Tausende Fans bei Simoncellis Trauerfeier

Coriano - Tausende Menschen haben sich am Donnerstag von dem am Sonntag in Malaysia tödlich verunglückten Motorrad-Piloten Marco Simoncelli verabschiedet.

Stars der internationalen Motorsportszene, prominente Vertreter aus Sport und Politik sowie aus ganz Italien angereiste Fans pilgerten zur Trauerfeier in Simoncellis Heimatort Coriano, einer 10.000 Seelen-Ortschaft unweit des Badeortes Rimini.

In den vordersten Reihen saßen bei der bewegenden Trauerzeremonie Starpiloten wie Valentino Rossi, Loris Capirossi (beide Italien), Jorge Lorenzo und Sete Gibernau (beide Spanien) sowie die Spitze von Simoncellis Team Honda Gresini. Rossi, der zu den engsten Freunden des 24-Jährigen zählte, verfolgte mit Tränen in den Augen die Zeremonie. Rechts und links vom Sarg wurden zwei Motorräder aufgestellt: Die Gilera, mit der Simoncelli 2008 den Weltmeistertitel in der Klasse bis 250 ccm gewonnen hatte, sowie die Honda, die der Italiener zuletzt gefahren war. Auf dem Sarg lag Simoncellis Helm.

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Auch Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel nahm in Neu Delhi Anteil. Der Heppeheimer hatte vor dem TV-Schirm den tödlichen Unfall verfolgt und bis zum bitteren Ende mitgebangt. „Ich habe Marco persönlich gekannt und hatte ihn dieses Jahr noch getroffen“, sagte Vettel sichtlich bewegt: „Das Warten vor dem Fernseher war ganz schlimm, vor allem weil man mit immer längerer Dauer wusste: Das ist kein gutes Zeichen.“

Tausende Fans verfolgten auf dem Gelände vor der Kirche Corianos die Trauerzeremonie auf Bildschirmen. Sie rollten Plakate mit Fotos von Simoncelli aus und ließen Luftballons aufsteigen. „Ciao Marco, jetzt wirst Du mit den Engeln Motorrad fahren“, war auf einem Spruchband zu lesen.

Weitere Tifosi versammelten sich auf den unweit gelegenen Autodrom von Misano, wo ebenfalls auf Bildschirmen das Begräbnis live übertragen wurde. Die Fans starteten eine Unterschriftensammlung, um das Autodrom Simoncelli zu widmen. Der Gottesdienst wurde von Italiens öffentlich-rechtlicher TV-Anstalt RAI übertragen.

Vor dem Begräbnis hatten seit Mittwoch tausende Fans lange Wartezeiten in Kauf genommen, um in der Aufbahrungshalle im Wohnort des ehemaligen Weltmeisters noch einmal einen Blick auf den Italiener werfen zu können. Simoncellis Leiche war in einem Sarg mit Glasdeckel ausgestellt worden, der Pilot trug T-Shirt und Jeans - so wie er es im Alltag zu tun pflegte. Mit einem langen Applaus wurde Simoncellis Familie begrüßt, als diese die Halle verließ.

sid

Rubriklistenbild: © dpa

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