Tour de France: Wiggins gewinnt Zeitfahren

+
Topfavorit Bradley Wiggins hat das erste lange Zeitfahren der 99. Tour de France souverän gewonnen und damit seine Gesamtführung ausgebaut.

Besancon - Tony Martin ist das Pech auch im Zeitfahren treu geblieben - für den überragenden Tagessieger und Spitzenreiter Bradley Wiggins wird die 99. Tour de France dagegen immer mehr zur One-Man-Show.

Zwar ist Martin mit seiner gebrochenen Hand heil über den anspruchsvollen Parcours gekommen, eine Reifenpanne bremste aber seine Fahrt über 41,5 Kilometer. Hinter dem überlegenen britischen Tour-Dominator blieb dem aktuellen Zeitfahr-Weltmeister am Montag mit 2:16 Minuten Rückstand nur Rang zwölf. Damit war Martin, der bereits im Prolog durch eine Reifenpanne zurückgeworfen worden war, sogar hinter Andreas Klöden nur zweitbester Deutscher.

Wahrscheinlich wird er am (morgigen) Dienstag die Heimreise antreten, um sich speziell auf das Olympia-Zeitfahren in London - unter den besonderen Gegebenheiten seines gebrochenen Kahnbeins - vorzubereiten. “Es wäre besser, er macht Schluss“, riet ihm Teamarzt Helge Riepenhof.

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

Nach seinem erneuten Coup in Besancon vor seinem treuesten und stärksten Helfer Christopher Froome sowie Zeitfahr-Olympiasieger Fabian Cancellara baute Wiggins seine Führung im Gesamtklassement aus. Der 32-jährige Sky-Kapitän, der am Montag seine erste Tour-Etappe überhaupt gewann, geht mit 1:53 Minuten Vorsprung auf Vorjahressieger Cadel Evans in den ersten Tour-Ruhetag. Der Australier, dem im Zeitfahren 1:43 Minuten auf den Sieger fehlten, erwischte einen schwarzen Tag und behauptete seinen zweiten Platz im Gesamtklassement knapp vor Froome. Zusammen mit seinem Teamkollegen hatte Wiggins einen Sky-Doppelsieg gefeiert.

Für Martin war das Rennen vor vorneherein eine Gratwanderung. Zum einen wollte er natürlich seinen Vorjahressieg im Kampf gegen die Uhr wiederholen, zum anderen durfte er mit seiner Verletzung im Hinblick auf Olympia kein zu hohes Risiko eingehen. Vor allem bei den steilen Passagen und den gefährlichen Abfahrten machte sich sein schmerzendes Handicap bemerkbar.

Das technische Malheur mit der Reifenpanne nach knapp fünf Kilometern gab Martin den Rest. “Es war ein wahnsinniger Kampf danach. Ich war davor so konzentriert, kam dann aber massiv aus dem Rhythmus“, sagte Martin, der erstmals nach seinem Sturz vor neun Tagen ohne eine stützende Schiene um das Handgelenk auskam.

Von Andreas Zellmer und Manuel Schwarz

Kommentare