Goldmedaille

Triumph für deutsche Basketballerinnen

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Die deutschen Basketballerinnen haben in London gewonnen.

London - Sprinter Heinrich Popow, die Basketball-Frauen, Andrea Eskau auf dem Handbike und Schwimmerin Daniela Schulte haben die deutsche Goldmedaillenbilanz auf 18 hochgeschraubt. Der Freitag wurde aber von einem Eklat überschattet.

Heinrich Popow hat starke Nerven: Trotz der Vorwürfe des „Techno-Dopings“ gegen ihn ließ der Leverkusener Sprinter der Konkurrenz über 100 Meter keine Chance und heimste Gold bei den Paralympics in London ein. Nach Bronze über 200 Meter ließ sich der 29-Jährige am Freitagabend auch nicht von den Anschuldigungen des Kaiserslauterers Wojtek Czyz beirren, er nutze ein der Konkurrenz nicht zugängliches künstliches Knie.

Czyz holte vor 80 000 Zuschauern im Olympiastadion Bronze hinter Scott Reardon aus Australien. Gemeinsam ging das Trio auf die Ehrenrunde. „Die Vorwürfe gingen links rein und rechts wieder heraus“, sagte Popow, „ich habe vier Jahre für diesen Erfolg gearbeitet“.

Das 18. Gold sicherten die Basketball-Frauen. Erstmals seit 28 Jahren gelang dem Rollstuhl-Team der Coup - die deutschen Anhänger waren aus dem Häuschen. In einem packenden Match setzte sich die Mannschaft von Trainer Holger Glinicki gegen Australien mit 58:44 durch.

Großen Jubel gab es auch an der Radstrecke beim Triumph von Andrea Eskau und im Schwimmstadion um Daniela Schulte. Nach einigen Enttäuschungen gelang der Fahnenträgerin im Aquatics Centre der erlösende Erfolg. Im Anschluss an das Rennen über 400 Meter Freistil winkte Schulte erleichtert ins Publikum.

„Mit diesem ersten Gold ist ein Traum wahr geworden“, meinte die sehbehinderte Athletin. „Ich hätte gerne auch noch meinen eigenen Weltrekord gebrochen, aber die Nervosität war heute schon sehr groß.“ Mit schon 60 Medaillen übertraf das deutsche Team am drittletzten Wettkampftag das Ergebnis von Peking.

Auch Handbikerin Eskau ließ der Konkurrenz keine Chance. Bei ihrem souveränen Start-Ziel-Sieg fuhr die querschnittsgelähmte Athletin, die schon das Zeitfahren gewonnen hatte, mit mehr als zehn Minuten Vorsprung auf die Konkurrenz über die Linie. „Ich habe komplett für dieses Rennen trainiert. Als ich den Vorsprung herausgefahren hatte, konnte ich entspannt meine Zeiten runterspulen“, sagte die Thüringerin. Bronze ging an Dorothee Vieth aus Hamburg. Kurz danach holte der Hesse Vico Merklein Silber.

Eskaus Kunststück gelang auch Alessandro Zanardi, der seinem Zeitfahr-Sieg ebenfalls Gold in der Straßenkonkurrenz folgen ließ. Der frühere Formel-1-Pilot, der 2001 bei einem Unfall auf dem Lausitzring beide Beine verloren hatte, setzte sich knapp vor der Konkurrenz durch. Norbert Mosandl aus der Oberpfalz - im Zeitfahren noch Silbermedaillengewinner - wurde nur Sechster.

Die harte Kritik von Czyz nach den Vorläufen löste am drittletzten Wettkampftag große Diskussionen aus. Er behauptete, der oberschenkelamputierte Popow habe von seinem Ausrüster Ottobock ein künstliches Kniegelenk erhalten, das anderen Athleten bis kurz vor Beginn der Spiele vorenthalten worden sei. Czyz erzählte, er und weitere Sportler hätten schon vor Monaten eine Anfrage gestellt, um das Modell zu kaufen. „Da wurde mir gesagt, dieses Knie ist reserviert für Heinrich Popow“, sagte Czyz.

Ottobock-Sprecher Rüdiger Herzog bezeichnete die Anschuldigung als „Psychoterror“ und betonte: „Wir sind Partner der Paralympics und halten uns an die Regeln. Das Knie ist seit langem erhältlich.“ Popow bezeichnete die Vorwürfe in der „Bild“-Zeitung als „totalen Humbug“ und „ein typisches Psychospielchen von Wojtek“.

Im Team reagierte man mit Befremden auf den Auftritt von Czyz. Der deutsche Chef de Mission Karl Quade sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Das ist schade. Aber ich kann das nicht verhindern. Die Athleten sind erwachsen und kriegen auch keinen Maulkorb.“ Hinnehmen wird der Verband den verbalen Ausbruch mitten im Wettkampf aber nicht - Czyz muss am Samstag zum Rapport.

Große Freude herrschte dagegen bei den Tischtennisspielern, als Thomas Schmidberger und Thomas Brüchle Silber gewannen. Die beiden Rollstuhlfahrer aus Bayern unterlagen zwar im Finale mit 2:3 den Favoriten aus China, boten aber einen Krimi und verloren erst das entscheidende Doppel mit 1:3. Die Enttäuschung währte nur kurz. „Das ist ein Riesenerfolg, wir haben ein junges Team, dem die Zukunft gehört“, sagte Trainer Wieland Speer.

Ihren vierten Paralympics-Einzeltitel und ihren 470. Erfolg in Serie landete die niederländische Ausnahme-Tennisspielerin Esther Vergeer mit einem klaren 2:0 gegen Teamkameradin Aniek van Koot. Seinen ersten Einzeltitel in London strebt Oscar Pistorius am Samstag an: Über 400 Meter legte er die schnellste Zeit vor. Über 100 und 200 Meter hatte der Südafrikaner Gold verpasst. Auch David Behre aus Leverkusen steht im Finale.

dpa

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