irgendwas, und meine Eltern sind 20 Meter weggestanden mit Tränen in den Augen, weil sie keine Chance hatten, mit mir kurz zu reden. Da sag ich: Um wen geht's eigentlich?“, sagte Neuner: „Ich hab einfach nicht das Gefühl gehabt, dass es in dem Moment um den Sportler geht, das der was ganz Großes geschafft hat und das für sich einmal genießen darf. In erster Linie bekommen einmal alle anderen alles und dann erst der Sportler. Und das fand ich schlimm.“ Nach dem Ende ihrer Karriere erwarte sie sich „in erster Linie mehr Zeit für mich selbst“. Es sei der Zeitpunkt gekommen, „wo ich mehr Familie um mich herum haben will“.

SID

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