Trost für Neuner nach Staffel-Debakel

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Magdalena Neuner erhält nach dem Debakel bei der Staffel Trost von ihren Kolleginnen.

Oberhof - Acht Schuss, nur ein Treffer und ein vergebener Sieg: Magdalena Neuner hat sich ihren Start ins Jahr 2012 sicher anders vorgestellt.

Champions stehen nach einem K.o. wieder auf - ist er auch noch so bitter. Das wird sich auch Magdalena Neuner nach ihrem Staffel-Debakel von Oberhof gedacht haben. Obwohl sie sich und ihren Teamkolleginnen Andrea Henkel, Tina Bachmann und Sabrina Buchholz vor heimischer Kulisse im Alleingang den sicheren Sieg vermasselt hatte, zeigte die Rekord-Weltmeisterin Größe. Sie suchte nicht nach Ausflüchten und stellte sich den Medien, auch wenn ihr das vielleicht im ersten Moment schwer gefallen sein mag.

“Man kann es in einem Satz zusammenfassen, ich habe es verkackt. Es tut mir leid. Die anderen haben ein gutes Rennen gemacht“, sagte die Ausnahme-Biathletin, nachdem sie mit sieben von acht Schüssen das Ziel verfehlt hatte und erstmals in ihrer erfolgreichen Karriere in einer Staffel unglaubliche vier Strafrunden drehen musste. Kein Wort über den Wind und die widrigen Bedingungen. Neuner suchte die Schuld bei sich selbst und nicht bei anderen. “Ich hatte ein gutes Gefühl und dachte immer, warum fallen die Scheiben nicht. Am Ende habe ich dann resigniert“, bekannte sie ehrlich.

Auch am Tag danach hatte die Doppel-Olympiasiegerin im Gespräch mit Bundestrainer Uwe Müssiggang noch keinen Grund für ihre Fehlerserie gefunden. Die Schüsse gingen alle knapp daneben. “Sie kann es sich nicht wirklich erklären, hat weder in der Loipe überzogen noch nervlich gewackelt. Sie hat ihre Schüsse im Ziel gesehen, da ist das dann für den Athleten nicht so einfach“, sagte Müssiggang.

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

Im Umfeld des Weltcups war schnell zu hören: Wird sie jetzt wieder an sich und ihrem Schießen zweifeln? Wie in alten Zeiten, wo sie des öfteren am Schießstand wackelte und Podestplätze aus der Hand gab. Wird der Druck mit Blick auf die Heim-WM doch zu groß? Dagegen spricht, dass die 24-Jährige, die seit ihrem angekündigten Karriereende gelöst und locker durch die bisherigen Weltcups lief, über die Jahre an psychischer Stärke gewonnen hat.

Müssiggang glaubt nicht an einen Rückschlag seiner Top-Läuferin. “Es gibt keinen Grund für sie, jetzt an sich zu zweifeln oder zu wackeln. Sie wird ihre guten Trainingsleistungen mit in die nächsten Wettkämpfe nehmen“, meinte der Bundestrainer.

Von ihren Staffelkolleginnen gab es nur tröstende Worte, zumal Neuner bei der WM 2011 in Chanty-Mansijsk mit einer grandiosen Leistung noch Gold geholt hatte - im Alleingang. “Man kann der Lena jetzt keinen Vorwurf machen. Das kann jedem passieren, die Bedingungen waren auch schwierig. Wir gewinnen und verlieren zusammen“, sagte Sabrina Buchholz.

Eigentlich hatten die Experten die Thüringerin als Wackelkandidatin auf dem Zettel. Die zwischenzeitlich in den zweitklassigen IBU-Cup versetzte Buchholz zeigte eine couragierte Leistung und empfahl sich für einen WM-Startplatz. Gedanken daran verschwendet sie jedoch noch nicht. “Bis zur WM sind noch vier Weltcupwochenenden und selbst während der WM kann dann noch mal durchgewechselt werden. An so was denke ich gar nicht“, sagte sie.

dpa

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